Vorwort

Vorwort 21.10.2020, 08:00

KARAMBA, CORONA, EIN WHISKY!

Geschafft - nur noch 99 Hefte bis zur Nummer 500. Im Ernst: Man muss natürlich nicht schwarzmalen, und es nützt ja alles nichts, aber auch die Arbeit an Rock Hard 401 (die meisten Mitarbeiter nach wie vor im Homeoffice) hat erneut gezeigt, dass bei allem Bemühen um „Normalität“ fast nichts mehr ist, wie es mal war. Corona mit seinen wieder steigenden Fallzahlen hat auch die Metalszene nach wie vor fest im Griff, die - immerhin - beiden Berichte auf unserer „Alibi-Liveseite“ lesen sich zumindest in meinen Augen eher ernüchternd als Mut machend, nachhaltige nennenswerte Änderungen zumindest im Veranstaltungssektor sind selbst mittelfristig momentan kaum vorstellbar.

Gelebte Heavy-Metal-Kerninhalte wie Zusammenhalt und Gemeinschaft taugen zurzeit vielleicht noch zu sozialen (virtuellen) Experimenten mit ungewissem Ausgang, aber nicht mehr profan als Ausgleich zum gesellschaftlichen „Funktionieren“: Was bleibt am Ende, wenn mir mein Gegenüber sein Bier beim Freudenschrei nicht mehr aus Versehen ins Gesicht spuckt? Wenn die Köpfe beim Bangen nicht mehr zusammenstoßen, bis es raucht? Wenn mir mein Nebenmann an der Theke nicht mehr erzählt, wie geil die neue Hittman ist, weil es eben keinen „Nebenmann“ mehr gibt? Was ist eigentlich die Essenz, das Herz von Rock´n´Roll? Ich kann all diese Fragen nicht beantworten. Aber ich denke, es wird Zeit, sie zu stellen. Corona ist keine Fußball-WM und kein neuer Papst, und Corona ist auch keine neue „Finanz-“ oder „Flüchtlingskrise“, so herausfordernd sich Letztere auch präsentierten und präsentieren; Corona verändert gerade das, was wir sind - auch im Heavy Metal und hier vielleicht noch mehr als in der bereits vorher deutlich „individualisierteren“ Gesamtgesellschaft.

Dass der Titel unserer November-Ausgabe ausgerechnet von Motörhead geziert wird, ist dennoch eher einem Jubiläum als dem Lebensentwurf Lemmys geschuldet: Vor genau 40 Jahren erschien mit „Ace Of Spades“ vielleicht nicht das beste (hier gehen die Meinungen auseinander...), aber sicherlich das wichtigste Album der Band. Unser Berliner Super-Duo Jan Jaedike und Matthias Mader begab sich auf Spurensuche und förderte jede Menge exklusives Lesematerial zutage, das selbst Die-hards noch überraschen sollte. Eine Story, die der Relevanz dieses 1980er Meilensteins hoffentlich gerecht wird.

Viel Spaß mit Rock Hard 401!

PS: Da wir im Grunde jedes neue Heft einzeln kalkulieren, um den zu errichtenden Obolus sowohl für Euch, die Leser, als auch für uns, den Verlag, fair zu gestalten, und deshalb schon länger nicht mehr mit einem Einheitspreis arbeiten, wollen wir an dieser Stelle nun etwas mehr Transparenz schaffen und gleichzeitig „offiziell“ eine kleine Erhöhung verkünden: Hefte ohne Beilage kosten im Handel ab sofort 6,90 €, Hefte mit „normaler“ Beilage (also z.B. einer „Lauschangriff“-CD) 7,90 € und Hefte mit „Luxus-Beilage“ (z.B. einer extralangen CD in Digi-Verpackung) 8,90 €. Im Vergleich zu Teilen der „Konkurrenz“, auch aus anderen Segmenten, ist das nach wie vor sehr zurückhaltend, und wir hoffen, Ihr geht diesen Weg weiter mit. Am günstigsten ist im Übrigen sowieso ein Abo - das könnt Ihr bis Ende des Jahres sogar noch zum alten Kurs abschließen!

Autor:
Boris Kaiser

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