Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 25.05.2021, 15:00

EMPEROR - A Night Of Emperial Wrath - Notodden Teater, Notodden

Die skandinavischen Black-Metal-Urgesteine von EMPEROR entscheiden sich ebenfalls für ein Live-Stream-Konzert, welches sich aber durch eine Tatsache deutlich von den Shows anderer Bands der letzten Monate unterscheidet: Beim Konzert ist auch eine gewisse Anzahl an Zuschauern anwesend, da dies in Norwegen aktuell erlaubt ist.

Schon im Vorfeld kündigen die Schwarzmetaller eine ganz besondere Show mit alten Mitgliedern und besonderem Song-Material an. Los geht es mit 'In The Worldless Chamber', das vom letzten Geniestreich "Prometheus" von 2001 stammt. Gewohnt gut eingespielt präsentieren sich die drei Mitglieder Ihsahn, Samoth und Trym, welche von Live-Bassist Secthdemon und dem Shining-Mastermind Jørgen Munkeby am Keyboard unterstützt werden. Als nächstes folgen Hits des Überalbums "Anthems To The Welkin At Dusk", bei denen man deutlich erkennen kann, dass Ihsahns Stimme durch die Arbeit an seinem gleichnamigen Soloprojekt merklich an Fülle und Klang gewonnen hat. Durch den zwischenzeitlichen Applaus wirkt diese Veranstaltung am Bildschirm nicht ganz so steril wie manch andere Shows, die man von daheim bewundern durfte. Es kommt gar eine gewisse Art von mitreißender Begeisterung auf, da die Band mit dem Publikum von Zeit zu Zeit auch interagiert. Zwar scheinen die Leute nur auf Sitzplätzen zu hocken und nicht direkt vor der Bühne zu stehen, aber kleine Zwischenrufe und der Beifall machen schon eine Menge aus.

Für den Wechsel der Besetzung wird ein Video eingespielt, bei dem 'Ave Satani' aus dem Film "Das Omen" zu hören ist. Anschließend geht es weiter mit Mortiis am Bass, welcher schon 1992 die Formation verließ, um seinem Solo-Projekt nachzugehen, sowie Faust am Schlagzeug, der zwar 1994 ausstieg, jedoch auch zwischendurch immer mal wieder bei Jubiläumsshows hinter dem Drum-Kit saß. In dieser Besetzung spielt die Truppe 'Call From The Grave', eine Bathory-Coverversion, und man kann den Jungs den Spaß nicht nur anmerken, sondern es huscht auch das ein oder andere Lächeln über die Gesichter der Musiker. Das folgende 'Wrath Of The Tyrant' ist dann für EMPEROR-Fans der ersten Stunde ein Genuss ohne Gleichen. Dass Mortiis anschließend die Bühne schon wieder verlässt, ist allerdings etwas enttäuschend, wohingegen Faust zu späterer Zeit im Set noch einmal wiederkehrt. Mit Hymnen wie 'Curse You All Men' und 'The Majesty Of The Nightsky' treten die Norweger nochmal richtig auf's Gas und vor allem Schlagzeuger Trym, der bei diesen Songs wieder zurück ist, muss man attestieren, dass er trotz der mangelnden Konzerte in letzter Zeit einer der besten Extrem-Metal-Drummer der Welt ist. Großer Sport!

Zum Schluss des Konzertes gibt es wie gewohnt die vermeintlichen Hits der Truppe: 'I Am The Black Wizards' und 'Inno A Satana'. Sogar zu einer Zugabe lassen sich die Burschen hinreißen: 'Ye Entrancemperium ' bildet den Abschluss der Show und da Ihsahns Stimme mittlerweile ihre Belastungsgrenze erreicht hat, ist das auch gut so.

In insgesamt 75 Minuten können die Veteranen durchaus begeistern und zeigen einmal mehr, dass sie aus der Black-Metal-Welt, auch 20 Jahre nach ihrer letzten Album-Veröffentlichung, immer noch nicht wegzudenken sind. Wenn sie sich doch nur noch für eine weitere Platte zusammenfinden könnten. Einziger Faktor der enttäuschte: Mortiis dürfte wohl länger für sein Make-up gebraucht haben, als er auf der Bühne stand. Durch die Werbung im Vorfeld wurde da eine größere Erwartungshaltung aufgebaut, als nur die Darbietung eines EMPEROR-Songs und einer Cover-Version.

Das Konzert kann noch bis zum 26. Mai abgerufen werden. Tickets gibt es hier: https://munin.live/x-event/emperial_wrath/

EMPEROR-Setlist:

In The Wordless Chamber
Thus Spake The Nightspirit
The Loss And Curse Of Reverence
The Acclamation Of Bonds
With Strength I Burn
Call From the Grave
Wrath Of The Tyrant
Curse You All Men!
The Majesty Of The Nightsky
I Am The Black Wizards
Inno A Satana
+++
Ye Entrancemperium

Bands:
EMPEROR
Autor:
Stefan Hackländer

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