Festivals & Live Reviews


Foto: Thorsten Seiffert

Festivals & Live Reviews 24.07.2019, 08:00

ROCK HARD FESTIVAL 2019: Rock´n´Roll unterm Regenbogen

Abgesehen von der Absage von The Obsessed, die von Zodiac bestens ersetzt werden konnten, war unser Familientreffen am Pfingstwochenende einmal mehr ein voller Erfolg. 7.500 Besucher feierten mit 22 Bands eine rauschende Party, die wir auf den folgenden Seiten für euch Revue passieren lassen. Neben den Auftritten der einzelnen Bands haben wir uns natürlich auch mit den Geschehnissen hinter den Kulissen beschäftigt und liefern unsere eigene, wie immer völlig subjektive Einschätzung der Sause.

Darüber hinaus verweisen wir auf die Mediathek des „WDR Rockpalast“, wo ihr bewegte Bilder vom ROCK HARD FESTIVAL findet. Bis zum nächsten Jahr!

FREITAG

Ein „Speed Metal Mayhem“ kündigt uns der Kaiser nach seiner kompakten Begrüßung an. Und der Chef hat den Mund nicht zu voll genommen. VULTURE killen nach anfangs etwas zu dünnem Gitarrensound auf breiter Front, injizieren dem Festival zum fast pünktlichen Start gleich literweise pures Adrenalin, das seine Wirkung rasch entfaltet. Exciter, Razor, Agent Steel und ganz alte Slayer sind die offensichtlichen Vorbilder der Lokalhelden – einfach nur erfrischend, wie sich Roto-Toms, Schrapnell-Gitarren und spitze Screams zu Gewitterwolken verdichten, die sich in niemals zu simplen Songs entladen dürfen. Egal ob bewährter oder brandneuer Stoff (das zweite Album „Ghastly Waves & Battered Graves“ ist just an diesem ersten Festivaltag erschienen) – bei Vulture kommt jeder Speedfreak auf seine Kosten, wie die phonstarken Begeisterungsschreie beweisen. Schade nur, dass es das prächtig-schräge Thin-Lizzy-Cover ´Killer On The Loose´ nicht auf die Setlist der Nietenjunkies geschafft hat. Dann halt beim nächsten Mal! (lk)

Dass CHAPEL OF DISEASE als Sieger des Festivals vom Platz gehen würden, stand eigentlich bereits im Vorfeld fest. Ganz so souverän wie bei ihrem Gig beim Vienna Metal Meeting einige Wochen zuvor räumen sie diesmal allerdings nicht ab. Zum einen tut es der Band nicht gut, wenn sie im Tageslicht spielen muss – ob sie deshalb auch ein wenig nervös wirkt? Zum anderen streut sie diesmal mit ´The Dreaming Of The Flame´ auch einen alten Song ein, der mit den jüngsten Großtaten natürlich nicht mithalten kann. Dabei wäre es doch schön gewesen, ihre Sisters-Of-Mercy-Hommage ´1.000 Different Paths´ einmal live zu hören. Aber was rede ich hier eigentlich: Die Kölner spielen mittlerweile in ihrer eigenen Liga, in der ihnen momentan niemand nahekommt. Keine andere Death-Metal-Band (oder sonst jemand) schreibt derzeit ebenso originelle wie hochklassige Songs, wenige harmonieren in ihrem Zusammenspiel so gut – daran ändern auch diverse Unsicherheiten nichts. (wlk)

Am späten Nachmittag wüten THE IDIOTS dann mit ausgestrecktem Mittelfinger dem anfangs noch eher mäßig gefüllten Infield entgegen und lassen mit dem eröffnenden Hassbatzen ´Bastard´ den „Schweineköter“ von der Leine. Die Dortmunder Kult-Punker – heute mit Ex-Grip-Inc.- und Despair-Klampfer Waldemar Sorychta als zusätzlichem Live-Gitarrist – geben von Beginn an Vollgas, Frontmann Sir Hannes wirft sich mit vollem Körpereinsatz in seine Rolle als hyperaktive Anarcho-Rampensau und heizt der versammelten Schwermetall-Gemeinde ordentlich ein. Spätestens mit dem Hochgeschwindigkeits-Brecher ´Plastic´ (bei dem passend zur Thematik zwei in Frischhaltefolie gewickelte Damen über die Bühne stolpern) und dem explosiven ´Gotteskrieger´ springt der Funke dann endgültig über, während das Amphitheater beim unvermeidlichen ´Der S04 und der BVB´ komplett steilgeht. Egal, was man von den Idioten auch halten mag, die geile Stimmung haben sich die Punk-Urgesteine heute hart erarbeitet. (sb)

Jetzt heißt es „party with the Tygers“! Zwar wird die allgemeine Feierstimmung durch einen mit dem ersten Akkord aus Robb Weirs Paula einsetzenden Regenschauer zunächst etwas getrübt, aber diejenigen Fans, die passenderweise zu den Klängen von ´Only The Brave´ dem Wetter trotzen, werden von den NWOBHM-Veteranen mit einer erstklassigen Performance belohnt. Dass TYGERS OF PAN TANG derzeit augen- und ohrenscheinlich ihren drölfzigsten Frühling erleben, verdanken sie vornehmlich den außergewöhnlichen spielerischen Fähigkeiten des einzig verbliebenen Gründungsmitglieds Weir, der mit flammenden Soli und schicken Leads begeistert – und Sänger Jacopo Meille. Der bietet als stimmliche Kreuzung aus Jon Deverill und Jess Cox sowohl Edelmetall wie ´Gangland´ und ´Hellbound´ als auch rockigere Smasher wie ´Don´t Touch Me There´ oder ´Euthanasia´ mehr als überzeugend dar. Womit die Highlights des Gigs auch schon aufgezählt wären, wobei auch der bluesige Schunkler ´Glad Rags´ vom jüngsten Album im Rund prima ankommt. So sieht rundum würdige Nachlassverwaltung aus. (fm)

Gregory Charles Harges alias LIZZY BORDEN gibt sich in Interviews gerne als pflichtbewusster Showarbeiter im Weinberg des Herrn, und als solcher liefert der Horrorfaxenmacher und heimliche Headliner am Freitagabend denn auch ab – und zwar wuchtiger, als manch einer in Publikum und Redaktion zuvor geunkt hat. Der Mittfuffziger bringt eine frisch-aggressive Band mit auf die Bühne und bietet mit seinen gefühlt minütlichen Maskenwechseln reichlich Insta-Candy. Optische Höhepunkte sind seine killergeweihartige Kopfkostümierung im Look der Wildstachelhunde aus „Predators“ (von 2010) und ein Kunstblutbad für die ersten Zuschauerreihen, dem ein Selbstmeucheln mittels Axt vorausgegangen ist. Musikalisch läuft´s ähnlich saftig: Hits wie ´Master Of Disguise´ oder ´Eyes Of A Stranger´ und ´Me Against The World´ vom besten Borden-Album ´Visual Lies´ (wo war ´Lord Of The Flies´?) dampfen druckvoll durch das Halbrund und geben die Grundmelodie des Festival-Wochenendes vor: US-Metal-Veteranen können´s halt. (td)

