Vorwort

Vorwort 23.03.2016

TURBONEGRO - Mehr Motörhead!

Beim Schreiben dieser Zeilen sind seit Lemmy Kilmisters Tod mehr als zwei Monate vergangen, fast drei, wenn Ihr das Heft in den Händen haltet, und es fühlt sich tatsächlich immer noch komisch an - eine Konstante weniger in einer Welt, die Konstanten nötiger hat denn je.

Dass Ihr ähnlich empfindet, zeigen die nach wie vor eintrudelnden Resonanzen auf unser Februar-Heft, in dem wir ausführlich Abschied vom Motörhead-Frontmann genommen haben, aus denen vor allem der Tenor herauszulesen ist, bloß das Andenken an Lem aufrechtzuerhalten. Ehrlich gesagt tue ich mich immer schwer damit, wenn Medien - egal, in welchem Bereich - das Leben von Toten posthum „ausschlachten", und ich war mir im ersten Moment nicht sicher, ob wir Lemmy in dieser Ausgabe „schon wieder" zum Thema machen sollten. Andererseits war der bereits zu Lebzeiten legendäre Basser und Sänger IMMER gern gesehener Gast im Rock Hard, mit kaum einem anderen Musiker haben wir mehr Seiten gefüllt - und das stets mit riesiger Freude. Dazu kommt, dass unser Mitarbeiter Jan Jaedike weltweit wohl einer der Journalisten war, denen Lemmy den größten Respekt entgegengebracht hat, unzählige tief gehende Interviews und Storys zeugen davon. Insofern bin ich ziemlich schnell zu dem Schluss gekommen, dass es eigentlich gar nicht genug Motörhead geben kann, vor allem nicht im Rock Hard - und dass man Lemmy weiterhin Respekt erweisen MUSS, indem man sein Schaffen im Fokus behält. Voraussichtlich bereits im nächsten Heft präsentieren wir Euch somit also ein ausführliches Gespräch mit Motörheads ehemaligem Gitarristen „Fast" Eddie Clarke, und in dieser Ausgabe kommt Lemmys Manager Todd Singerman zu Wort, ein Mann, der in einem Vierteljahrhundert Motörhead alles erlebt hat und so nahe am whiskeytrinkenden Raubein mit Herz war wie kaum ein anderer. Seine Geschichten lassen einen lachen, und sie rühren einen zu Tränen.

Zum Weinen ist das Billing des diesjährigen Rock Hard Festival, das wie gewohnt an Pfingsten im Gelsenkirchener Amphitheater - im wahrsten Sinne des Wortes - über die Bühne geht, in Euren Augen hoffentlich nicht, sondern eher zum Freuen. Ich kann Euch jedenfalls versichern, dass wir einmal mehr mit vollem Einsatz daran gearbeitet haben, ein Package zusammenzustellen, in dem sich verdiente Recken genauso finden wie „Frischfutter" - und bei dem vor allem eines zählt: Qualität und Klasse unabhängig vom musikalischen Stil. Insofern sind wir schon ein bisschen stolz auf unsere letzten Neuverpflichtungen, fünf Bands, die es in sich haben, neben den in ihren Bereichen herausragenden Satan (New Wave Of British Heavy Metal), Orden Ogan (German Metal) und Discreation (Death Metal) auch zwei echte Legenden, nämlich die US-Metal-Schwergewichte Metal Church sowie die unnachahmlichen Punk´n´Roll-Rabauken Turbonegro aus Norwegen, die den Ruhrpott am Samstagabend ohne jeden Zweifel mächtig beben lassen werden.

Feiert das Leben, solange es geht!

Pic: Raymond Mosken

Bands:
TURBONEGRO
Autor:
Boris Kaiser

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