Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 27.09.2017

DESTRUCTION , BETONTOD , HEAVEN SHALL BURN , IN EXTREMO , DOUBLE CRUSH SYNDROME , OBITUARY , DARK TRANQUILLITY , SACRED REICH , MEMORIAM , BATTLE BEAST , DEVIN TOWNSEND PROJECT , AMON AMARTH , KORN , MEGADETH , KREATOR , POWERWOLF , SONATA ARCTICA , CHILDREN OF BODOM - Dinkelsbühler Drehmomente

Das 20-jährige SUMMER BREEZE-Jubiläum wird nicht nur mit einem exquisiten Billing voller Überraschungen, sondern auch mit neuen Bühnendesigns gefeiert. 40.000 Gratulanten fanden sich von Mittwoch bis Sonntag in Dinkelsbühl ein, um die Open-Air-Saison mit einem rauschenden Fest zu beschließen.

MITTWOCH

Statt der fast schon traditionellen Nuclear-Blast-Labelnight findet in diesem Jahr am Mittwoch die „T-Party“ zu Ehren des 2013 verstorbenen Festivalmitbegründers Michael „Mr. T“ Trengert statt. Das Besondere: Keine der auftretenden Bands wurde im Vorfeld bekannt gegeben. Zudem wurde die T-Stage vergrößert und hat sich von einer Zelt- zu einer Open-Air-Bühne gewandelt.
Nach einem Tagfeuerwerk kommen zuerst vier Crewmitglieder auf die Bühne, die Bengalos zünden und ein Banner mit der Aufschrift „Michael Trengert unvergessen“ zeigen, bevor mit BORN FROM PAIN die ersten Überraschungsgäste die Bühne stürmen. Die holländischen Hardcoreler liefern einen energiegeladenen Gig, der nicht nur für fliegende Haare, sondern auch für den ersten Moshpit des Tages sorgt.
Den anschließenden Act hatten dann wohl die wenigsten auf dem Zettel: Das schwedische Todesbleikommando VOMITORY, eigentlich schon seit 2013 aufgelöst, findet sich für den heutigen Nachmittag zu einem einmaligen Konzert wieder zusammen. Bei strahlendem Sonnenschein legt der Vierer einen brachialen Auftritt hin, lediglich der Sound der Saitenfraktion ist etwas matschig und schmälert den Eindruck ein wenig.
Richtig voll wird es vor der T-Stage dann bei IN EXTREMO. Da die Band am Donnerstag auf der Hauptbühne ihre tausendste Show spielt, hat sie für den heutigen Auftritt in der eigenen Mottenkiste gekramt und eine Setlist mit Schwerpunkt auf den ersten drei „richtigen“ Alben zusammengestellt. Die offensichtlich zahlreichen Fans feiern olle Schoten wie ´Vänner Och Frände´ jedenfalls ordentlich ab und bekommen dann zum Abschluss mit ´Frei zu sein´ noch einen „Vorgeschmack auf morgen“.
Die Zuschauerkapazität der neuen Bühne reizen danach POWERWOLF voll aus, und auch die Reaktionen der Anwesenden zeigen, welchen Status die Truppe mittlerweile hat. Auch wenn der Gesamtsound zumindest auf der linken Seite des FOH-Turmes arg leise ist (auf der anderen Seite ist es laut Ohrenzeugen etwas besser), werden die Leistungswölfe nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Die lassen es sich dann auch nicht nehmen, die neue Bühne in ihrer „Metalmesse“ mit Weihrauch zu segnen.
Wie schon In Extremo haben auch AMON AMARTH zu Ehren von Michael Trengert einen zweiten Set für das Festival einstudiert. Gleich fünf Songs stammen dabei vom 2006er Dreher „With Oden On Our Side“, dessen Titeltrack Mr. T gewidmet wird. Fronter Johan Hegg dirigiert souverän die Massen, und eine fette Pyro-Show unterstreicht einen grandiosen Auftritt, der nach knapp 90 Minuten mit ´Victorious March´ ein furioses Ende findet.
Die „T-Party“ beendet der letzte Surprise-Act DESTRUCTION. Vor der Bühne ist zwar merklich weniger los, was aber der Stimmung keinen Abbruch tut. Auch Schmier (der sich kurz nach dem Auftritt die Schulter auskugelt – gute Besserung an dieser Stelle!) und seine Mannen haben sichtlich Spaß an ihrem Programm, das einen Bogen über das gesamte Schaffen der Band schlägt. Da sei dann auch der leicht übermotivierte Einsatz der Nebelmaschine verziehen. (mbl)

