Interview

Interview 27.01.2021, 08:15

THE RUINS OF BEVERAST - Mensch gegen Natur

THE RUINS OF BEVERAST-Kopf Meilenwald gab uns ergänzend zum Heft-Interview noch ein paar weitere Einblicke in das neue Album „The Thule Grimoires“, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Viel Spaß mit der kleinen Ergänzung zum Heft-Interview aus Rock Hard Vol. 404!

Meilenwald, über Kunst zu sprechen ist oftmals ein zweischneidiges Schwert, insbesondere, wenn es um so emotionale Kreationen wie THE RUINS OF BEVERAST geht. Eine Annäherung könnte allerdings u.a. über Farben gelingen – zumindest hast du in Vergangenheit Musik öfter in Farben gedacht; oft intensiv gestalteten Cover-Artworks sprechen für sich. Gibt es also eine Vision, ein Gefühl, eine Farbe hinter „The Thule Grimoires“?

»Ich weiß noch nicht so genau. Erdfarben, oder eher felsig. Außerdem grünschimmernd. Letztendlich versuche ich ja immer, die Farbe, die ich mit einem Album verbinde, auch im Cover zu verwenden. „The Thule Grimoires“ hatte allerdings diese Coverfärbung schon bevor die Songs fertig waren. Ich war schon im Vorhinein der Meinung, dass dieses Basaltähnliche in Kombination mit einem muffigen Grün zum Album passen würde. Warum kann ich nicht genau sagen, aber das ist in Ordnung für mich. Ich finde intuitive Ideen, die ich nicht erklären kann, im Nachhinein meistens die besseren. Ich vermute es hat damit zu tun, dass ich das Thema des Albums bereits frühzeitig festgelegt hatte und die Farben darauf ausgerichtet habe.«

Stellt die grüne Farbe Bezüge zu ihrer Bedeutung als Hoffnungsschimmer im Sinne einer Progression aus der auf „Exuvia“ durchlebten therapeutischen Wirkung dar? Oder findet sich darin visuell das für THE RUINS OF BEVERAST typische Naturmotiv widergespiegelt?

»Letzteres. Mit Hoffnung haben THE RUINS OF BEVERAST-Alben eher wenig zu tun. Es ist auch nicht so, dass „The Thule Grimoires“ eine Reaktion auf „Exuvia“ wäre oder die beiden Alben sonst irgendwie großartig verlinkt wären. Das Album thematisiert den immerwährenden Gegensatz zwischen der zwangsläufigen menschlichen Unterlegenheit gegenüber den Regeln und Kräften der Natur und seiner tatsächlichen Hybris diesen Regeln gegenüber. Die Texte des Albums erzählen so eine Art Mini-Dystopien darüber, grob formuliert. Der Seite der Natur kommt dabei die grüne Farbe zu. Moosig und unsauber allerdings, weil es eine echte, natürliche Farbe sein soll und keine stilisierte.«

Lässt sich der Titel auch metaphorisch lesen, also im Bezug darauf, dass die Lieder von THE RUINS OF BEVERAST durch ihre Machart und Wirkung einem mystischen Ort (dem tiefen Inneren, evtl. sogar Unbewussten) entspringen und als solche durch ihren frei fließenden Charakter im Sinne von „magic spells“ aus einem Grimoire verstanden werden können?

»Das ist ganz ehrlich eine großartige Idee, gegenüber deiner Interpretation ist die tatsächliche Geschichte hinter „The Thule Grimoires“ geradezu langweilig. Und natürlich hast du Recht, so bizarr und fremdartig die Geschichte ist, stammt sie ja immer noch von dem Menschen dahinter, und unterbewußt ist jeder Albumtitel nicht nur mit der Idee hinter dem Album, sondern auch mit der hinter dem ganzen Projekt verbunden. Und in dieser Hinsicht sind Grimoires und auch magische Formeln seit jeher Bestandteil der TROB’schen Welt gewesen, musikalisch wie textlich. Dass die Ideen zur Musik nicht nachverfolgbar sind, dass die Musik selbst nicht eingrenzbar ist, dass die Texte abstrakt und durchzogen von Merkwürdigkeiten sind, das trifft alles zu. Also ja, insofern hast du recht, dass man den Titel auf die Idee hinter THE RUINS OF BEVERAST ausweiten kann - auch wenn mir das nicht bewusst war bei der Entstehung des Titels.«

theruinsofbeverast.bandcamp.com

www.facebook.com/The-Ruins-Of-Beverast-116265971848680/

Bands:
THE RUINS OF BEVERAST
Autor:
Mandy Malon

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