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Titelstory-Blog 25.02.2021, 10:00

ALICE COOPER - Aus Detroit, für Detroit...

Die Wandlungsfähigkeit von ALICE COOPER ist zweifellos eine seiner größten Stärken. Mehr als einmal ist der Großmeister des Schockrock bereits totgesagt worden… und immer wieder aufgestanden, auch nach schweren persönlichen Krisen wie etwa seiner jahrelangen Alkoholabhängigkeit. Auf den ersten beiden Alben „Pretties For You“ (1969) sowie „Easy Action“ (1970), erschienen auf Frank Zappas Label Straight Records, suchte er noch nach seinem eigenen Stil. In den Siebzigern jedoch gab es wohl kaum eine spektakulärere Liveshow als die zu „Billion Dollar Babies“ und vor allem „Welcome To My Nightmare“ – selbst Kiss schauten sich davon am Anfang ihrer Karriere den einen oder anderen Trick ab.

In den Achtzigern lief es für ALICE nicht wirklich rund, ganz am Ende der Dekade kam dann aber der große Paukenschlag: Mit dem superben „Trash“-Album (gefolgt vom kaum weniger überzeugenden „Hey Stoopid“) gelang es ihm, völlig neue Hörerschichten zu erschließen. Das gleiche Kunststück glückte zehn Jahre später mit dem Doppel „Brutal Planet“ und „Dragontown“ noch einmal (wenn auch auf einem deutlich niedrigeren Niveau).

Diese Leistungen sind nun aber auch bereits wieder 20 Jahre her, und die Erwartungshaltung gegenüber dem brandneuen Studioalbum mag nicht überall gleich hoch gewesen sein. Tatsächlich aber schafft ALICE COOPER mit „Detroit Stories“ genau das, was er sich vorgenommen hatte: Er legt ein Werk vor, das musikalisch in fast prototypischer Manier sein gesamtes bisheriges Schaffen zusammenfasst (und sogar noch ein bisschen mehr). Gleichzeitig ist „Detroit Stories“ auch eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt. Sein bester Freund Bob Ezrin hat das so auf den Punkt gebracht: „Das Album wurde in Detroit für die Menschen von Detroit mit Musikern aus Detroit aufgenommen.“

Für die aktuelle Titelstory haben wir uns nicht nur mit ALICE COOPER selbst unterhalten, sondern auch mit dem legendären Produzenten Ezrin sowie der Tour-Gitarristin Nita Strauss. Darüber hinaus werden ein kurzer Blick auf die Ursprünge des Schockrock geworfen und in einem historischen Interview der Fokus auf das vielleicht härteste Album in der Karriere des Künstlers gelegt: „Brutal Planet“ aus dem Jahr 2000.

„Und was ist das wirklich Schockierende an ALICE COOPER?“, fragt dieser im Verlauf des längeren Gesprächs. Die Antwort mag den einen oder anderen verblüffen: Im Gegensatz zu seiner Kunstfigur ist Vincent Damon Furnier gläubiger Christ, spielt Golf und vertritt in der einen oder anderen Frage erzkonservative Ansichten (die allerdings immer auf dem Boden einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung fußen).

Und damit schließt sich der Kreis seiner ganz persönlichen Geschichten aus Detroit.

Bands:
ALICE COOPER
Autor:
Matthias Mader

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