Die Chaos-Prediger von WATAIN haben heute mit Organisationsproblemen zu kämpfen. Der Pyro-Techniker ist nachmittags leider nicht rechtzeitig vor Ort gewesen, sodass die Feueranlage nicht getestet werden konnte und die verrückten Schweden nun ohne Flammenspektakel die Bühne des Amphitheaters bespielen müssen. Die Aggressionen, die dieser Fauxpas freilegt, haben aber ihren Reiz, da man das Gefühl hat, dass die Jungs noch wilder zu Werke gehen als sonst. Highlights wie ´Malfeitor´ oder ´Nuclear Alchemy´ können auch ohne Inferno ihre magische Energie entfalten, und so verwandelt sich das Rund in einen schwarzen Tempel der unbarmherzigen Satansanbetung. Die pfeilschnellen Attacken von Live-Drummer E. Forcas schicken dabei genauso viel Kraft von der Bühne wie die abartigen Vocals von Mastermind Erik Danielsson. Während die Sonne sich neigt und das Licht versiegt, steigt der unaufhörlich pulsierende schwarze Stern Watains gen Himmel. Was für ein inbrünstiger Abschluss des ersten Tages. Hut ab! (sh)

SAMSTAG

Der Festivalsamstag wird von durchwachsenem Wetter geprägt, musikalisch aber glücklicherweise mit einem Paukenschlag eröffnet: TYLER LEADS haben sich bereits am Freitag einige neue Freunde unter den Festivalbesuchern gemacht, indem sie auf dem Campingplatz aufopferungsvoll Freibier verteilten. Umso mehr sei es den blutjungen Rotzrockern aus dem nur knapp 20 Kilometer entfernten Recklinghausen gegönnt, dass sie mit ihrem Auftritt als Opener einen absoluten Volltreffer landen können. Der seit Januar 2016 aktive Fünfer fegt ebenso ungezügelt wie trittsicher über die Gelsenkirchener Bretter und hat sich, der „frühen“ Uhrzeit zum Trotz, eine bemerkenswerte Fangemeinde vor die Bühne geholt, die ihre Jungs frenetisch abfeiert. Bevor die allgegenwärtigen Windböen im weiteren Verlauf des Tages die ersten Regentropfen mit sich bringen, scheinen sogar noch ein paar vereinzelte Sonnenstrahlen zwischen den immer grauer werdenden Wolkenbergen hindurch.

Die euphorische Stimmung, die Tyler Leads hinterlassen, greifen THE VINTAGE CARAVAN ungefiltert auf und locken dabei gleich noch einen Schwung mehr Musikbegeisterte in das Rund des Amphitheaters. Was in den nächsten 40 Minuten folgt, ist ein Lehrstück in Sachen schweißtreibender Retro-Rock und eines der absoluten Highlights des Festival-Wochenendes. Das Power-Trio aus Island peitscht sich mit seinem überragenden Drummer Stefán Ari als Rückgrat durch einen vor Riffkraft pulsierenden und gleichzeitig psychedelisch wabernden Auftritt, der wirklich verdammt nah an der perfekten Rock-Show dran ist. Die akustische Wucht lässt einen immer wieder ungläubig die Augen reiben, dass da tatsächlich nur drei Musiker auf der Bühne stehen. Kein Wunder allerdings, wenn man als Band auf eine famose aktuelle Platte wie „Gateways“ zurückgreifen kann und deren fiebrige Kracher ´Reflections´ und ´Reset´ live sogar eine noch deutlich intensivere Dimension verliehen bekommen. (sb)

Nach Siebziger-Klängen aus Vulkanien ist die Zeit reif für den ersten Abriss des Tages. CARNIVORE A.D. schaffen es tatsächlich, die Zweifel am Sinn dieser Reinkarnation schon mit dem eröffnenden Bandnamenssong sturmreif zu schießen. Als Lord-Petrus-Look-und-Soundalike Baron Misuraca nach ´Predator´ und ´Inner Conflict´ schließlich das berühmt-berüchtigte ´Jesus Hitler´ anstimmt, sind auch Großteile der Tribünenskeptiker überzeugt. Fehlende Urmitglieder hin oder her – diese Assel-Hymnen funktionieren immer noch, sofern sie mit dem nötigen Herzblut ins Volk gepfeffert werden. Und an Überzeugung fehlt es den Fleischfressern 2.0 gewiss nicht. Instrumental und stimmlich ist praktisch kein Unterschied zum Original festzustellen, das unschlagbare „Retaliation“-Doppel aus ´Race War´ und ´Sex And Violence´ beendet den Feldzug im Nordsternpark standesgemäß. Ob´s Herrn Ratajczyk gefallen hätte? Keine Ahnung. Jedenfalls hat die Metalwelt schon tausend lahmere Comeback-Versuche erlebt. Nukular! (lk)

Auch wenn das Wetter heute durchaus wechselhaft ist, kommt zum HEIR APPARENT-Gig die Sonne heraus. In die Ansage von Andy Brings hinein – der sich darin als großer Fan der Band aus Seattle outet – starten die Jungs um Mastermind Terry Gorle in ihren Set und haben offensichtlich einige Fans mitgebracht. Die nutzen nicht nur die leider recht spärlich gesäten Animationen von Frontbart Will Shaw zum Mitmachen, sondern klatschen auch von selbst immer wieder im Takt. Leider schaffen es die Musiker nicht, diese Energie auf das gesamte Publikum zu übertragen, dafür wirkt der Gig zu statisch, und auch der Sound krankt immer wieder an etwas zu lauten Keyboards und einem gerade in den ruhigen Parts zu leisen Gesang. Trotzdem wirken die Jungs gut eingespielt, und man erlebt einen – mit besagten Abstrichen – schönen Gig, der eher zum Wegträumen als zum Abgehen einlädt. Dass aber auch Ersteres klappt, zeigt das abschließende ´Tear Down The Walls´, das von vielen Kehlen mitgebrüllt wird.

