Interview

Interview 28.06.2022, 14:52

DAWN OF DESTINY - Eine grandiose Zeit

Seit dem 24. Juni wandert "Of Silence", das ganz exzellente achte Studioalbum der Ruhrpott-Power-Metal-Connection DAWN OF DESTINY, über die Ladentheken der Republik. Wir erkundigten uns bei Frontfrau Jeanette Scherff nach dem Rechten.

Jeanette, in diesem Jahr könnt ihr gleich ein doppeltes Jubiläum feiern: Die Veröffentlichung des DAWN OF DESTINY-Debütalbums "...Begins" jährt sich zum 15. Mal, "Praying To The World", also die erste Platte, auf der du zu hören bist, feiert ihren zehnten Geburtstag. Wie würdest du die Zeit seit deinem Einstieg in 2010 zusammenfassen?

»Krass, dass das alles schon wieder so lange her ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich zum ersten Mal Musik von DAWN OF DESTINY gehört habe. Damals wollte ich eigentlich bei einer anderen Band einsteigen, das hat sich aber dann doch nicht ergeben. Ein Freund erzählte mir daraufhin, dass DAWN OF DESTINY eine neue Sängerin suchen. Mein erster Gedanke war, dass das vermutlich eher nichts wird, weil meine Vorgängerin in der Band eine ganz andere, viel höhere Stimmlage als ich selbst hatte. Ich bin Jens Faber (DAWN OF DESTINY-Bassist und -Vocalist - jp) bis heute dankbar, dass er mich damals immer wieder an meine Grenzen getrieben hat. Das hat mir bei der Entwicklung geholfen, heute habe ich einen etwas größeren Stimmumfang. Seit meinem Einstieg habe ich echt tolle Erfahrungen gemacht, auf Tour und Konzerte hatten wir eine grandiose Zeit.«

Das Problem mit den verschiedenen Stimmlagen gibt es öfter, man denke etwa an Bruce Dickinson und Blaze Bayley. Wie seid ihr mit den älteren Stücken nach deinem Einstieg umgegangen? Habt ihr das Material entsprechend angepasst, oder konzentriert ihr euch live auf die neueren Sachen?

»Man kann seine Stimme trainieren, aber irgendwo gibt es auch Grenzen. Einige Stücke können wir nicht spielen, bei anderen singe ich zum Beispiel die zweite Stimme, während Jens die erste übernimmt. Man wurschtelt sich da schon irgendwie durch (lacht).«

Und jetzt ist eure neue Platte erhältlich. Auf Amazon konntet ihr in der vergangenen Woche schon einen kleinen Erfolg verbuchen, ihr standet mit "Of Silence" zeitweise in den Top Ten der Metal-Charts.

Sie lacht wieder: »Das ist richtig. Ziemlich verrückt, wenn du mich fragst, aber auch ein richtig gutes Gefühl. Ich weiß gar nicht mehr, welche Platzierungen wir in der Vergangenheit erreicht haben, man freut sich aber immer wieder über so was.«

Hat sich durch die Pandemie etwas am Produktionsprozess geändert, oder ist alles in den üblichen Bahnen gelaufen?

»Im Grunde lief alles wie gewohnt. Wir haben uns natürlich getestet, bevor wir uns für die Aufnahmen trafen. Davon ab gab es keine Veränderungen.«

Zwei Dinge haben sich seit der Veröffentlichung von "The Beast Inside" im Jahr 2019 allerdings verändert, und zwar habt ihr mit El Puerto Records eine neue Plattenfirma. Wie kam es dazu?

»Wir waren im Vorfeld der Veröffentlichung auf der Suche nach einem neuen Label und haben mit einer Firma auch erste Gespräche geführt. Wegen der Corona-Pandemie kam es zwischenzeitlich allerdings zu einer etwa sechsmonatigen Funkstille, und während dieser Zeit meldeten sich El Puerto Records bei uns. Das Angebot, das sie uns unterbreiteten, machte einen guten Eindruck. Nachdem sich dieser auch in ersten persönlichen Gesprächen bestätigte und man sich gegenseitig sehr sympathisch war, beschlossen wir, zusammenzuarbeiten. Wir sind sehr glücklich darüber, dass es so gekommen ist.«

Ein Blick auf euer Line-up verrät außerdem, dass Gitarrist Veit Offenbächer nach siebenjähriger Pause seit 2021 wieder Teil der Band ist.

»Veit ist inzwischen durch etwas unschöne Umstände wieder in Deutschland gelandet, nachdem er vor einigen Jahren nach Schweden ausgewandert war. Nach seiner Rückkehr hat er uns live immer wieder an der Gitarre unterstützt, mit der Entscheidung, doch wieder fest zur Band zu gehören, hat er sich allerdings ein wenig Zeit gelassen (lacht). Wir freuen uns, dass er jetzt wieder voll und ganz an Bord ist!«

Auf dem Track ´Childhood´ ist neben dir auch Chris Harms von Lord Of The Lost zu hören. Wie lief die Zusammenarbeit?

»Wir sind nicht direkt miteinander in Berührung gekommen, Chris hat seine Spuren woanders aufgenommen. Seine Darbietung finde ich allerdings spitze. Der Mann hat eine echt eindrucksvolle Stimme, die super zu unserem Song passt. Ich finde, dass wir im Ergebnis sehr gut miteinander harmonieren. Die Idee hatte Jens, der ihn dann auch kontaktiert hat. Er hatte auch in der Vergangenheit schon ein sehr glückliches Händchen bei der Auswahl unserer Gäste.«

Jens schreibt auch eure Songtexte. Wie wichtig sind dir als Sängerin die Inhalte der Stücke? Musst du dich mit den Lyrics identifizieren können, oder ist dir mehr oder weniger egal, worüber du singst?

Sie denkt kurz nach: »Schwierige Frage... egal ist es mir nicht, nein. Man bringt einen Song schon anders rüber, wenn man hinter dem Text steht und sich damit identifizieren kann, finde ich. Im Fall von Jens´ Texten ist das bei mir zum Glück so. Wenn irgendetwas komplett gegen meine Überzeugungen laufen würde, würde ich mich schon dagegen sträuben, denke ich. Es sei denn, der Text wird gegrowlt. Dann versteht man ja sowieso nichts (lacht).«

www.dawnofdestiny.de

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DISKOGRAFIE

...Begins (2007)
Rebellion In Heaven (2008)
Human Fragility (2009)
Praying To The World (2012)
F.E.A.R. (2014)
To Hell (2015)
The Beast Inside (2019)
Of Silence (2022)

Bands:
DAWN OF DESTINY
Autor:
Jens Peters

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