DONNERSTAG

Im Vorfeld des Festivals wurde verkündet, dass die beiden Hauptbühnen in „Summer“- und „Breeze“-Stage umbenannt werden. Beim Betreten des Geländes fragt man sich allerdings, wo die zweite Hauptbühne geblieben ist. Statt zwei Bühnen prunkt nun eine Mega-Stage mit dämonischem Design vor dem Battlefield. Des Rätsels Lösung: Wie im Theater hat die neue Hauptbühne einen drehbaren Boden, wodurch ein schneller Set-up-Wechsel zwischen „Summer“- und „Breeze“-Stage ermöglicht wird. Pünktlich zur Kaffeezeit und bei strahlendem Sonnenschein rumpeln WHITECHAPEL auch der letzten Schnarchnase mit ihrem Deathcore die Ohren munter. Mit geselligen Moshpit-Kränzchen wärmen die Tanzfreudigen unter den Zuhörern ihre Muskeln zu Phil Bozemans Growls für den Abend auf. (ir)
Mit OBITUARY spielt im Anschluss eine Death-Metal-Legende auf, mit der man als Veranstalter nicht viel falsch machen kann. Ich habe noch keine schwache Obi-Show erlebt, und auch heute feuern der brutale Sound und die tighte, aber natürliche Spielweise des Florida-Quintetts den Moshpit an. Mein Highlight der Show: das „Cause Of Death“-Doppel ´Dying´ und ´Find The Arise´. (rb)
Atmosphärisch und mit wirklich gutem Sound (bis auf eine teilweise doch etwas zu intensive Doublebass) geht es auf der T-Stage weiter: LONG DISTANCE CALLING begeistern das von der Sonne gebräunte und gerötete Publikum wieder ohne Sänger, aber dafür mit richtig Bock auf Postrock. Auf der Bühne dynamisch performte Songs wie ´The Figrin D´an Boogie´, ´Trauma´ und ´Arecibo (Long Distance Calling)´ bringen das Publikum zum träumerischen Schwingen oder grazilen Headbangen.
Auf der „Summer“-Seite der Hauptbühne findet das Stimmungstief des Wochenendes statt: Nach einem energetischen Einstieg mit ´River Runs Red´ nehmen die geringen Publikumsreaktionen LIFE OF AGONY den Schwung aus der Show. Die Band zockt ihren Set zwar musikalisch gut herunter, Mina Caputo wirkt aber zunehmend genervt. Ob man durstig sei oder schlichtweg vergessen habe, wie man tanzt, fragt sie zunächst provozierend. Dann blickt sie in den Song-Pausen nur noch schweigend durch die riesige Sonnenbrille in die feldreiche Ferne. Dennoch gibt es überraschte Blicke, als die vier Musiker 18 Minuten zu früh von der Bühne gehen und der nächste Umbau beginnt. (ir)
Die Umbauzeit nutzen wir, um zum DEVIN TOWNSEND PROJECT-Gig im vorderen Wellenbrecher-Bereich zu gelangen. Allerdings darf man das Areal nur von der rechten Seite betreten, während links der Ausgang positioniert ist. Die Regelung sorgt nicht nur für unnötige Rennerei und einigen Frust bei den Besuchern, sondern auch dafür, dass es sich vor der Bühne rechts staut, während links eine große Freifläche bleibt. Devin Townsend