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REVIEW 8.0 20.11.2019

(Album des Monats, RH 391, 2019)

AVATARIUM - The Fire I Long For

Der von manchen prognostizierte Durchbruch auf großer Ebene dürfte den SchwedInnen verwehrt bleiben - was nicht negativ sein muss, wenn man das kometenhafte Verglühen von Bands wie Blues Pills betrachtet. AVATARIUM hingegen lodern beständig und glühen mit fortschreitendem Karriereverlauf zunehmend heller. „The Fire I Long For“ verbreitet im Dunkel ihres Band-Kosmos wohlige Wärme und leuchtet dabei zwei Tendenzen aus: Bandgründer Leif Edling hat seinem Werk nicht mehr viel hinzuzufügen und bewegt sich innerhalb seiner Komfortzone keinen Zentimeter mehr. Weitaus mutiger sind hingegen Gitarrist und Produzent Marcus Jidell und Sängerin Jennie-Ann Smith: Ihre Songs brechen die gewohnten Schemata bewusst auf, sind tiefschürfender, emotionaler und schlichtweg besser. Vor allem ´Lay Me Down´ geht weit über das hinaus, was man gemeinhin unter „Doom Metal“ versteht (insbesondere dem Doom Metal der Candlemass-Prägung) und taucht stattdessen in eine unterschwellige Americana-Finsternis hinab. Nein, dieses Feuer ist offensichtlich noch nicht verglimmt. DISKOGRAFIE Moonhorse (EP, 2013) Avatarium (2013) All I Want (EP, 2014) The Girl With The Raven Mask (2015) Hurricanes And Halos (2017) The Fire I Long For (2019) LINE-UP Jennie-Ann Smith (v.) Marcus Jidell (g.) Mats Rydström (b.) Rickard Nilsson (keys) Lars Sköld (dr.) Wer auf folgende Bands steht, wird auch an „The Fire I Long For“ seine Freude haben: Candlemass * Black Sabbath * Tiamat * Amorphis * Ghost * Year Of The Goat * Opeth * Enslaved * Sólstafir * Jex Thoth * Uncle Acid & The Deadbeats * Universe217 * The Doomsday Kingdom * Krux * Uriah Heep * Evergrey * Lake Of Tears * Mount Salem * A Pale Horse Named Death * The Devil´s Blood

REVIEW 8.5 23.10.2019

(Album des Monats, RH 390, 2019)

RAY ALDER - What The Water Wants

Mit Livegitarrist Mike Abdow ist an RAY ALDERs erstem „richtigen“ Soloalbum (sein Ende der Neunziger und in den frühen Nullern aktives - und tolles! - Engine-Projekt sieht er eher als Band an) neben dem Sänger selbst nur eine weitere Fates-Warning-Nase beteiligt, aber der Sound legt tatsächlich anderes nahe: Die partielle „Kühle“ evoziert (auch) Jim Matheos' aktuellen Ton (inklusive der OSI-Platten), der Bass ist so weit vorne wie sonst fast nur bei Joey Vera, und die Melodiebögen hätten auf „Darkness In A Different Light“ oder „Theories Of Flight“, sogar auf „A Pleasant Shade Of Gray“ ebenfalls keine unpassende Figur abgegeben. Ob man „What The Water Wants“, an dem des Weiteren Lords-Of-Black-Klampfer Tony Hernando und Ignite-Drummer Craig Anderson beteiligt waren, nun (modernen) Prog nennen muss, weiß ich nicht, aber die sich damit angesprochene Klientel dürfte hier sicherlich eher fündig werden als Fans der Engine-Vorbilder Deftones oder der im Interview auf diesen Seiten kommunizierten Faith No More zu „The Real Thing“-Zeiten, die Alder selbst in den Ring wirft. Neben den sowieso immer herausragenden Vocals besonders beeindruckend ist dabei das dynamische Songwriting, das Knackiges wie 'Shine' oder 'Wait' genauso offeriert wie Neunziger-Anspruchs-Kommerz (der Quasi-Titelsong 'What The Water Wanted' als unbeabsichtigtes 'Eye To Eye 2.0') oder gar nicht mal so wenig Balladeskes ('The Road', 'Some Days'), das nie ins Platte, allzu Gefühlige abdriftet, sondern sich im Gegenteil immer auf die genau richtige Art nähert. Ein starkes, unaufgeregtes Album, das im Veröffentlichungs-Trubel hoffentlich nicht untergehen wird! DISKOGRAFIE What The Water Wants (2019) LINE-UP Ray Alder (v.) Mike Abdow (g./b.) Tony Hernando (g./b.) Craig Anderson (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „What The Water Wants“ Gefallen finden: Fates Warning * OSI * Tool * Engine * Redemption * A Perfect Circle * Storm Corrosion * Steven Wilson * Porcupine Tree * The Gathering * Arch/Matheos * Riverside * Blackfield * Katatonia * Haken * Leprous * Marillion * Oceansize * Karnivool * Muse