Kurz vor dem Gig von SYMPHONY X ziehen noch einmal dicke Regenwolken auf. Doch davon lassen sich Michael Romeo & Co. nicht aus der Ruhe bringen. Der Meistergitarrist bleibt wie immer cool und schickt mit empörender Lockerheit die bissigsten Riffs durch die Anlage. Dumm nur, dass man von den Feinheiten so gut wie nichts mitbekommt, denn der Sound ist ausnahmsweise mal nicht so knackig. Dann kommt er auf die Bühne gesprintet: Russell Allen, der Prototyp einer Rampensau, der Mega-Sänger mit der Attitüde eines Preisboxers. Allen erinnert in seinen Ansagen nicht nur an den ersten Symphony-X-Auftritt in Europa vor 21 Jahren (Rock Hard Festival in der Hagener Berlet-Halle, was für ein Gigantentreffen!), sondern auch an den Tod von Adrenaline-Mob-Bassist David Zablidowsky. „Das ist unser Moment, lasst ihn uns feiern!“ Bei der Songauswahl verschenken die US-Prog-Metaller jedoch ein wenig, denn sie spielen im Prinzip „nur“ die normale Tour-Setlist, wobei natürlich der Über-Longtrack ´The Odyssey´ weggelassen wird. Guter Gig, doch es wäre sogar noch mehr drin gewesen. (mbo)

Man muss sich ein bisschen um die Fortüne von SKID ROW sorgen, als zunächst vor der Show ein heftiger Sturmguss über das Amphitheater tobt und sich schließlich noch der Auftritt verzögert, weil offenbar eine Akustikgitarre nicht funzt. Das „bad omen“ bewahrheitet sich dann aber nicht, zum Auftakt gibt´s mit ´Slave To The Grind´ dermaßen in die Fresse, dass bereits nach ein paar Minuten alle Zweifel daran verflogen sein dürften, ob die US-Boys im besten Mannesalter noch „ass kicken“ können. Dem Speedkracher folgt in atemberaubender Abfolge Reißer auf Reißer (´18 And Life´, ´Monkey Business´, ´Youth Gone Wild´), allesamt von der supertighten Band traumwandlerisch professionell sowie mit Druck dargeboten und vom Publikum abgefeiert, sodass selbst Kollege Matthias „Mercyful Maiden“ Mader, der zuvor etwas von „Kunstprodukt mit nur einem Hit“ gefaselt hat, sein stures Haupt anerkennend nicken lässt. Einzig ein Ballädchen fehlt, dabei hätte Kollege Kaiser doch so gerne zu ´I Remember You´ ein paar Tränen vergossen. (td)

Wie gehen CANNIBAL CORPSE mit einer Anordnung des Ordnungsamtes inklusive Strafandrohung um? Nachdem die US-Death-Metaller bei ihrem Gig auf dem Rock Hard Festival 2016 ihren Set unbehelligt runterschrubben konnten, ist in diesem Jahr das Gelsenkirchener Ordnungsamt hellhörig geworden: Man munkelt, dass knapp die Hälfte der diesjährigen Setlist indiziert sei. Die Lösung: Der erste Europa-Tourtag fällt kurz aus. Und wir wissen jetzt, dass die Texte von ´Staring Through The Eyes Of The Dead´, ´Kill Or Become´, ´Death Walking Terror´ und ´Make Them Suffer´ weniger anstößig sind als ´Hammer Smashed Face´. Das gibt es nämlich als Abschlusspointe im 20 Minuten kürzeren Set nur als Instrumental. Ansonsten alles wie gehabt bei Cannibal Corpse: Der Corspegrinder stakkatogrowlt und bangt uneinholbar, die Musiker präzisieren Brutalität, und aus dem Pit kommen verschwitzte Lädierte, die glücklich übers ganze Gesicht strahlen. (gb)

Vermutlich fällt der Kontrast zwischen zwei Headlinern selten größer aus. Nach den selbst mit Jetlag noch tödlich souveränen Death-Metal-Urgesteinen versuchen GAMMA RAY, das Amphitheater mit guter Laune für sich zu gewinnen. Und das fällt der Truppe erwartungsgemäß nicht schwer. Denn einerseits können Gamma Ray aus einem großen Hit-Fundus wählen, und andererseits lag die Band wegen Kai Hansens ausgiebigen Touren mit seinen Ex-und-jetzt-wieder-Kollegen Helloween in den letzten drei Jahren auf Eis. Es besteht also durchaus Nachholbedarf. Die um Sänger Frank Beck erweiterte Band legt mit ´Land Of The Free´ und ´Man On A Mission´ los. Danach folgt mit ´Master Of Disguise´ einer von drei Tracks des bislang letzten Albums „Empire Of The Undead“ (2014). Trotz der längeren Pause wirken Gamma Ray gut eingespielt, und auch das Zusammenspiel von Kai und Frank funktioniert besser als zuletzt. ´Dethrone Tyranny´, ´Heavy Metal Universe´ und ´Heaven Can Wait´ kommen bestens an, und das Publikum lässt sich bereitwillig zu Mitsingspielchen animieren. ´Rebellion In Dreamland´ fehlt auch nicht, und offenbar haben Gamma Ray selbst so viel Spaß, dass sie die Zeit vergessen. Denn als Kai Hansen und Band nach ´Hellbent´ und dem Longtrack ´Avalon´ zum letzten Song ansetzen wollen, ist die Spielzeit auch schon vorbei. Gamma Ray liefern eine tolle Show ab, die hoffen lässt, dass Kai die Band trotz seines zweifellos enorm lukrativen Engagements bei Helloween nicht allzu stiefmütterlich behandelt. (ses)

SONNTAG

Nach zwei ausgesprochen starken Dosenöffnern an den Vortagen enttäuschen auch THE SPIRIT nicht. Die verhinderten Schweden aus dem Saarland haben zwar lediglich Songs ihres Überraschungsdebüts „Sounds From The Vortex“ vorzuweisen, doch im ungefähren Spannungsfeld der Label-Kataloge von No Fashion (Dissection) und Wrong Again Records (Eucharist) bleibt stilistisch genügend Raum für Variation, die sich auch in einer engagierten Performance niederschlägt. Aus dem kalt klirrenden wie melodischen Repertoire sticht insbesondere das epische Glanzlicht ´The Clouds Of Damnation´ hervor, mit dem das Quartett die zurückgekehrte Sommersonne offensichtlich gleich wieder vertreiben möchte, und dass die Band, deren Hörproben noch unveröffentlichten Materials bereits Großes im Hinblick auf ihr zweites Album versprechen, im Anschluss manchen neuen Fan hinzugewonnen hat, versteht sich praktisch von selbst. (as)

Als Ersatz für die kurzfristig leider ausgefallenen The Obsessed springen die Breitbein-Rocker ZODIAC ein. Die fast zweijährige Pause nach der überraschenden Auflösung Anfang 2017 hat den Münsteranern sichtlich gutgetan, denn vor bereits gut gefüllten Rängen agieren sie spielfreudig wie lange nicht mehr. Solche Rampensäue wie Tyler Leads sind die am Bass umbesetzten Herren nicht, aber Frontmann Nick van Delft muss schließlich auch die Doppelbelastung mit Gesang und Gitarre bewerkstelligen, die ihn showtechnisch naturgemäß einschränkt. Der geschmackvolle, Blues-basierte Stoner/Retro-Rock groovt gediegen, wobei besonders das Neil-Young-Cover ´Cortez The Killer´ sowie der abschließende Debüt-Hit ´Coming Home´ prima ankommen. (ms)