nimmt es mit Humor und bedankt sich für „das Freilassen des Landeplatzes für unsere Alien-Freunde“, bevor die „sexuell gehemmten Kanadier“ (O-Ton Devin) mit ´Rejoice´ in ihren Set einsteigen. Mit ´Failure´ und ´Deadhead´ beweist die Band, dass sie sowohl groovige als auch sphärische Arrangements beherrscht, bevor die Besucher eine besondere Überraschung erwartet: In der Mitte des Auftritts kommt Anneke van Giersbergen auf die Bühne und singt mit Devin zusammen die Tracks ´Supercrush´, ´Kingdom´, ´Grace´ und das abschließende ´Higher´, was für die eine oder andere Gänsehaut sorgt.
Die nächste Umbaupause reicht für ein schnelles Bier, und schon stehen MEGADETH auf der Bühne und zocken sich durch eine tighte Version von ´Hangar 18´. Während ich mir beim letztjährigen Hellfest-Gig noch sicher war, dass ein guter Teil der Vocals vom Band kam, ist heute leider (!) alles live. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich mag die eigenartige Stimme von Dave Mustaine auf Platte, live ist er mit der Doppelbelastung Gitarre und Gesang aber heute hoffnungslos überfordert und nuschelt und quäkt sich mehr schlecht als recht durch den Set. Zudem ist der Rotschopf zwischen den Songs recht mundfaul und verzichtet weitgehend auf Ansagen. So bleibt eine instrumental einwandfrei dargebotene Performance, die aber nur durch wenige Showelemente aufgepeppt wird und 13 Minuten zu früh endet. Insgesamt ein bisschen wenig für eine Big-Four-Band. (rb)
Anschließend übernehmen AMON AMARTH die Drehbühne. Vor einem überdimensionalen Wikinger-Helm, gekrönt mit Jocke Wallgrens Schlagzeug, feiern die Schweden ein Gelage mit Feuer, Nebel und kämpfenden Wikinger-Darstellern. Dazwischen macht Sänger Johan Hegg motivierte Ansagen und wird bei Songs wie ´First Kill´, ´Cry Of The Black Birds´ oder ´Deceiver Of The Gods´ mit Moshpits und Mitgrölen belohnt. Erhobene Trinkhörner gibt´s natürlich beim Getränkeumsatz-Ankurbler ´Raise Your Horns´; für ´A Dream That Cannot Be´ betritt Doro zum Duett das Bühnenschlachtfeld – bejubelt vom beachtlichen Zuschauermeer. Als Johan beim finalen ´Twilight Of The Thunder God´ auch noch einen Drachen besiegt, ist das Wikingerglück perfekt. (ir)
IN EXTREMO feiern heute ihr ganz eigenes Jubiläum: Die Mittelalter-Rocker spielen ihre tausendste Show. Schon bei ´Feuertaufe´ und ´Zigeunerskat´ gibt es reichlich Pyro-Action, die das Publikum zum Kochen bringt. Die neuen Songs wie ´Quid Pro Quo´ oder ´Störtebeker´ fügen sich nahtlos in den Klassikerset ein, der mit dem Gastauftritt von Kreator-Mille bei ´Unsichtbar´ eine besondere Überraschung parat hält. Mit einem Höhenfeuerwerk beim abschließenden ´Pikse Palve´ schickt das Septett die Massen ins Bett. (rb)

