My Hometown


Foto: Sebastian Konopka

My Hometown 08.10.2020, 08:00

BONDED - My Hometown: Dortmund mit Bernd „Bernemann” Kost

Auch wenn der ehemalige Sodom-Klampfer Bernd Kost alias Bernemann Essen als „Metal-Hauptstadt des Ruhrgebiets“ bezeichnet, ist der gebürtige Dortmunder überzeugter Lokalpatriot. Zumal die größte Stadt zwischen Rhein und Ruhr dem Rest des Potts in puncto Fußball (BVB), Brauereien (u.a. Kronen, DAB, Hansa) Labels (Century Media) und Heavy-Metal-Magazine (ähem, Rock Hard) locker eine lange Nase dreht.

Bernemann, wo wurdest du geboren, und wo wohnst du mittlerweile?

»Ich wurde in den Städtischen Kliniken in Dortmund Mitte geboren und bin in der Nordstadt – die zählt auch zu Dortmund Mitte – aufgewachsen. Dort bin ich zur Schule gegangen, war im Fußballverein, habe Gitarre spielen gelernt usw. Mittlerweile wohne ich in Holzwickede, einen Steinwurf vom Dortmunder Flughafen entfernt. Das zählt nicht mehr zu Dortmund, sondern gehört schon zum Kreis Unna.«

Wo habt ihr euch als Kids die Zeit vertrieben?

»Als ich klein war, habe ich in einer Sackgasse gewohnt. Sobald ich von der Schule nach Hause gekommen bin, ist der Ranzen in die Ecke geflogen, und dann bin ich sofort runter zum Pöhlen. Als wir dann etwas älter waren, haben wir uns immer in der Kirchengemeinde getroffen.«

Hast du Lieblingskneipen in Dortmund?

»Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, gehe ich sehr gerne ins BlackEnd. Das ist der einzige richtige Metal-Laden, den wir in Dortmund noch haben. Und wenn das BlackEnd zu hat, gibt es genau gegenüber das Pfefferkorn. Da kann man auch ganz gut was essen.«

Wo gehst du noch gerne was essen? An Gastwirtschaften und Restaurants besteht in Dortmund ja kein Mangel.

»Ja, ich habe das Gefühl, dass ich schon alle ausprobiert habe (lacht). Ich bin sehr oft mit meiner Frau, mit meinem Sohn und auch mit Freunden unterwegs. Es gibt zum Beispiel im Kreuzviertel einen ganz gemütlichen Italiener namens Zucchero. Oder wir gehen in einen kleinen Rhuanthai-Imbiss auf der Rheinischen Straße in der Nähe vom FZW. Auf der Straße ist auch ein Tamile, wo wir öfter sind.«

Wo habt ihr euren Proberaum – in Dortmund?

»Klar! Der ist auch in Dortmund Mitte. In den Achtzigern gab es in der Stadt mal einen Riesenprobetempel im CEAG-Gebäude, in dem quasi alle Dortmunder Bands geprobt haben. Der wurde irgendwann zugemacht, und dann hat die Stadt mit dem MUK (Musik- & Kulturzentrum Dortmund - buf) einen Ersatz geschaffen. Dort proben wir jetzt.«

Stichwort Konzerte: Hast du einen Lieblingsclub in Dortmund bzw. im ganzen Ruhrpott?

»Mein erstes großes Konzert habe ich natürlich in der Westfalenhalle gesehen, auch wenn das kein Club ist. Dort würde ich auch gerne mal auf einem Festival oder so spielen. An Clubs haben wir in Dortmund z.B. das FZW. Früher – das FZW ist vor einigen Jahren umgezogen – habe ich da sehr oft gespielt. Auch schon vor meiner Zeit bei Sodom. Das FZW ist ein sehr cooler Laden, auch wenn ich seit dem Standortwechsel dort noch nicht aufgetreten bin. Ansonsten ist Essen mit dem Turock, der Zeche Carl, dem Panic Room (heißt inzwischen Don´t Panic - buf) und dem Nord die Nummer eins, also die Metal-Hauptstadt des Ruhrpotts. Oder auch Bochum mit der Zeche und der Matrix.«

Hast du einen Lieblingsplattenladen?

