Crossfire

Crossfire 21.09.2011

PORTRAIT , STORMWARRIOR - MIT RICHARD LAGERGREN UND CHRISTIAN LINDELL (PORTRAIT) UND LARS RAMCKE UND ALEX GUTH (STORMWARRIOR)

Die Zeiten, als man Manowar als True Metal bezeichnen konnte, sind lange vorbei. Heute sind es Bands wie Stormwarrior oder Portrait, die den wahren Spirit fortführen. Da liegt es nahe, je zwei Bandmitglieder einem Gesinnungstest zu unterziehen.

IN SOLITUDE - Serpents Are Rising

Richard (nach zwei Sekunden): »Klar, das sind In Solitude. Toller Song und tolle Jungs mit dem richtigen Spirit. Man merkt den starken Einfluss von Heavy Load. Eine Nummer mit einem klasse Chorus.«

Lars: »Können das Portrait sein? Nein? Dann sind es In Solitude. Eventuell klappt es, dass wir gemeinsam auf Tour gehen. Das würde mir gefallen.«

AMON AMARTH - Victorious March

Richard: »Amon Amarth! Das ist aber nicht die Musik, die ich eigentlich höre. Die geben mir nichts.«

Christian: »Ganz schlimm, das ganze Wikingerimage wirkt total aufgesetzt.«

Alex: »Amon Amarth. Während sich Lars um den alten Viking Metal kümmert, bin ich mehr auf die neueren Sachen fixiert. Zwar wiederholt sich die Band mittlerweile, aber sie ist absolut authentisch. „Mächtig" ist das passende Wort für die Truppe.«

Lars: »Nicht ganz mein Ding. Viking Metal war früher authentischer.«

MERCYFUL FATE - The Old Oak

Richard (nach einer Sekunde): »Eine Nummer vom „In The Shadows"-Album: ´The Old Oak´. Ein fantastischer Song von einem fantastischen Album einer der unterbewertetsten Bands überhaupt. Komplexe Arrangements, tolle Melodien und bei der Platte auch weniger lyrische Ausrichtung auf Satan. Mercyful Fate sind im Gegensatz zu King Diamond mehr von den Siebzigern beeinflusst. Leider habe ich Mercyful Fate nie auf der Bühne gesehen.«

Alex: »Da singt King Diamond. Dann sind es wohl Mercyful Fate. Ein Thema, das bei uns in der Band vermieden werden sollte. Unser Basser war ja in deren Vorläuferband und sang da auch.«

Lars: »Stimmt, da haben wir Sprechverbot, auch wenn Yenz einiges erzählen könnte.«

BATHORY - Father To Son

Richard: »Bathory sind vielleicht meine absolute Lieblingsband. Ich mag alles von ihnen, sowohl die Black-Metal-Sachen als auch das epische Material. Schließt man bei der Nummer die Augen, fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Ganz große Klasse ist auch das Video zu ´One Rode To Asa Bay´.«

Christian: »Ohne Frage die beste Band, die je aus Schweden kam. Man kann die Magie des Songs kaum in Worte fassen. Eine Nummer wie diese konnte Quorthon leider nicht toppen.«

Lars (sofort): »Bathory. Sie sind die ewigen Könige des Genres und meine ewigen Favoriten.«

TANKARD - Chemical Invasion

Richard: »Tankard! Coole Nummer, coole Band. Ich erinnere mich daran, wie ich noch in der Schule war und das erste Mal das Cover von „Disco Destroyer" sah. Ich war total begeistert vom Coverkonzept. Gerre hat auf einer „Sweden Rock Cruise" mal einem Securitymann ins Gesicht gefurzt. Der arme Kerl war danach sicherlich arbeitsunfähig.«

Christian: »Bands, die viel trinken, sind mir prinzipiell sympathisch. Coole Nummer. Im Kochbuch „Hellbent For Cooking" ist die Tankard-Pizza mein Favorit.«

