Vorwort

Vorwort 28.04.2021, 08:00

Weiter, immer weiter!

Während ich diese Worte schreibe, schneit es, und draußen sieht man vor allem: Matsch. Dieses Heft hier haben wir redaktionell so gut wie abgeschlossen, der Kalender zeigt Anfang April - und das Wetter ist bezeichnend. Über Deutschland liegt eine bleierne Schwere, die sich auch der größte Optimist nicht schönreden kann, und selbst Leute, die „die Politik“, diesen Job, den man ja auch nicht machen möchte, sogar bei zweifelhaften Entscheidungen verteidigen und in Schutz nehmen, wie der Verfasser dieser Zeilen, sind ob des auch mit viel gutem Willen nicht mehr nachvollziehbaren Impf-Desasters langsam, aber sicher konsterniert.

Dass wir die Broilers aufs Cover gepackt haben, ist trotzdem nicht hauptsächlich „den Umständen“, dieser schwierigen Zeit, geschuldet, die Düsseldorfer PunkrockerInnen gehören schon seit vielen Jahren, genauer gesagt seit ihrer 2009er DVD „The Anti Archives“, die einigen von uns damals wie ein Pfeil ins Herz geschossen ist, zum Rock-Hard-Inventar, ihr vor allem von Streetrock und Oi! geprägter Sound klingt - falls Ihr die Band noch nicht kennt - in den härteren Momenten wie ein gemeinsamer Jam von Social Distortion und den Onkelz, macht aber auch vor genrefremden Ausflügen nicht Halt. Nichtsdestotrotz könnte das Timing zugegebenermaßen schlechter sein: „Puro Amor“, die neue Platte, die die Charts anführt, wenn das Heft, das Ihr gerade in den Händen haltet, in den wenigen offenen Läden liegt, stellt den perfekten Soundtrack zur „Krise“ dar, scheut weder Pathos und großes Gefühl noch die existenziellen Fragen, die am Ende des Tages ja doch immer die gleichen sind, stimmt nachdenklich und ja: manchmal traurig - macht mit seiner rheinischen Gelassenheit und unaufgesetzten „Weiter, immer weiter!“-Attitüde aber auch neuen Mut. Und vor allem: Lust aufs Leben. Lust auf all das, das da (hoffentlich) bald wieder kommt.

Bis es so weit ist, essen wir einfach die eine oder andere Portion knusprige, dicke Fritten. Natürlich doppelt frittiert, am besten in Rinderfett. Und arbeiten uns dazu durch Mercyful Maders großes Belgien-Special. Zwölf Seiten über Ostrogoth, Crossfire & Co. Verrückt, der Matthias...

Liebe ist alles!

Autor:
Boris Kaiser

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