Interview

Interview 18.07.2019, 11:13

GOBLINS BLADE - Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 08/19

Mit „Awakening“ von GOBLINS BLADE haben wir diesen Monat wieder ein Debüt-Release auf den „Tipp des Monats“-Thron gehoben. Angeführt wird das Quartett von Jörg M. Knittel, den Teutonenstahl-Aficionados als ehemaligen Gitarristen von Sacred Steel kennen könnten. Im Interview ist diese Vergangenheit genauso Thema wie Wunschbesetzungen und ein druckfrischer Plattendeal.


Jörg, du hast lange bei Sacred Steel gespielt, dich aber in den letzten Jahren eher anderen Genres gewidmet. Wieso hat es so lange gedauert, bis du wieder Ideen für Power-Metal-Songs hattest?

»In den knapp zehn Jahren, in denen ich bei Sacred Steel war, ist viel passiert. Wir haben in der Zeit fünf Studioalben und eine Live-DVD aufgenommen sowie drei Europatouren und viele Einzel-Gigs gespielt. Dabei war ich einer der Hauptsongwriter und habe das Management gemacht. Als es dann an die Arbeit zur nächsten Platte ging, habe ich gemerkt, dass der Akku einfach leer war und ich mich zum Songwriting „zwingen“ musste, weil mir einfach die Inspiration fehlte. Daraufhin bin ich dann schweren Herzens ausgestiegen. Damals hatte ich bereits meine anderen beiden Bands (die Doomer Dawn Of Winter und die Death-Metal-Kapelle My Darkest Hate, mbl), mit denen ich dann weitergemacht habe. Damit habe ich zwar auch Alben veröffentlicht, aber eben nicht alle ein bis zwei Jahre, sondern eher alle fünf.

Natürlich habe ich währenddessen weiterhin Power Metal gehört, weil ich diese Musik einfach liebe, und habe in den letzten Jahren wieder angefangen, Riffs in diese Richtung zu schreiben, die aber natürlich nicht zu den anderen Bands passen. Aus diesen Ideen habe ich dann drei Songs gebastelt, die einfach zu schade für die Tonne waren. Da habe ich mich auf die Suche nach Mitmusikern gemacht. Die Jungs kenne ich alle schon recht lange, Florian (Reimann, v., mbl) hat mit seiner alten Band Destillery damals bei Sacred Steel im Vorprogramm gespielt. Seitdem waren wir lose in Kontakt und als ich ihm von GOBLINS BLADE erzählt habe, war er sofort Feuer und Flamme. Unser Basser Robert Palacios spielt mit mir bei My Darkest Hate, ist aber auch ein großer Fan von klassischem Metal und unser Drummer Claudio Sisto kommt auch aus dem Dunstkreis und hat auch mal dort ausgeholfen, aber auch mal bei Mystic Prophecy gespielt. Das war meine Wunschbesetzung, und ich freue mich sehr, dass es geklappt hat.«

Bei eurer Besetzung ist mir aufgefallen, dass ihr mit nur einer Gitarre arbeitet, was im Power Metal eher unüblich ist.

»Bis jetzt gab es einfach noch nicht die Notwendigkeit für einen zweiten Gitarristen, aber ich mache mir darüber natürlich Gedanken. Für eventuelle Livegigs – wir haben bis jetzt noch nicht live gespielt, aber das ist auf jeden Fall geplant – würde ich schon gerne eine zweite Gitarre dabei haben, und vielleicht werden wir in dem Zug auch einen zweiten Gitarristen in die feste Besetzung aufnehmen. Aber da schauen wir mal, was sich da so ergibt.«

Was sich auf jeden Fall mit der EP ergeben hat, ist ein Plattendeal mit Massacre Records und eine geplante Albumaufnahme Ende des Jahres. Wie ist da der Stand der Dinge?

»Beim Songwriting kommen wir gut voran und haben bereits sechs der geplanten neun bis zehn Songs so gut wie fertig. Der Plan ist, dass wir in zwei oder drei Monaten mit den Aufnahmen beginnen und wenn alles gut läuft, wird Anfang kommenden Jahres das Album herauskommen. Ich bin geplättet, wie schnell das alles geht! Ich dachte, wir nehmen diese EP auf und lassen davon erstmal hundert Stück pressen, dann haben wir welche. Nachdem ich das dann zusammen mit einer Hörprobe auf Facebook gepostet habe, waren sechs Tage später die EPs vergriffen! Die CDs habe ich durch halb Europa geschickt, einfach unglaublich! Jedenfalls hat sich daraufhin die erste Plattenfirma bei uns gemeldet und auch ich habe einige angefragt. Alle hatten Interesse, und letztendlich haben wir uns für Massacre entschieden, weil ich einige der Jungs dort schon ewig kenne und sie einfach das beste Komplettangebot gemacht haben, sogar inklusive Videodreh!«

Werdet ihr die „Awakening“-EP denn nochmal über das Label wiederveröffentlichen?

»Nein, auf keinen Fall. Die EP soll in dieser Form mit der Handnummerierung und Limitierung einzigartig bleiben. Nichtsdestotrotz werden ein oder zwei Songs davon auf unserem Album landen, da ist 'Final Fall' beispielsweise schon fest eingeplant. Die werden aber nochmal neu aufgenommen, das heißt in anderen Versionen auf das Album kommen. Mir ist es wichtig, die Exklusivität dieser Veröffentlichung zu erhalten, deswegen wird auch mindestens ein Song nur auf der EP zu finden sein.«

In den letzten zwanzig Jahren hast du einige Bands gegründet. Wie hat sich das verändert, dieser Anfang mit einer neuen Truppe?

»Die Gründung einer Band selbst hat sich fast gar nicht verändert. Ich spüre jedes Mal ein Prickeln und bin richtig geil darauf, die neuen Songs zu spielen. Ich sitze aktuell jeden Abend in meinem Keller und schraube an neuen Liedern herum. Dieses Feuer ist ganz wichtig, vor allem ganz am Anfang, wenn man den eigenen Bandsound kreiert und auch zu einem gewissen Grad entdeckt. Die Kunst ist es, sich dieses Feuer über die Jahre zu erhalten. Bei Sacred Steel beispielsweise ging das für meinen Geschmack damals alles zu schnell, und da ist bei mir das Feuer leider irgendwann erloschen. Was hingegen ganz anders ist, sind die technischen Möglichkeiten. Früher dauerte es länger, bis man sich per Tapes und Liveshows einen Namen gemacht hatte. Das Internet ist dahingehend ein richtiger Segen für uns! Natürlich gehen durch Streaming-Angebote die reinen CD-Verkäufe eher in den Keller und ich kenne einige Kollegen, die früher von der Musik gelebt haben, dass aber jetzt nicht mehr können. Für die Verbreitung unserer Musik ist das aber eher ein Vorteil, wie der schnelle Verkauf der EP gezeigt hat. Wobei ich privat old school bin und mir lieber noch physische Tonträger kaufe (lacht).«

www.facebook.com/goblinsblade

Bands:
GOBLINS BLADE
Autor:
Maximilian Blom

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