Lars: »Tankards „Chemical Invasion". Die habe ich noch als Platte, wie eigentlich alle alten Noise-Veröffentlichungen. Wir spielten mal auf einem Festival in Schweden mit Tankard. Es war beeindruckend, welche Biervorräte sie auf dem Tisch gestapelt und dann vernichtet haben.«

MANOWAR - Die With Honor

Richard: »Eine gute Nummer. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die heute über Manowar lachen, und mag auch die neueren Sachen. Sie ziehen ihr Ding konsequent durch.«

Christian: »Die ersten Alben haben einen ganz besonderen Charme. Heute sind sie irgendwie Realsatire.«

Lars (sofort): »Manowar! Was Neueres, aber die Nummer erkenne ich nicht. Manowar sind irgendwie zu vorhersehbar und clean geworden. Mit den alten Scheiben bin ich aufgewachsen. Am besten ist immer noch „Sign Of The Hammer" wegen der Atmosphäre und des Abwechslungsreichtums. Unverzeihlich ist aber, dass sie eine Kirchenorgel zu Viking-Lyrics eingesetzt haben. Man merkt schon, dass sie sich mit der Materie nicht so richtig auskennen.«

MOONSORROW - Kylän Päässä

Richard: »Dimmu Borgir? Keine Ahnung. Der Sound ist schwach, und die Nummer begeistert mich nicht. Aha, Moonsorrow. Thomas Väänänen vom Sweden Rock Magazine hat bei ihnen mal fürchterliche Gastvocals eingesungen. Mein Metal muss rau, scharf und episch sein. So geht das gar nicht!«

Christian: »Das klingt wie Pussies. Ich habe prinzipiell nichts gegen Keyboards, aber hier ist das zu kindisch.«

Alex: »Der Gesang klingt finnisch, oder? Interessante Chöre mit alten Viking-Metal-Elementen.«

Lars: »Für meinen Geschmack etwas zu wenig Schmackes. Da fehlt der Druck.«

PRIMORDIAL - Empire Falls

Richard: »Primordial mit Alan an den Vocals. Auch wenn es nicht ganz mein Stil ist, muss man die Truppe respektieren.«

Christian: »Alan spielt eine große Rolle in unserer Karriere. Vor zwei Jahren hat er uns beim Hells Pleasure Festival gesehen und Metal Blade empfohlen, obwohl er das erste Album nicht mochte. Vor allem mit dem Gesang war er nicht zufrieden.«

Alex: »Die Kombination von Snare und Gesang lässt mich auf Primordial schließen.«

STORMWARRIOR - Heathen Warrior

Richard: »Klingt absolut deutsch. Kann eine ältere oder neuere Band sein, irgendwo zwischen Running Wild und Helloween. Ah, das sind Stormwarrior. Ihr Bassist war mal der Sänger bei Brats, der Band, aus der Mercyful Fate hervorgingen. Insofern hat die Truppe einen Sympathiebonus bei uns. Ich bevorzuge aber doch eher seine alte Band und wundere mich, wie er bei einer deutschen Gruppe gelandet ist.«

Christian: »Ich war nie ein Freund des deutschen Achtziger-Metal. Das ist mir alles zu cheesy. Die Truppe hat zumindest den Achtziger-Spirit eingefangen, aber es fehlt das Besondere.«

PORTRAIT - Beast Of Fire

Lars: »Der Anfang hat was von Helloweens ´Phantoms Of Death´. Es sind aber Portrait, oder? Coole Truppe. Ich mag es immer, wenn Musiker auch Kutte tragen. Beim Bang Your Head haben sie mir sehr gut gefallen.«

Alex: »Seltsam, dass sie dort backstage deutsche Volkslieder gesungen haben. Wir haben dann mit schwedischen Trinkliedern gekontert, die wir mal für die „Northern Rage"-Bonus-CD eingespielt haben.«

Bands:
STORMWARRIOR
PORTRAIT
Autor:
Wolfram Küper

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