Für VISIGOTH ist der heutige Auftritt der krönende Abschluss ihrer megaerfolgreichen, fast dreiwöchigen Europa-Rundreise, und man merkt vor allem Frontmann Jake Rogers an, dass er stimmlich am Limit ist. Macht aber nichts, da die Truppe aus Kämpfern besteht, man die letzten Reserven mobilisiert und dabei eindrucksvoll demonstriert, dass niemand den Spirit der frühen Manowar, Manilla Road und Omen so authentisch, gekonnt und leidenschaftlich fortführt. Dabei trifft das Quintett aus Salt Lake City auf ein textsicheres Publikum – vielleicht sogar das größte der Bandgeschichte –, und klar, dass diese Schlacht gewonnen wird. Alle acht Nummern bzw. Hymnen (darunter die beiden Stücke der neuen Single) haben Gänsehautfaktor. Mehr Fäuste werden im weiteren Festivalverlauf nicht gen bewölkter Himmel gereckt, so wie es auch bessere Heldenchöre nicht mehr zu hören geben wird. Mehr True/Epic-Metal geht nicht. Ohne Zweifel wird das Genre bald von genau dieser Truppe dominiert werden! (wk)

Ein wenig nervös sind LONG DISTANCE CALLING vor dem Gig schon, denn noch kann niemand abschätzen, wie gut das Publikum den rein instrumentalen Postrock der Dortmund-Münster-Connection annehmen wird. Doch schon mit den ersten Tönen sind die Zweifel wie weggefegt. Das Quartett spielt einen mega-engagierten Gig, zudem ist der Sound direkt vor der Bühne absolut bombig. David Jordan und Florian Füntmann riffen sich mächtig den Arsch ab, Drummer Janosch Rathmer merkt man nicht an, dass er nur kurz zuvor mit Zodiac bereits einen tollen Auftritt hingelegt hat, und Bassist Jan Hoffmann (vermutlich immer noch völlig geflasht vom Tool-Gig einen Tag zuvor bei Rock am Ring) macht in der Mitte der Bühne cool sonnenbebrillt Druck. Klar, dass am Ende der Signature-Song ´Metulsky Curse Revisited´ nicht fehlen darf. Der grundsympathische Auftritt wird dementsprechend fett abgefeiert. Der Mut, einen stilistischen Ausreißer wie LDC zu verpflichten, hat sich gelohnt. Gerne in Zukunft mehr davon! (mbo)

Dass FIFTH ANGEL den kurzfristig erzwungenen Sängerwechsel bestens verarbeitet haben, hat ja bereits ihr Auftritt beim Metal Assault Festival im Februar gezeigt, und auch heute begeistert die Band. Steven Carlson ähnelt Originalstimme Ted Pilot mehr als Kendall Bechtel und brilliert demnach besonders bei den Songs der ersten beiden Scheiben. Zudem agiert er als charismatischer Frontmann, der eine gewisse Rockstar-Aura versprüht. Auch die übrigen Musiker sind in Würde gealtert und präsentieren sich ausgesprochen spielfreudig; lediglich die Pathos-Posen des deutlich jüngeren Neuzugangs Ethan Brosh sind etwas zu dick aufgetragen. Leider ereilt Bassist John Macko schon früh eine Panne (laut Stagecrew sind die Batterien seines Basses leer), die für eine mehrminütige Unterbrechung sorgt. Umso unverständlicher, dass in der Folge dennoch Gitarren- und Schlagzeugsolo im Programm bleiben und einem weiteren Song vorgezogen werden. Abgesehen davon nehmen einen die Herren mit auf eine fantastische Zeitreise mit unsterblichen Hits wie ´Seven Hours´, ´Call Out The Warning´, ´In The Fallout´ sowie der Gänsehaut-Ballade ´Wings Of Destiny´. Die Publikumsresonanz ist entsprechend euphorisch – nicht nur für mich einer der Höhepunkte des Wochenendes. (ms)

Die Edelrocker MAGNUM aus Birmingham sind mit Abstand die melodischste Band des diesjährigen Festivals und ergänzen das musikalische Kontrastprogramm perfekt. Während Possessed bereits in den Startlöchern warten, geben die Mittelengländer in Gelsenkirchen zum ersten Mal seit 2012 eine Lektion in Sachen Melodic Rock. Das Programm auf die verkürzte Festivalspielzeit einzudampfen, tut einer Band wie Magnum natürlich besonders weh. So fehlen etwa ´On A Storyteller´s Night´ sowie (durchaus einigermaßen überraschend) ´The Spirit´. Aber die Klassikerdichte ist u.a. mit ´How Far Jerusalem´ oder ´All England´s Eyes´ natürlich immer noch immens hoch. Eine Monumentalversion von ´Vigilante´ bildet den Höhepunkt des Auftritts. In seiner unnachahmlichen Art dirigiert Sänger Bob Catley das Publikum pantomimisch. Gitarrist Tony Clarkin, Herz und Gehirn von Magnum, bleibt als stiller Genießer wie üblich weitestgehend im Hintergrund, hält aber musikalisch die Zügel jederzeit fest in der Hand. (mm)

Dass die Reaktivierung von POSSESSED unter idealen Voraussetzungen stattgefunden hat, steht spätestens seit der Veröffentlichung des Comeback-Albums der Todesblei-Legende fest, und so verwundert der Triumphzug kaum, der Jeff Becerra auch bei dieser Konzertgelegenheit gelingt. Nach so einigen Gigs in den letzten Jahren ist das vermeintliche Handicap des einzig verbliebenen Gründungsmitglieds, an einen Rollstuhl gefesselt zu sein, vielmehr zu einem Markenzeichen geworden, das seine Unbeugsamkeit und somit einen der Kerngedanken des Heavy Metal widerspiegelt. Um dies zu unterstreichen, braucht Becerra die Selbstbestärkungs-Hymne ´My Beliefs´ nicht mehr im Set, sondern kann endlich vermehrt auf neue Knaller von „Revelations Of Oblivion“ zurückgreifen (´No More Room In Hell´, ´Abandoned´, ´Shadowcult´), während auch Klassiker wie ´The Exorcist´ oder – natürlich – ´Death Metal´ nicht zu kurz kommen. Ergo ist der bejubelte Auftritt weniger ein reiner Achtungserfolg als ein Maßstab, den der nun folgende Headliner mindestens einhalten muss. (as)

Die Veteranen erinnern sich, ANTHRAX waren schon bei unserem ersten Festival in Gelsenkirchen 2003 dabei, damals noch mit John Bush am Mikro. Es wird also Zeit, dass man auch mit Joey Belladonna ein Gastspiel gibt. Und genau der steht heute im Mittelpunkt des Auftritts: Absolut spiel- und bewegungsfreudig huscht er über die Bühne, übernimmt diverse Male die Kameraführung für den WDR und ist mit fast 60 Jahren körperlich so fit wie kein anderer Thrash-Metal-Sänger. Die Setlist bietet wenige Überraschungen und besteht neben Klassikern der Achtziger (u.a. ´Caught In A Mosh´, ´Madhouse´, ´Medusa´, ´I Am The Law´, ´Indians´, ´Efilnikufesin (N.F.L.)´), aus zwei Nummern der beiden letzten Alben und den gewohnten Coverversionen von Trust und Joe Jackson. Letztlich ist es die perfekte Headlinershow, mit der man beweist, dass man zu Recht zu den Big Four zählt. Kein Wunder, dass die immer freundliche Security zum Schluss noch mal Akkordarbeit verrichten muss. (wk)

