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Foto: Buffo

My Hometown 25.05.2022, 08:01

DEATH ANGEL - My Hometown: San Francisco/Bay Area mit Mark Osegueda

Dass die Bay Area für viele Thrasher der Sehnsuchtsort schlechthin ist, kommt nicht von ungefähr. Schließlich haben in der etwa sieben Millionen Einwohner zählenden Region zwischen San Francisco, Oakland, Berkeley und San José im nördlichen Kalifornien Genre-Pioniere wie Metallica, Testament, Exodus, Forbidden, Vio-lence oder DEATH ANGEL ihren Siegeszug um die Welt angetreten.

Mark, wo wurdest geboren, und wo bist du aufgewachsen?

»Ich wurde in San Francisco geboren, bin aber in einer Kleinstadt am Meer namens Pacifica einige Meilen südlich aufgewachsen. Mit neun Jahren sind wir nach Concord in der East Bay umgezogen. Dort habe ich auch meinen High-School-Abschluss gemacht.«

Wo lebst du mittlerweile?

»Nach einigen Jahren in San Francisco lebe ich jetzt in dem Örtchen Point Richmond in der East Bay. Das ist ein Ortsteil von Richmond etwa 20 Minuten nördlich von Berkeley.«

Gibt es noch irgendwelche coolen Metal-Kneipen und Clubs in der Bay Area? Die Pandemie hat vermutlich einigen Locations den Garaus gemacht.

»Ja, leider musste auch das Slim´s in San Francisco schließen. Gottlob gibt es aber noch einige gute Clubs, in denen man auftreten kann, zum Beispiel die Great American Music Hall in San Francisco und eine kleinere Location namens Eli´s Mile High Club in Oakland. Dann hätten wir noch das Bender´s in San Francisco; das ist eigentlich eine Bar, in der aber auch kleinere Konzerte stattfinden. Diese Clubs halten die hiesige Metal-Szene, die nach wie vor sehr aktiv ist, am Leben. Im The Willows, einem weiteren Club in San Francisco, legt unser Drummer Will Carroll donnerstags regelmäßig im Rahmen der Metal Night auf, wenn wir nicht mit DEATH ANGEL auf Tour sind.«

Kannst du uns irgendwelche Restaurants empfehlen?

»Etliche. Zu meinen Lieblingsrestaurants gehört das La Ciccia in San Francisco. Dort gibt es absolut fantastisches sardisches Essen. Außerdem liebe ich das Coqueta mit seinen spanischen Tapas und ein italienisches Lokal namens Bodega. Diese beiden Lokale sind ebenfalls in San Francisco.«

Was trinkst du dazu, Wein oder Bier?

»Ich bevorzuge Wein, trinke aber auch gerne mal ein Bier. Vor dem Essen bestelle ich als Aperitif immer erst einen Martini.«

Gibt es in der Bay Area ein paar gute Brauereien?

»Ja, meine beiden liebsten sind Ale Industries in Oakland und die Fieldwork-Brauerei in Berkeley.«

Wo probt ihr in der Bay Area?

»In Oakland in unmittelbarer Nähe des Baseballstadions der Athletics.«

Mit welchen Bands aus der Bay Area seid ihr befreundet? Da du ein extrem umgänglicher Typ bist, vermutlich mit allen, oder?

»Stimmt, ich komme gut mit Leuten aus und bin mit den meisten anderen Thrash-Bands aus der Gegend befreundet. Mein engster Freund ist Kirk Hammett von Metallica. Wir hängen regelmäßig zusammen ab. Erst letzte Woche war ich mit ihm in Los Angeles, wo wir zusammen mit Metallica-Bassist Robert Trujillo, Whitfield Crane (Ugly Kid Joe, v. – buf), Jon Theodore (Queens Of The Stone Age, dr. – buf) und Doc Coyle (God Forbid – buf) an der zweiten Gitarre an seinem aktuellen Projekt The Wedding Band gearbeitet haben.«

Gibt es bei euch noch gute Plattenläden?

»Ja, aber nicht mehr so viele wie vor der Pandemie. Amoeba Records in Berkeley ist klasse. Außerdem gibt es in San Rafael einen fantastischen Laden namens Red Devil Records, und Mill Valley Music in Mill Valley ist ebenfalls cool. Ich persönlich liebe es, in Plattenläden in Vinyl-Kisten zu stöbern.«

Welche Sehenswürdigkeiten in der Bay Area zeigst du Gästen?

»Das hängt davon ab, worauf der jeweilige Gast steht. Mit passionierten Weintrinkern fahre ich nach Sonoma einige Kilometer nördlich von San Francisco, wo es etliche Winzer gibt. Wanderern zeige ich einen der vielen Wälder oder Naturschutzgebiete, Gourmets meine Lieblingsrestaurants und Metalheads die Gebäude, in denen früher wichtige Szeneclubs waren, etwa Ruthie´s Inn in Berkeley oder The Stone und Mahubay Gardens in San Francisco.«

Welche Ecken der Bay Area sollte man besser meiden? Oakland soll ja ziemlich gefährlich sein.

»Ja, im Moment liegt Oakland in puncto Kriminalität weit vorne. Die Mordrate ist dort ganz besonders hoch. Anscheinend hat die Pandemie den Frust vieler Menschen verstärkt. Außerdem gibt es in der Stadt eine große Drogenszene und viele Obdachlose. In letzter Zeit ist es sogar tagsüber zu Plünderungen von Geschäften gekommen, an denen 40 bis 80 Personen beteiligt waren. Man sollte also gerade in Oakland besonders vorsichtig sein und sich besser aus allem heraushalten.«

Welcher Ort ist der schönste in der Gegend?

»Schwierige Frage. Vermutlich der Muir Woods Park 15 Meilen nördlich von San Francisco.«

Ich hätte eher auf ein Strip-Lokal getippt.

»Die Antwort hätte ich vor 30 Jahren gegeben (lacht).«

Bist du Sportfan? Falls ja, unterstützt du ein lokales Football-, Baseball-, Basketball- oder Soccer-Team?

»Ja. Ich sympathisiere mit allen Mannschaften aus der Bay Area. Dazu gehört für mich auch noch das Football-Team der Raiders, obwohl die ja seit 2020 in Las Vegas spielen. Wenn sie und die San Francisco 49ers gewinnen, bin ich happy. Außerdem mag ich die Fußballer von den San José Earthquakes, die in der Major Soccer League spielen. Schließlich habe ich selbst zwölf Jahre lang gekickt.«

Könntest du dir vorstellen, woanders zu leben? Falls ja, wo?

»Ja. Von 1991 bis ´93 habe ich in New York gelebt. Falls ich der Bay Area beziehungsweise Kalifornien je den Rücken zukehre, ziehe ich vermutlich in den New Yorker Stadtteil Brooklyn. Vielleicht setze ich mich aber auch irgendwann mal in Spanien zur Ruhe, wer weiß?«

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Bands:
DEATH ANGEL
Autor:
Buffo Schnädelbach

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