My Hometown

My Hometown 24.09.2014, 15:32

BROILERS - My Hometown: Düsseldorf mit den Broilers

Bei kaum einer Band macht unsere neue Kolumne über die Heimatstadt so viel Sinn wie bei den BROILERS, denn Düsseldorf (vor allem bei Nacht) ist für ihre Texte immer wieder eine Inspiration. Wir treffen Sänger Sammy und Schlagzeuger Andi auf ein paar Altbier am Rheinufer.

Was bedeutet Düsseldorf für euch?

Sammy: »Zuhause. Sicherer Hafen. Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn wir von einem Konzertwochenende oder einer Tour nach Hause rollen, weil wir mit Düsseldorf nur Gutes verknüpfen.«

Was unterscheidet Düsseldorf von anderen Großstädten?

Sammy: »Ich habe generell ein Faible für Großstädte und mag dieses quirlige Leben. Wir sind auch oft in Berlin, aber das ist so groß, dass man schon mal die Übersicht verliert. Düsseldorf dagegen ist überschaubar und bietet trotzdem alles: Du hast im Süden Hellerhof und Garath, wo es schon ziemlich kernasi ist, hast aber andererseits auch die Kö mit irgendwelchen Idioten in Pelzmänteln – und natürlich alles dazwischen. Alleine schon unser kurzer Weg eben von der Altstadt ans Rheinufer zeigt die viele Facetten: von den Saufkneipen über die Clubs bis hin zu den Elektro-Läden im Hafen. Ich liebe diese Bandbreite auf kleinem Raum!«

Andi: »Ich mag auch den Menschenschlag hier. Einerseits diese rheinländische Art: freundlich, herzlich und offen. Andererseits aber auch so ein bisschen diese Modemenschen. Man weiß sich hier schon zu kleiden und zu benehmen. Schöne Mischung!«

Sammy: »Diese Offenheit des Rheinländers fällt einem erst auf, wenn man in anderen Städten ist, wo es zugeknöpfter zugeht. Wir haben neulich ein Wohnzimmer-Konzert in Annaberg-Buchholz gespielt, das wir verlost hatten. Das liegt im tiefsten Osten, noch weit hinter Leipzig. Ein wunderschönes Städtchen, aber morgens auf dem Marktplatz kam ich mit der rheinisch-fröhlichen Art nicht besonders weit: „Einen wunderschönen guten Morgen. Ob Sie wohl so nett wären, mir bitte Fleischsalat aufs Brötchen zu machen?“ – „Nein, das ist nicht möglich.“ Tja, jede Stadt hat nun mal ihre Mentalität...«

Wo genau lebt ihr in Düsseldorf?

Sammy: »Mitten in der Innenstadt, Ines nicht weit von mir, Andi etwas weiter weg, aber auch zentral. Ron lebt immer noch im Süden, und Kubczak hat´s überhaupt nicht drauf und wohnt in Oberhausen. Aber selbst das ist ja nicht weit weg. Das ist ein weiterer Vorteil dieser Ecke hier: Das Ruhrgebiet grenzt direkt an, und man ist überall ganz nah dran. Von Düsseldorf nach Oberhausen kannst du spucken, und dann sind da ja noch Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund – alles nur einen Steinwurf weit weg. Selbst Köln auf der anderen Seite ist nur ´ne Viertelstunde entfernt.«

´ne Viertelstunde?! So schnell hab ich das noch nie geschafft!

Sammy: »Nun ja, ich reise hauptsächlich mit Luftschiffen. Und wenn man guten Wind hat... Das soll jetzt aber nicht abgehoben klingen. Es ist nur ein kleiner Zeppelin: zwei Meter hoch mit ´ner kleinen Kabine. Damit bin ich immer auf Augenhöhe der anderen. Andi führt mich auch schon mal an der Leine...«

Was ist euer Lieblingsplatz in Düsseldorf?

Andi: »Das kommt darauf an, was ich gerade machen möchte: shoppen, essen, trinken... Es gibt viele schöne Plätze hier! Immer gern genommen sind die Rheintreppen an der Altstadt. Da kann man sich an einem Sommerabend mit ein paar Bierflaschen prima hinsetzen. Oft gehen wir auch zu Hitsville Records, wenn wir Platten kaufen oder einfach nur anhören wollen.«

Sammy: »Der Ron mag das Benrather Schloss. Ich sitze gerne am neuen Hafenbecken oder an den Rheinwiesen. Und zum Shoppen zeige ich auch mal auf der Kö Präsenz – und besprühe die Pelzmäntel...«

Wo habt ihr die beste Show in Düsseldorf gesehen?

Sammy: »Zum einen Bruce Springsteen in der Esprit Arena, zum anderen The Generators im AK47.«

Andi: »Selbst gespielt haben wir hier auch schon in sehr vielen Locations: AK 47, Haus der Jugend, Benrather Hof, Stahlwerk, Tor 3, Tube, Zakk, Mitsubishi Electric Halle, Esprit Arena.«

Wie sieht´s mit dem lokalen Bier aus?

Sammy: »Also das Füchschen gerade läuft super. Mein bevorzugtes Suffmittel ist aber gar nicht mehr Bier, denn das macht mich extrem träge. Man bekommt so einen aufgeschwemmten Bauch, und dann muss man sich konzentrieren, um den einzuziehen. Deswegen bin ich eher auf Cocktails umgestiegen. Vielleicht schmeckt das Füchschen deswegen gerade saulecker...«

Andi: »Ich finde beim Frühschoppen Altbier total geil, wenn man schon mittags anfängt. Abends bin ich eher der Pilstrinker.«

Wo geht ihr am liebsten essen?

Sammy: »Meine Lieblingspizzeria ist Pesto in der Nähe vom Fürstenwall. Extrem gut ist auch Zero Gradi. Außerdem haben wir hier einige gute Burgerläden, aus denen What´s Beef heraussticht.«

Andi: »Ich gehe gern in die Casita Mexicana am Bilker Bahnhof. Und dazu schön XX trinken – sehr lecker! Da meine Frau Vegetarierin ist, gehen wir auch gerne ins Lieblings, die haben für alle was.«

Wo probt ihr?

Sammy: »Es gibt ein großes Proberaumgelände zwischen Flingern und Lierenfeld. Da haben die Hosen auch angefangen, die Public Toys haben da geprobt, und wir haben unseren Raum von Oiro übernommen. Dort probt so ziemlich jeder, der in Düsseldorf Musik macht.«

Mit welchen Bands aus Düsseldorf kommt ihr besonders gut aus?

Sammy: »Mit unseren alten Hasen von Vier Promille und von Die Toten Hosen haben wir am meisten zu tun, aber auch mit jüngeren Bands wie Massendefekt kommen wir prima aus. Cool ist auch JayJay, obwohl er HipHop macht.«

Andi: »Die Szene ist momentan sehr lebendig, und das Schöne ist, dass alle gut miteinander auskommen, sich gegenseitig helfen und den anderen den Erfolg gönnen. Es herrscht gerade ein toller Vibe!«

Könnt ihr euch vorstellen, Düsseldorf jemals zu verlassen?

Sammy: »Vorstellen kann ich mir das, aber es wäre nicht wünschenswert. Ich fühl mich hier sauwohl!«

Andi: »Ich wüsste auch gar nicht, welche andere Stadt da überhaupt in Frage käme.«

www.broilers.de

de-de.facebook.com/broilers

Bands:
BROILERS
Autor:
Marcus Schleutermann

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