Im härtesten Theater der Welt wuselten für euch hinter und vor den Kulissen herum: Holger Stratmann (hs), Thomas Kupfer (tk), Boris Kaiser (bk), Jens Peters (jp), Ronny Bittner (rb), Isabell Raddatz (ir), Alexandra Michels (am), Andreas Schiffmann (as), Marcus Schleutermann (ms), Sebastian Schilling (ses), Gretha Breuer (gb), Matthias Mader (mm), Felix Mescoli (fm), Ludwig Krammer (lk), Wolfram Küper (wk), Mike Borrink (mbo), Wolfgang Liu Kuhn (wlk), Stefan „Hacky“ Hackländer (sh), Thorsten Dörting (td), Felix Mescoli (fm), Simon Bauer (sb), Maximilian Bloom (mbl), Conny Schiffbauer und Robert Fust (Rock-Hard-Stand). Die Fotos schoss Thorsten Seiffert.

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UND WAS MEINT... ?

MARCUS SCHLEUTERMANN

Wer war die beste Band des Festivals?

Lizzy Borden, Tyler Leads, Fifth Angel, Anthrax, Skid Row.

Wer war die größte Überraschung?

Tyler Leads.

Wunschbands für 2020

Y&T, Farmer Boys, Warrior Soul, The Night Flight Orchestra, Twelve Foot Ninja.

MIKE BORRINK

Wer war die beste Band des Festivals?

Heir Apparent, Fifth Angel, Possessed, Anthrax, Skid Row, Long Distance Calling.

Wer war die größte Überraschung?

Possessed, Tygers Of Pan Tang.

Wunschbands für 2020

Devin Townsend, Savatage, Giant, Stryper, Cynic, Haken.

WOLFGANG LIU KUHN

Wer war die beste Band des Festivals?

Chapel Of Disease, Long Distance Calling.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Alle anderen. Als primae inter pares seien an dieser Stelle jedoch Magnum und Visigoth besonders hervorgehoben. Apropos: Wäre ich Visigoth, wäre ich lieber Mötley Crüe. Zu ihrer Autogrammstunde kam keine einzige Frau.

Wer war die größte Überraschung?

Mit Hannes von den Idiots hält ausgerechnet ein Punk die Fahne des Rock´n´Roll hoch: Bestellt sich als Einziger zum Frühstück einen halben Liter Bier.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Alle, die zu Hause geblieben sind.

Wunschbands für 2020

Man träumt von Ulver, Katatonia, Sulphur Aeon, Uada, Killing Joke, Wolvennest, Idle Hands, Pothead. Bekommen tust du dann vermutlich Jag Panzer, Geoff Tate und Queensryche (beide mit exklusiven „Operation: Mindcrime“-Sets).

SIMON BAUER

Wer war die beste Band des Festivals?

Gamma Ray mit einer puren Power-Metal-Machtdemonstration, dicht gefolgt von The Vintage Caravan und Possessed.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Carnivore A.D.

Wer war die größte Überraschung?

Tyler Leads und Chapel Of Disease haben mich beide extrem positiv überrascht.

Welcher Rock Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Eigentlich nur ich mir selbst, das macht mich manchmal regelrecht sprachlos...

Wunschbands für 2020

Recht ähnlich zu letztem Jahr: Atlantean Kodex, Devin Townsend, Sonata Arctica und Amorphis.

THORSTEN DÖRTING

Wer war die beste Band des Festivals?

Fifth Angel.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Christa Jenal And The Censors.

Wer war die größte Überraschung?

Carnivore A.D.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Die M&Ms (Mescoli & Mader) mit einer sinnlosen Angry-Anderson-Diskussion. Und die Pommesbräter auf dem Festivalgelände: Ranziges Fett gehört in Corpsegrinders Haupthaar, nicht in die Fritteuse.

Wunschbands für 2020

Manowar in Tütüs (oder Atlantean Kodex).

LUDWIG KRAMMER

Wer war die beste Band des Festivals?

Heir Apparent (Will Shaws Stimmbänder können nicht von diesem Planeten sein).

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

The Obsessed (kleiner Scherz).

Wer war die größte Überraschung?

Skid Row (kein Scherz).

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Hab extra Sackschutz getragen.

Wunschband für 2020

Tribe After Tribe.

HOLGER STRATMANN

Wer war die beste Band des Festivals?

Anthrax, The Vintage Caravan, Possessed, Long Distance Calling und The Idiots haben geliefert.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Zugegeben, von Watain und Gamma Ray auf Headliner-Positionen hatte ich mir etwas mehr erhofft.

Wer war die größte Überraschung?

Ohne Zweifel Skid Row. Jens Peters hat also doch Ahnung von Musik.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Ich konnte Conny Schiffbauer partout nicht davon überzeugen, mir Autogramme von Magnum zu besorgen, die ein guter Freund „bestellt“ hatte. („Hab zu viel mit dem WDR zu tun!“ – ganz klar ´ne faule Ausrede.)

Wunschband für 2020

Megadeth

MATTHIAS MADER

Wer war die beste Band des Festivals?

Die Tygers Of Pan Tang. Mittlerweile stimmt bei den Tigern live wirklich alles. Die Setlist ist hervorragend austariert, das neue Material verschmilzt förmlich mit unschlagbaren Klassikern wie ´Suzie Smiled´, ´Don´t Stop By´, ´Gangland´ oder ´Euthanasia´. Selbst der Glam-Ausreißer ´Glad Rags´ ist im Gegensatz zur 2016er Studioversion auf der Bühne ´ne Wucht. Ähnlich wie Rasmus Bom Andersen bei Diamond Head ist auch Jacopo Meille bei den Tygers mittlerweile als Frontmann gar nicht mehr wegzudenken.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

The Obsessed wandeln auf den Spuren von Cancelmass...

Wer war die größte Überraschung?

Visigoth ohne Fellwesten und Ledertangas? Nicht mal brennende Fackeln oder ein Broadsword im Handgepäck. Das war schon überraschend... Zum Glück wurde zumindest im Publikum ein bisserl mit Plastikschwertern gefuchtelt. ´Blades In The Night´ – yeah!

Wunschband für 2020

Iron Maiden (oder zumindest Steve Harris British Lion).

MAXIMILIAN BLOOM

Wer war die beste Band des Festivals?

Anthrax (supertighte Show, grandiose Setlist), Symphony X (so geht Power-Prog!), Skid Row (absoluter Hitalarm).