FREITAG

Um zwölf Uhr starten REVOCATION auf der T-Stage und demonstrieren, wie technischer Death Metal zu klingen hat. Dumm nur, dass durch das ständige Gitarrenstimmen der Spielfluss leidet.
Bei MEMORIAM klappt das besser, die Briten empfehlen sich als die bestmöglichen Bolt-Thrower-Gralshüter und spielen glücklicherweise mit ´Spearhead´ auch eine Nummer aus Karl Willetts´ Vergangenheit. Und wenn dieser seiner Mutter eine Nummer widmet, zeigt das, dass auch Death-Metaller ein Herz haben. Zu klären hätte Kollege Mader noch, ob Karl nicht doch ein unehelicher Sohn von Biff Byford ist. Die optische Ähnlichkeit zwischen den beiden ist ebenso frappierend wie die zwischen dem Drummer und unserem Zompf.
BATTLE BEAST mögen zwar einige belächeln, aber auf der Bühne überzeugen die Finnen immer. So auch heute, und das liegt vor allem an Frontfrau Noora Louhimo. Mit ihrer Wahnsinnsröhre, die so klingt, als ob Ann Boleyn von Hellion ihr Gesangsunterricht gegeben hätte, zählt die Hünin, die bei einer Verfilmung der Nibelungensage problemlos die Rolle der Brünhild übernehmen könnte, zu den beeindruckendsten Sängerinnen der Szene. Musikalisch gibt es Melodic-Power-Metal auf Speed, und der kommt klasse an.
Da können die nachfolgenden SONATA ARCTICA nicht ganz mithalten, unter anderem weil Frontmann Tony Kakko heute ein etwas großes Mitteilungsbedürfnis an den Tag legt und ironischerweise dabei die Nummer ´Don´t Say A Word´ im Programm hat.
Bei BETONTOD ist mitgrölen angesagt, und darauf hat das Publikum mächtig Bock. Kurzweilig zeigen die Rheinberger, wie ernstzunehmender deutscher Punkrock zu klingen hat, und bringen dabei ihr Publikum sogar zum Niederknien.
Danach lohnt ein Abstecher zur Camel-Stage, wo DOUBLE CRUSH SYNDROME beweisen, dass sie einer der heißesten Newcomer sind. „We die for Rock´n´Roll“ ist ihr Motto, und das nimmt man der Band um Andy Brings auch sofort ab. Was das Trio bietet, ist die ultimative optische und musikalische Mischung aus Glam, Metal, Rock´n´Roll und Punk.
Steht man vor der Wahl Epica oder SACRED REICH, ist klar, dass sich das Rock Hard für Letztere entscheidet. Statt neue Songs zu schreiben, feiert die Truppe um den supersympathischen Phil Rind ihre Vergangenheit. Und die steht für erstklassigen Thrash Metal, dessen Songtexte leider aktueller denn je sind (´Ignorance´, ´Independent´, ´Surf Nicaragua´, ´The American Way´). Klar, dass sich die Truppe vom orangefarbenen Mann im Weißen Haus distanziert.
CROWBAR machen dann den Fehler, ihren Set mit ´I Am The Storm´ zu eröffnen. Denn nachdem der Tag bisher bestes Wetter geboten hat, zieht nun die angekündigte Sturmfront über das Gelände, worunter besonders Eluveitie, Hatebreed und Children Of Bodom zu leiden haben.
Bei POSSESSED legt der Regen eine kurze Pause ein. Die nutzt die Truppe um den Bay-Area-Veteranen Jeff Becerra für eine Zeitreise zu den Wurzeln des Death Metal und überrascht dabei mit neuem Material. Beeindruckend, wie der Sänger im Rollstuhl – im Gegensatz zum eigentlich viel beweglicheren Rest der Band – die Show macht.
CHILDREN OF BODOM ziehen routiniert ihr verkürztes Programm durch – sobald der Regen nachlässt (vor dem Auftritt ist das vordere Infield kurzfristig geräumt worden), auch wieder vor einem größeren Publikum, das vor allem bei ´Hate Crew Deathroll´ steil geht.
KREATOR sind der perfekte Headliner, allerdings kann man ihre Show auch als zu perfekt bezeichnen. Der gigantische sakrale/dämonische Bühnenaufbau, die Pyroshow, die vielen LED-Fenster und die alberne Girlandenkanone haben wenig mit einer intensiven Thrash-Show zu tun. Gerne würde man die Essener mal wieder in einem kleinen Club ohne Schnickschnack sehen. Aber auch heute killt die Truppe natürlich, weil sie klasse Nummern und sichtlich Freude an ihrem Auftritt hat. Nach dem lustlosen Auftritt von Dave Mustaine wird es Zeit, dass Mille & Co. in die Big Four aufrücken. Überraschenderweise fehlt aber ´Flag Of Hate´. Wer nach dem Gig noch nicht durchnässt oder erfroren ist, darf hoffen, dass sein Zelt den heutigen Abend überlebt hat. (wk)

