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REVIEW 5.5 24.11.2021

(Album, RH 414, 2021)

3RD GRADE BURN - Versus

Womöglich gibt es Menschen, die in meterlangen Reihen silbergrauer Bennos alles sammeln, was jemals nach Nu Metal klang oder immer noch klingt. Sie dürfen dieses Album wohlgemut zwischen Taproot und Thorn.Eleven einsortieren. Es wird sie nicht stören, dass 3RD GRADE BURN ihre Stücke zwar wie Slipknot aufbauen, aber überall dort, wo Corey Taylor dem Gebrüll unwiderstehliche Gesangslinien entgegensetzt, hier selbst dort, wo sich Melodien andeuten, eine stimmliche Bandbreite herrscht, die der Spurweite eines Baustellenabschnitts auf der A40 entspricht. Sie werden darüber hinwegsehen, dass der Frontmann gelegentlich den Jonathan Davis heraushängen lässt, nur leider mit simpler gestrickten Texten, recht deutsch intoniertem Englisch und ohne einen Hauch jener seelischen und trotz aller Drogen und Therapien weiterhin schwärenden Wunden, die man dem exaltierten Geek immer noch abkauft. Nu Metal braucht diese Dramatik, und sei sie nur gut gespielt. Hier aber klingt das eher an Sick Of It All erinnernde Gebell nicht wie das eines Mannes, der seine kaputte Gefühlswelt verarbeitet, sondern eher wie die Befehle eines Hooligan-Anführers, der seinen Beanie-bemützten Schergen zuruft, nun endlich das Gitter zum Nebenblock aufzubrechen. Alles knallt und groovt auf Anschlag, doch es fehlt an allen Ecken und Enden an Atmosphäre und innerer Dringlichkeit. Der tätowierten Komplettistin vor dem Benno wird´s egal sein.

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