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

The Idiots (absolute Originale, aber auf Konzertlänge doch sehr ermüdend).

Wer war die größte Überraschung?

Gamma Ray (ich war ob der Gesangsaufteilung erst skeptisch, es passte aber richtig gut), Possessed (können die es noch? Aber so was von!).

Wunschbands für 2020

Angelus Apatrida, Lost Society, The Lazys, Dropkick Murphys, Skindred, Nervosa.

ANDREAS SCHIFFMANN

Wer war die beste Band des Festivals?

Chapel Of Disease, The Spirit, die „Großen“ sind sowieso meistens einwandfrei.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Bei allem Respekt: The Idiots.

Wer war die größte Überraschung?

Carnivore A.D., Skid Row.

Wunschband für 2020

King´s X.

WOLFRAM KÜPER

Wer war die beste Band des Festivals?

Tygers Of Pan Tang (Freitag), Heir Apparent (Samstag), Visigoth (Sonntag).

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

In Sachen Outfit hat es Lizzy Borden etwas übertrieben.

Wer war die größte Überraschung?

Carnivore A.D. Baron Misuraca ist wirklich die Reinkarnation von Peter Steele.

Wunschbands für 2020

Liege Lord, Tokyo Blade, Waltari, Idle Hands, Razor.

STEFAN HACKLÄNDER

Wer war die beste Band des Festivals?

Chapel Of Disease, Long Distance Calling, Watain.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Eigentlich alle Bands mit „V“ am Anfang.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Ronny. Er kam nicht zum Frühstück, hat mir aber dann Pommes-Room-Service-Bilder geschickt.

Wunschbands für 2020

Schammasch, Bölzer, In-Solitude-Reunion-Show.

JENS PETERS

Wer war die beste Band des Festivals?

Ganz klar Lizzy Borden, dicht gefolgt von Skid Row und Carnivore A.D. Generell war aber eigentlich alles mindestens gut, was ich gesehen habe.

Wer war die größte Überraschung?

Der Typ, der sich am Samstagnachmittag dazu entschlossen hat, in einer der Umbaupausen direkt vor der Bühne Fotos mit runtergelassener Hose von sich knipsen zu lassen. Läuft bei dir, Dude. Habe gelacht...

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Ganz klar: Michael Rensen. Der Vogel hat sich drei Tage lang in der hintersten Ecke des Getränkecontainers versteckt, alle seine Ansagen verpasst und wurde erst kurz vor knapp von Stoney gefunden.

Wunschbands für 2020

Noch mal Lizzy Borden. Endlich mal Nifelheim. Und zu guter Letzt ein Blick über den Tellerrand: Bloodsucking Zombies From Outer Space.

ALEXANDRA MICHELS

Wer war die beste Band des Festivals?

Skid Row! Die anfängliche Skepsis nach den Sänger-wechsel-dich-Spielchen der letzten Jahre löste sich innerhalb von allerhöchstens zwei Songs in Luft auf. Bombenshow!

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Gab es nicht. Ich hab zumindest keine gesehen.

Wer war die größte Überraschung?

Tyler Leads rockten als Opener wie die ganz Großen. Respekt, Jungs – auch für die Freibier-Aktion auf dem Zeltplatz.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Keiner! Alle lieb, zu beschäftigt oder zu betrunken.

Wunschbands für 2020

Demons & Wizards, Angel Dust, Amorphis, Rage, Edguy... und natürlich Neck Cemetery!

RONNY BITTNER

Wer war die beste Band des Festivals?

Anthrax, Long Distance Calling und Chapel Of Disease.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Visigoth. Das Gequäke des Frontmanns hat mir echt den Zahn gezogen.

Wer war die größte Überraschung?

Possessed. Den 2007er Wacken-Gig hatte ich als durchwachsen in Erinnerung. Im Amphitheater hat die Band hingegen voll abgeliefert. Welcome back!

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Niemand. Ein ganz besonderes Lob geht stattdessen an Stoney und Flocke, die Künstler und Gäste wieder souverän im Backstage-Bereich versorgten und trotz stressiger Momente immer ein Lächeln auf den Lippen hatten. Danke, Jungs!

Wunschbands für 2020

Hauptsache, weniger Keep-It-True-Bands. Wie wäre es stattdessen mal mit Demons & Wizards, Hypocrisy, Amorphis, Rage, Kvelertak, Obscura und/oder Hatebreed?

ROBERT FUST

Wer war die beste Band des Festivals?

The Vintage Caravan.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Stefan Hackländer (sehr kurzer Auftritt, singt nicht mal, komischer Bandname).

Wer war die größte Überraschung?

Das Wetter.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Simon Bauer (ist einfach zu fleißig).

Wunschband für 2020

Wucan.

ISABELL RADDATZ

Wer war die beste Band des Festivals?

Anthrax.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Es ist ja selten alles schlecht. Der Sänger von Visigoth hat mich allerdings bis in die Katakomben des Amphitheaters gejault. Spoiler: Hilft nix, da hörte man ihn auch.

Wer war die größte Überraschung?

Das Publikum, das Long Distance Calling am Sonntagnachmittag genauso abgefeiert hat wie ich.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Der Hotelbar-Fuzzi, der Samstagnacht meinte: „Uh, wo kommen denn die hübschen Frauen auf einmal her? Gestern war von euch hier nichts zu sehen.” Eh, eigentlich waren wir den Abend zuvor genau am selben Ort… Danke für das Kompliment.

Wunschbands für 2020

Spidergawd, Ihsahn, Mutoid Man, Graveyard, Clutch, Meshuggah.

FELIX MESCOLI

Wer war die beste Band des Festivals?

Possessed.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Visigoth (Gesang viel zu tief!).

Wer war die größte Überraschung?

Possessed (totale Zerstörung!).

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Boris Kaiser (wollte mir ständig das Avantasia-Review beim kommenden Bang Your Head aufschwatzen, „wo´s letztes Jahr bei Powerwolf doch so gut geklappt hat!“).

Wunschband für 2020

Gluecifer.

THOMAS KUPFER

Wer war die beste Band des Festivals?

Chapel Of Disease, Watain, Skid Row, Zodiac, Long Distance Calling, Fifth Angel, Possessed.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Wirklich schlecht war niemand, aber The Idiots fand ich zumindest hochgradig gewöhnungsbedürftig. Sorry Hannes, aber ein Punk wird aus mir wohl nicht mehr.

Wer war die größte Überraschung?

Vulture (nach ihrer Vergewaltigung des Thin-Lizzy-Knallers ´Killer On The Loose´ war ich bedient, aber live machen die Jungs Spaß), Fifth Angel (habe mit wenig gerechnet und wurde positiv überrascht), Tyler Leads.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Wie schon im letzten Jahr Matthias Mader. Hält sich nie an die Grundregel „Kein Bier vor vier“ und kann trotzdem mehr vertragen als ich.