»Ich gehe immer zu Idiots Records, also zum Hannes (Idiots-Sänger und Besitzer des Shops - buf). Der Laden ist um die Ecke vom BlackEnd, und nebenan ist das Cafe Banane. Auch die Restaurants, die ich dir genannt habe, also der Thai und der Tamile, sind alle auf der Rheinischen Straße. Ich gehe sehr gerne zum Hannes, wenn ich was suche. Er ist ein guter Freund von mir. Außerdem kriegt man dort immer ein Bierchen.«

Mit welchen Bands aus Dortmund bzw. dem Ruhrgebiet seid ihr befreundet?

»Ich habe natürlich immer noch Kontakt zu den Leuten von Angel Dust, auch wenn ich die jetzt eine Zeit lang nicht gesehen habe. Mit Waldemar Sorychta (Produzent und Musiker von u.a. Despair, Grip Inc., Voodoocult, Enemy Of The Sun - buf) teilen wir uns den Proberaum. Den sehe ich also regelmäßig. Der Duke, der früher bei Liar gesungen hat, ist Wirt im Cafe Banane. Dort habe ich ihn neulich auch getroffen. Ansonsten gibt es kaum einen Musiker im Pott, den ich nicht kenne. Und mit Speesy (Christian Giesler, langjähriger Bassist von Kreator - buf) bin ich ganz dicke. Wir telefonieren einmal die Woche miteinander und freuen uns immer, wenn wir uns sehen. Wenn du die einschlägigen Läden besuchst, triffst du eigentlich immer Leute, die du kennst. Z.B. im BlackEnd den Matthias von Exumer, weil seine Frau die Wirtin ist.«

Unsere Redaktion befindet sich ja auch in Dortmund. Wie oft hast du uns schon das Bier weggesoffen?

»Schon häufiger (lacht). Aber meistens habe ich mit euch zusammen gesoffen. Mir fällt gerade ein: Wir haben mit Randalica vor vielen Jahren mal in der Kulturfabrik in Krefeld im Vorprogramm von Overkill gespielt. Da gab es im Backstage-Raum drei große Kühlschränke. An dem einen stand auf einem Zettel dran: „Randalica“, an dem anderen „Megora“ und am dritten der Name der dritten Vorband. Als wir da mit der ganzen Rock-Hard-Redaktion eingefallen sind, war in Windeseile der erste Kühlschrank leergesoffen, woraufhin wir einfach die Zettel ausgetauscht haben.«

Du bist ja passionierter Biertrinker. Welche Dortmunder Marke trinkst du am liebsten – Kronen-Export, so wie ich, oder lieber eine der vielen anderen Marken wie DAB?

»Kronen-Ex ist auch das Lieblingsbier von Makka (Bonded-Drummer Markus Freiwald - buf) und mir. Das ist auch ein bisschen stärker als das Pils. Ich bin mit dem Geruch von Malz in der Nase aufgewachsen, weil ich mit meinen Eltern auf der anderen Straßenseite der Hansa-Brauerei gewohnt habe.«

Könntest du dir vorstellen, woanders zu leben? Wenn ja, wo?

»Ich bin ja regelmäßig in Brasilien, weil meine Frau von dort kommt, und stelle mir jedes Mal die Frage, ob ich da leben könnte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich das übers Herz bringen bzw. mich trauen würde, Dortmund zu verlassen. Ich fände es zwar ganz cool, wenn man irgendwo ein Domizil hätte, wo immer schönes Wetter ist, habe aber im Alter festgestellt, dass ich an Dortmund doch wirklich sehr hänge.«

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Bands:
BONDED
Autor:
Buffo Schnädelbach

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