Festivals & Live Reviews


Pic: Stefan Hackländer

Festivals & Live Reviews 30.06.2022, 14:34

LONG DISTANCE CALLING - Bochum, Christuskirche

Im Oktober 2019 kündigten LONG DISTANCE CALLING zum ersten Mal ihre „Seats & Sounds“-Tournee für September 2020 an, welche anschließend auf den März 2021 verschoben werden musste, danach auf den November 2021 und nun letztendlich im Mai 2022 stattfinden konnte. Lest hier unser Live-Review aus der Christuskirche in Bochum.

Wir finden uns eine halbe Stunde vor Konzertbeginn an der Christuskirche in Bochum ein, welche für ihren angenehmen Sound bekannt ist. Die Schlange der Besucher ist lang und das Konzert beinahe ausverkauft, denn schließlich hat nicht nur die Band, sondern auch das Publikum mehrere Jahre auf diesen Termin gewartet.

Pünktlich zum Start lassen wir uns in den vorderen Reihen der Christuskirche nieder und LONG DISTANCE CALLING starten sofort mit 'Curiosity Pt. 1' und 'Curiosity Pt. 2', den beiden Eröffnungsstücken ihres aktuellen Albums „How Do We Want To Live?“, in den Abend. Was sofort auffällt, ist der äußerst druckvolle Sound, der vor allem beim Schlagzeug deutlich zu hören ist. Unterstützt werden die vier Jungs dabei von drei großen Flatscreen-Bildschirmen, die stets zu den Songs passendes Bildmaterial einstreuen und somit immer für eine stimmige Atmosphäre sorgen. Nach 'Hazard', 'In The Clouds' und 'Sundown Highway' geht es dann mit dem grandiosen 'Voices' weiter, welches ebenfalls von der aktuellen Langrille stammt, bevor es dann zum vermeintlichen Publikumsliebling 'Black Paper Planes' kommt. Das Zusammenspiel der Band hat aufgrund der fehlenden Live-Auftritte jedenfalls nicht gelitten und die Wartezeit der Zuschauer wird durch eine ziemlich tighte Performance belohnt. Da draußen schon hohe Temperaturen herrschen, heizt sich auch die ansonsten kühle Christuskirche auf, was allerdings auch damit zu tun hat, dass aufgrund der immer noch angespannten Pandemie-Situation ein paar Türen zum Lüften geöffnet bleiben. Nach neun Songs gibt es dann eine kleine Pause, bevor die Truppe mit 'Into The Black Wide Open' zum zweiten Teil des Sets läutet. Wir bleiben nach der Pause hinter dem sitzenden Publikum stehen und können bewundern, wie nicht nur die Band, sondern auch die Zuschauer deutliche Freude am Abend haben und welche Energie sich nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne entlädt, so dass nach weitere Hits wie 'Apparations' und 'Ashes' die Zugabe 'Metulsky Curse Revisited' die Besucher von den Stühlen reißt und nun eigentlich niemand mehr sitzt. Long Distance Calling haben einmal mehr durch Spielfreude, einen ausgetüftelten Sound und eine fein selektierte Setlist ihren Fans einen fantastischen Abend bereitet, der vor allem beim letzten Song seine ganze Magie in Sound, Licht und Atmosphäre versprüht.

Grund genug um kurz bei Bassist Jan Hoffmann nachzufragen, wie sich dies angefühlt hat: »Ich sag dir, das war jetzt der vierte Anlauf. Wir waren total zufrieden und ich hatte super Angst, dass es aus irgendeinem Grund wieder nicht klappt. Ich bin unglaublich erleichtert, dass es jetzt endlich funktioniert hat, natürlich macht das Spielen dann fast noch mehr Spaß als sonst, weil man irgendwann realisiert, dass wir nun wirklich auftreten können und auch Leute am Start sind. Das war heute wirklich sehr emotional!«

Sehen wir auch so!

SETLIST LONG DISTANCE CALLING

Curiosity, Pt. 1
Curiosity, Pt. 2
Hazard
In The Clouds
Sundown Highway
Voices
Black Paper Planes
Immunity
Sharing Thoughts
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Into The Black Wide Open
Out There
The Very Last Day
Apparitions
Ashes
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Metulsky Curse Revisited

Bands:
LONG DISTANCE CALLING
Autor:
Stefan Hackländer

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