Vorwort

Vorwort 20.11.2019, 13:43

1989!

Meine persönlichen Tempel befanden sich 1989 nicht in meiner Heimatstadt Stolberg (das Angebot bei Musik Götz war nämlich überschaubar, obwohl ich hier immerhin „Headless Cross“, „Conspiracy“, „Practice What You Preach“ und „Master Of Disguise“ gekauft habe...), sondern in Eschweiler (Foto Allkauf, ein noch sehr gut sortiertes Karstadt), vor allem aber natürlich in Aachen - wenn ich als 14-, 15-Jähriger abends eingeschlafen bin, konnte ich mir sicher sein, später im Traum mit einem prall gefüllten Portemonnaie durch Allo Pach, die Plattenbörse (der allererste Laden, der später mein Fanzine „Dying Illusion“ im Sortiment hatte...) oder in erster Linie das über alles geliebte Elpi (in dem ich während meines Studiums schließlich noch bis kurz vor seiner Aufgabe 1998 jobben durfte - es war mir eine Ehre!) zu schlendern, um all das einzusacken, was ich unbedingt hören wollte. Ja, 1988 und 1989 waren „meine“ magischen Jahre, die Zeit, in der der Grundstein für die bis heute andauernde Liebe zum Hardrock und Heavy Metal gelegt wurde.

Viele von Euch werden ähnliche Erinnerungen haben und vergleichbare Geschichten erzählen können, und die prägende kurze Ära, in der auf einmal alles anders war, mag 1972, 1985, 1992 oder sogar erst 2001 begonnen haben, und Ihr fragt Euch jetzt logischerweise, was denn gerade an ´89 so besonders war. Nun, vielleicht tatsächlich nichts jenseits meines Erinnerungsoptimismus, der alles verklärt - vielleicht aber doch eine Menge. Vielleicht war das letzte Jahr der Achtziger, von dem in der Retrospektive nicht unbedingt ständig die Rede ist, am Ende wirklich eines der stärksten überhaupt; ein Jahr, in dem zwar viele Megastars wie Maiden, Priest, Metallica oder Slayer plattentechnisch pausierten, das aber nicht nur diverse Alltime-Fave-Acts zum ersten Mal nachhaltig an die (internationale) Oberfläche gespült hat (Dream Theater! Faith No More! Morbid Angel! Annihilator! Skid Row!), sondern außerdem etablierte Bands in bestechender Form (Savatage! Fates Warning! Black Sabbath! Exodus! Kreator!) und zudem jede Menge kommende Underground-Klassiker (Demon! Titan Force! Fifth Angel! Masters Of Reality! Cloven Hoof!) präsentieren konnte, die in „besser informierten Kreisen“ noch heute zum täglich verabreichten Brot gehören.

Jedenfalls hat das Arbeiten an unserem großen Drei-Dekaden-später-Special (unter der Federführung von Dr. Jens Feelgood!) wieder extrem viel Spaß gemacht, und wir hoffen natürlich, dass das beim Lesen auch rüberkommt. Die alten Säcke unter Euch dürfen sich mit Freude erinnern, und die jüngeren Semester können die eine oder andere Wissenslücke schließen. Zwei (laute) Fliegen mit einer Klappe.

Gute Unterhaltung mit Rock Hard 391!

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MIXTAPE MANIA

Die 1989-Lieblingssongs der Redaktion

MÖTLEY CRÜE - Don´t Go Away Mad (Just Go Away) (Jens Peters)

DEMON - Time Has Come (Boris Kaiser)

SAVATAGE - Gutter Ballet (Jenny Rönnebeck)

BLIND GUARDIAN - Valhalla (Alexandra Michels)

EXODUS - The Toxic Waltz (Buffo)

WATCHTOWER - Control And Resistance (Wolfram Küper)

DREAM THEATER - A Fortune In Lies (Andreas Schiffmann)

FATES WARNING - Through Different Eyes (Frank Schäfer)

SAVATAGE - Gutter Ballet (Ludwig Krammer)

MORBID ANGEL - Chapel Of Ghouls (Mandy Malon)

BLIND GUARDIAN - Banish From Sanctuary (Ronny Bittner)

DARKTHRONE - Thulcandra (Stefan Hackländer)

NINE INCH NAILS - Head Like A Hole (Conny Schiffbauer)

MINISTRY - Thieves (Holger Stratmann)

THE CULT - Sweet Soul Sister (Wolfgang Liu Kuhn)

FAITH NO MORE - Epic (Marcus Schleutermann)

METAL CHURCH - Badlands (Thorsten Dörting)

RUSH - Superconductor (Michael Rensen)

SHEER TERROR - Just Can´t Hate Enough (Matthias Mader)

ANNIHILATOR - Alison Hell (Isabell Raddatz)

SODOM - Tired And Red (Felix Mescoli)

SAVATAGE - Gutter Ballet (Stefan Glas)

LEATHERWOLF - Thunder (Jörg Staude)

PUNGENT STENCH - Dead Body Love (Jan Jaedike)

SABBAT - The Best Of Enemies (Hendrik Lukas)

DREAM THEATER - The Killing Hand (Mike Borrink)

Autor:
Boris Kaiser

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