Wunschbands für 2020

Molasses, Nifelheim, Neck Cemetery (wenn die bis dahin überhaupt noch bezahlbar sind), Tanith, Michael Monroe.

MANDY MALON

Wer war die beste Band des Festivals?

Possessed und Carnivore A.D.

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Mit den Cocktails vor Ort lässt sich so einiges schöntrinken!

Wer war die größte Überraschung?

Magnum und Chapel Of Disease – beide Gruppen überzeugen nur mit Musik und brauchen keine großen Showeffekte drumherum, wunderbar!

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter hat dich am stärksten beeindruckt?

Jens! Allem Anschein nach hat er dieses Jahr den Kampf um die Partykrone wieder aufgenommen, und ich muss mich 2020 dick anziehen, wenn es wieder heißt: Tetrapak-Rotwein-After-Aftershowparty vor der geschlossenen Hotelbar!

Wunschbands 2020

Nifelheim, Electric Wizard, Discharge, G.B.H., Midnight, Hällas, Sabïre.

BORIS KAISER

Wer war die beste Band des Festivals?

Chapel Of Disease, Lizzy Borden, Carnivore A.D., Skid Row, Long Distance Calling als souveräner „Außenseiter“ - und über allem thronten dann Possessed. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen einnehmenderen Thrash- und Death-Metal-Gig gesehen habe (und das im Übrigen ohne jeden „Rollstuhl-Bonus“).

Wer war die schlechteste Band des Festivals?

Ganz ehrlich: Ich habe NICHTS als „schlecht“ in Erinnerung. Ich mache aber auch kein Geheimnis daraus, dass ich Symphony X schon auf Platte eher gepflegt langweilig als mitreißend finde...

Wer war die größte Überraschung?

Anthrax. Mit Abstand. Ich gehöre nämlich auch zu den Leuten, die vor allem aufgrund des Line-up/Sänger-Wirrwarrs das Interesse an der Truppe im Grunde komplett verloren haben. Mit den ersten Tönen von ´Caught In A Mosh´ sowie einer immensen Spielfreude hatten sie mich dann aber doch sofort. Für einen Moment war ich tatsächlich wieder 13 und habe meine Eltern - Gott hab sie selig - mit meinem beinahe angewachsenen knallgelben Band-Bermuda, der sogar jedes Familienfest und jeden Restaurant-Besuch begleitete, in den Wahnsinn getrieben. Vielleicht war keine Zeit prägender.

Welcher Rock-Hard-Mitarbeiter ist dir am meisten auf den Sack gegangen?

Keiner. Es hätte auch tatsächlich niemand gegen die im Backstage rumschleichende, euphorisierte „Powerröhre“ (Selbstbeschreibung) einer Band namens Neck Cemetery anstinken können. Unangenehmer, aufdringlicher Typ.

Wunschband für 2020

Neck Cemetery.

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EURE MEINUNG

Martina, die in Würzburg lebt und arbeitet, sowie Karin stammen aus der Schweiz. Die eine 29-Jährige feiert ihr viertes Rock Hard Festival und hat ihre Zwillingsschwester zum ersten Mal mitgeschleppt, weil es generell „geil ist und das Line-up nie enttäuscht“. Ihre Favoriten sind 2019 Skid Row und Fifth Angel, fürs nächste Jahr wollen sie wieder Saxon und auch Ambush sehen. „Es könnte mehr Parkmöglichkeiten geben, doch darüber hinaus ist alles mega, besonders die Duschen und Toiletten auf dem Campingplatz.“

Stephan (35) und Stephanie (28) – „nur echt mit ph“ – sind größtenteils wegen der Atmosphäre vor Ort. Er hat seine Holde zum ersten Mal mitgenommen, „weil ich mich hier jedes Jahr mit einer größeren Gruppe treffe und es nie verpassen will. Außer Anthrax finde ich dieses Jahr wenig aufregend, aber wir schauen uns alles an und stehen ganz vorne, auch um vielleicht etwas Neues zu entdecken.“ Neben Blind Guardian wünschen sich die zwei Pain Of Salvation, auch wenn „Prog-Bands ja einen schweren Stand bei euch haben, und der ausgefallene Megadeth-Auftritt von vor ein paar Jahren müsste nachgeholt werden“. Gelobt wird übrigens noch „das Einchecken“ auf dem Platz, das reibungslos funktioniere.

Matt (25), Daniel (37) und Tom (25) sind zum ersten Mal respektive seit 2015 Besucher, finden eigentlich alles dufte und wirken am Morgen noch etwas träge, weil „es gestern Nacht lang wurde“. Sie freuen sich speziell auf Vulture, Anthrax sowie Watain und haben für die Zukunft, in der sie zurückkehren möchten, keine konkreten Wünsche. Stattdessen verlassen sie sich bei der Gestaltung ganz auf die Organisatoren. „Für ein Festival dieser Größe ist alles verdammt gut gemacht.“

Tobias (26), Christoph (34) und Marcel (32) – zum sechsten, fünften bzw. vierten Mal im Amphitheater – vertreiben sich die Pausen zwischen der Musik mit irgendeinem undefinierbaren Premium-Lagerbier, „das du nicht trinken willst“. Davon abgesehen fiebern sie Anthrax, Gamma Ray und Skid Row entgegen. Einen Rüffel gibt es für die Ordner auf dem Campinggelände: „Die letzten zwei Jahre hat man kein Schild für uns aufgestellt, und diesmal war unser Platz für jemand anders reserviert. Das sind aber Kleinigkeiten, sonst klappt alles prima.“ Beim nächsten Open Air will das Trio Kvelertak und Havok sehen.

Der Kölner Stefan (41, Vanderbuyst-Shirt), der seit dem zweiten Rock Hard Festival am Start ist, lässt sich nicht gerne fotografieren und bevorzugt klassischen Stoff wie Visigoth. Fürs nächste Pfingstwochenende spekuliert er auf einen zweiten Auftritt von Tribulation, ansonsten ist ihm die Befragung „gerade zu sponti, aber alles bestens, es gibt keinen Grund zum Klagen“.