SAMSTAG

Am abschließenden Festivaltag setzen PRIMAL FEAR die ersten durchschlagenden Akzente auf der Hauptbühne und legen eine schwermetallische Vollbedienung aufs Breeze-Parkett. Die Energie des wuchtigen Sets überträgt sich schnell auf das anfangs nur spärlich gefüllte Battlefield, und ein stimmlich überragender Ralf Scheepers zementiert wiederholt seinen Status als einer der besten Metalsänger Deutschlands. Ein Knallerauftritt!
Spätestens mit der Veröffentlichung ihres aktuellen Langspielers „Moonbathers“ haben DELAIN bewiesen, dass sie problemlos mit den ganz Großen des Symphonic Metal mithalten können. Die Holländer um Front-Amazone Charlotte Wessels (in einer quietschbunten Pelzjacke) bringen vom ersten Song an mächtig Bewegung vor die Bühne und können dem beeindruckenden Epica-Auftritt vom Vortag dank Stücken wie dem harten „Moonbathers“-Eröffnungstrio ´Hands Of Gold´, ´Suckerpunch´ und ´The Glory And The Scum´ locker das Wasser reichen.
Um Punkt 17 Uhr ist das Battlefield vor der Hauptbühne bis zum Bersten gefüllt. Kein Wunder, wenn sich „Deutschlands meiste Band der Welt“ die Ehre gibt. KNORKATOR sind über die Jahre zu beachtlicher Größe herangewachsen und haben sich wahre Legionen an unfassbar textsicheren Fans erspielt. Das einstündige Irrsinnsspektakel rund um Verrenkungskünstler und Tattoo-Gollum Stumpen (nur mit einem pinken Unterhöschen bekleidet) serviert köstlichsten Dadaismus in Musikform und wird dabei von einer Berliner Frauenkapelle unterstützt. „Jubel!“, wie Stumpen sagen würde.
Die New Yorker Thrash-Veteranen OVERKILL feiern tatsächlich ihre Premiere auf dem Summer Breeze und haben sich offensichtlich vorgenommen, bei ihrem Einstand nichts anbrennen zu lassen. Kreissäge Blitz, Tieftöner D.D. & Co. schwingen sich zu absoluten Live-Speedfreaks auf und rasen durch Adrenalinkanonaden wie ´Electro-Violence´, ´Ironbound´, ´Electric Rattlesnake´ oder ´Goddamn Trouble´. Außerdem ist es jedes Mal wieder eine Wonne, wie Blitz nach den Instrumentalparts hinter den Verstärkern lauert, nach vorne sprintet und sich im Sprung das Mikro schnappt. So wird´s gemacht!
Dagegen sind DARK TRANQUILLITY eine Band, die mit ihrem atmosphärischen Melodic-Death deutlicher das Herz anspricht. Die großen Melodien und akustischen Gefühlsausbrüche der Schweden passen wie die Faust aufs Auge, während sich die Sonne langsam und farbenprächtig gen Horizont senkt und Mikael Stanne ein Bad in der Menge nimmt.
Dass HEAVEN SHALL BURN die große Bühne meisterhaft beherrschen, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Die Show, die die Thüringer Metalcore-Giganten heute auf der Hauptbühne abbrennen, übertrifft allerdings alle Erwartungen. Mit einem an ein verlassenes Atommülllager angelehnten Bühnenbild, bombastischen Lichtspielen, rotierenden Turbinen und massiven Feuersäulen visualisiert die Band ihren brachialen, eineinhalbstündigen Blastbeat-Siegeszug angemessen. Der größte Trumpf der Truppe ist zweifellos Sänger Marcus Bischoff, der nicht nur einen Waffenschein für sein unglaublich vielseitiges Killerorgan braucht, sondern auch absolut bodenständig und grundsympathisch mit der Menge kommuniziert. Am Ende gibt es bei ´Black Tears´ sogar noch einen Gastauftritt von Dan Swanö. Besser geht´s kaum!
Doch, es geht tatsächlich noch besser! Die Nu-Metal-Superstars KORN nehmen dieses Jahr nicht ohne Grund die Position des Hauptheadliners ein. Das Summer-Breeze-Publikum bäumt sich ein letztes Mal gewaltig auf und feiert wie von Sinnen ein breit aufgestelltes Hitfeuerwerk, dessen ebenso unverwüstliche wie tanzbare Hits ´Y´All Want A Single´, ´Blind´ und ´Freak On A Leash´ nur die Spitze des Eisbergs markieren. Dazu zeigt sich Frontmann Jonathan Davis angenehm gesprächig, was diese Show besonders im Vergleich zu gewissen anderen schweigsamen Abendprotagonisten der Vortage zusätzlich aufwertet. Korn läuten schließlich sowohl das Ende dieses unbändig starken letzten Tages als auch des Jubiläumsfestivals mit einem großen Feuerwerk ein, das noch lange in die Nacht hinaus schallt. Arrivederci, Summer Breeze, es war uns wie immer eine Freude! (sb)

Die sommerliche Brise und die eine oder andere Portion Dinkelsbühler Käsespätzle genossen: Ronny Bittner (rb), Maximilian Blom (mbl), Simon Bauer (sb), Wolfram Küper (wk), Dani Lipka und Isabell Raddatz (ir).

(Fotocredits: Summer Breeze)

Bands:
DESTRUCTION
KORN
MEMORIAM
BETONTOD
POWERWOLF
DEVIN TOWNSEND PROJECT
DARK TRANQUILLITY
DOUBLE CRUSH SYNDROME
AMON AMARTH
SONATA ARCTICA
BATTLE BEAST
MEGADETH
OBITUARY
IN EXTREMO
HEAVEN SHALL BURN
CHILDREN OF BODOM
KREATOR
SACRED REICH
Autor:
Wolfram Küper
Maximilian Blom
Simon Bauer
Isabell Raddatz
Ronny Bittner

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.