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RANDNOTIZEN

Samstagnachmittag, George „Corpsegrinder“ Fisher kommt aus seinem Backstage-Bereich und schlurft in Richtung Bühne. Dort läuft gerade SKID ROWs Outro ´Take Me Home, Country Roads´ aus den Boxen, das vom Publikum begeistert mitgegrölt wird. Als der Mann das hört, der sonst auf der Bühne klingt, als würde er seine Eingeweide rauswürgen, bleibt er bei den nächsten bekannten Gesichtern stehen, hakt sich bei ihnen ein und singt beherzt: „Country rooooooads, take me hooooome…” Die USA, so fern und doch so nah. (ir)

Eine Festivalbesucherin zur anderen: „CANNIBAL CORPSE, die sind für mich so was wie der sprechende Hund bei Loriot.“ (fm)

Glücksbringer der besonderen Art hat offensichtlich Iron-Maiden-Fan Scott Ian abgegriffen. Die Gitarrengurte des ANTHRAX-Gitarristen sind mit Original-Schweißbändern von Steve Harris und Dave Murray bestückt. (hs)

Zufrieden zeigen sich die drei „Painted In Blood“-Aussteller Björn Gooßes, Jan Meininghaus und Thomas Ewerhard. Auch wenn es zwischendurch mal etwas ruhiger wird, besuchen immer wieder Fans die Galerie der drei Metal-Künstler vom Niederrhein. Manche Besucher kaufen Drucke und parlieren mit den Machern, die zwischen den Akustiksets und Lesungen immer wieder Rede und Antwort stehen. (hs)

„Hör ma´, auf dem Campingplatz machen so Schweizer ein Raclette-Essen!“ Da muss unser Herausgeber und Festival-Chef Holger dringend einschreiten. „Nicht, dass diese Schweizer Edelfans unsere schöne Ruhrpott-Currywurst-Kultur kaputtmachen!“ Die Tafel misst locker acht Meter! Die Invasoren verhalten sich bei feinen Weinen, Bier aus einer Privatbrauerei, vier Sorten Fleisch und drei Sorten Käse aber eher unauffällig. Das eine oder andere „Pfännli“ wird als „Wegegeld“ ordnungsgemäß beim Veranstalter entrichtet. „Bei unserem kleinen Familienfest finden wir immer Wege, Konflikte zu vermeiden“, verrät unser Chef anschließend. (hs)

Die Ruhrpott-Thrasher BONDED haben die beiden Rock-Hard-Leser Amade Bühler und Tobias Grewe ins Studio eingeladen, um ihre um etliche Musiker erweiterte Gesangstruppe zu verstärken. Hier ein Bild der fröhlichen Aufnahmen. (hs)

Manchmal muss sich selbst unser Böss Holger Stratmann beim Rock Hard Festival der höheren Gewalt beugen – in diesem Fall personifiziert von Stage-Manager Achim. Als Holg stilvoll mit Bierflasche in der Hand auf die Bühne stürmen und THE IDIOTS ankündigen will, erntet er nur ein vorwurfsvolles Kopfschütteln und einen Verweis auf das unübersehbare „Kein Glas auf der Bühne“-Schild. Kein Problem für Holger: Bier geext, Band angesagt, fertig. (am)

Man sollte ja meinen, dass die angereisten Bands sich vor allem über diverse alkoholische Getränke im Catering-Bereich freuen. SKID ROW allerdings zeigen sich überraschend verzückt von den dort ebenfalls servierten Butterkeksen: „We´re a hard rocking band, we want cookies!“ (am)

Als Vorbild an Wetterfestigkeit präsentiert sich am Samstag HEIR APPARENT-Fronter Will Shaw. Während sich bei Symphony X die Wolken entladen und Regenponchos Trumpf sind, bangt der Sangesriese mit der Gimli-Figur auf der Tribüne ungerührt durch. Glücklich und durchnässt geht´s zurück ins Basislager. Definitiv nicht aus Zucker, der Kerl. (lk)

Das fast minütlich wechselnde Samstagswetter bringt einen der schönsten Regenbögen seit Blackmores Hochzeiten hervor. Wem bei diesem Anblick nicht warm ums Herz wird, der hat keins (oder ist zu sehr mit den groß aufspielenden SKID ROW beschäftigt). (lk)

Der Preis für die akribischste Lackierung geht an diese CANNIBAL CORPSE-Karre, die vor dem Gelsenkirchener Maritim-Hotel parkt. Die auf dem Beifahrersitz fläzende Zombiepuppe rundet das Bild geschmackvoll ab. (lk)

Was ein Band-Betreuer eigentlich so machen muss, wollen CARNIVORE A.D. von mir wissen. Ich gebe als Beispiel an, dass Tiamat letztes Jahr ihre Setlists vergessen hatten und ich diese dann ausdrucken musste. Darauf die Carnivore-A.D.-Jungs: „Fuck! The setlists...“ (sh)

Das hatte sich Kollege Schleutermann vermutlich anders vorgestellt, als er zusagte. FIFTH ANGEL auf dem Festival als redaktioneller Ansprechpartner zu betreuen – von wegen mal schnell „hallo“ sagen und dann wieder in Richtung Bar verschwinden. Die ohne Crew angereisten Westküsten-Amis nutzen die Gunst der Stunde, ernennen Schleuti kurzerhand zu ihrem Roadie des Tages und bombardieren ihn fortan mit Fragen, Wünschen und Aufgaben. Und da die Herren aus Seattle generell ein wenig unkoordiniert und aufgeregt scheinen, darf unser Roadie des Tages jede Frage zeitversetzt auch gleich mehrfach beantworten. Schleuti sieht man auf jeden Fall von nun an nur noch geschäftig mit Schweißperlen auf der Stirn durch die Gegend rennen anstatt mit einem kühlen Bierchen in der Hand an der Theke. Das letzte Mal sehe ich ihn am späten Abend, als er ächzend ein Bühnenbanner in Richtung Band-Van schleppt. (cs)

Partykönig Jens kann man jeden Abend wortlos zur Hotelbar schreiten sehen, denn bereits nach einigen Stunden kennt der Barkeeper seine Zimmernummer auswendig, sodass ein bloßes Nicken als Bestellung ausreicht. Das nenn ich mal Talent! (mam)

Die alte Lothar-Matthäus-Weisheit „Die Schuhe müssen immer zum Gürtel passen“ hat Matthias Mader nicht nur verinnerlicht, sondern perfektioniert. Am Festivalsamstag trägt unser Steve-Harris-Fanboy zum Old-School-Trikot von West Ham United passende Sneaker in den Vereinsfarben Bordeauxrot und Hellblau. Up the Hammers! (tk)

„Da liegt ein Kopf im Kühlschrank!“ In all den Jahren als Bandbetreuer beim Rock Hard Festival haben Stoney und Flocke schon so einiges erlebt, aber der Ausruf einer Putzfrau am Freitagabend lässt auch sie eher fassungslos zurück. Des Rätsels Lösung? Watain haben in ihrer Garderobe einen Ziegenschädel zurückgelassen. Völlig normal, wie uns ein Mitarbeiter ihres Labels versichert. „Das ist für sie eine Geste des Respekts und auch bei uns im Büro schon des Öfteren passiert.“ Na dann… (tk)

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NACHSCHLAG

Rockpalast

Mitschnitte diverser Shows vom Wochenende findet ihr beim WDR unter Rockpalast.de.

Sendetermin im WDR-Fernsehen:

Von Sonntag auf Montag, 07.07. - 02:35 Uhr

YouTube

In unserem YouTube-Channel findet ihr Video-Interviews mit POSSESSED, GAMMA RAY, ANTHRAX und CHAPEL OF DISEASE.

www.youtube.com/user/RockHardMegazine

Autor:
Onlineredaktion

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