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REVIEW 8.5 25.09.2019

(Album des Monats, RH 389, 2019)

OPETH - In Cauda Venenum

Wo es doch schon im aktuellen Plattenfimen-Info steht: Mikael Åkerfeldt hat eine neue Beziehung, trägt selbstbewusst das T-Shirt der Band seiner neuen Flamme und hat beim Songwriting offensichtlich eine Euphorie erlebt, die das Album über eine Stunde lang ansteckt. So was gibt´s. Auf „Sorceress“ hatte er ja (schön versteckt) bereits seine Scheidung verarbeitet. Ist „In Cauda Venenum“ deshalb das bessere Album? So läuft das nicht. Die Platte ist anders. Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis der Zehn-Tracker aus dem Quark kommt und man das überhaupt alles halbwegs verstanden hat. „In Cauda Venenum“ ist eine Mischung aus durchaus bissiger Sozialkritik, überkandideltem Musikantentum und Rätseln, die Hörer und Musikjournalisten in naher Zukunft noch entschlüsseln werden (einige davon findet ihr bereits in unserer Titelstory). Aber genau das macht das Album ja besonders. Es ist eben kein Wegwerfprodukt wie so vieles, es fordert eine künstlerische Auseinandersetzung ein. Der erste Song ´Dignity´ ist schon ein Wellental der Emotionen, sehr abwechslungsreich, aber nicht so geradeheraus wie ´Heart In Hand´, der härteste und zugänglichste Song des Albums. Die lebendige Produktion und das dynamische Schlagzeugspiel von Martin Axenrot kommen hier zum ersten Mal richtig zur Geltung. Die „kranken“ Streicher in ´Next Of Kin´ wirken wie der verstörende Soundtrack eines Claude-Chabrol-Films, dem süßlich-folkige Melodien gegenübergestellt werden. Meines Erachtens ein Experiment mittlerer Qualität. Auch die düstere Bassorgie ´Charlatan´, mit einer nervigen Keyboard-Melodie garniert, ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Solche Songs kann Steven Wilson besser. Das dazwischen platzierte ´Lovelorn Crime´ ist hingegen eine balladeske Wohltat auf höchstem Åkerfeldt-Niveau. Und das gilt auch für den halbstündigen Rest des Albums. ´Universal Truth´, ´The Garroter´, ´Continuum´ und ´All Things Will Pass´ sind die vielleicht homogenste Abschlussrutsche der an Höhepunkten nicht gerade armen Bandgeschichte. Unter dem Kopfhörer ein Genuss. Es macht sich bezahlt, dass mit Stefan Boman ein Mixer hinter dem Pult saß, der das Album leidenschaftlich mit Effekten, Fades und höchst verschiedenen Klängen versehen hat. Das allein sollte aufgrund des hohen musikalischen Levels ein Grund für Fans sein, hier erneut zuzuschlagen. DISKOGRAFIE (Studioalben) Orchid (1995) Morningrise (1996) My Arms, Your Hearse (1998) Still Life (1999) Blackwater Park (2001) Deliverance (2002) Damnation (2003) Ghost Reveries (2005) Watershed (2008) Heritage (2011) Pale Communion (2014) Sorceress (2016) In Cauda Venenum (2019) LINE-UP Mikael Åkerfeldt (v./g.) Fredrik Åkesson (g.) Martin Mendez (b.) Joakim Svalberg (keys) Martin Axenrot (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „In Cauda Venenum“ Gefallen finden: Storm Corrosion * Katatonia * King Crimson * Steven Wilson * Porcupine Tree * Jethro Tull * Pink Floyd * Anathema * Mahavishnu Orchestra * Weather Report * Genesis * The Soft Machine * Gong * Caravan * Yes * November * Kaipa * Culpeper´s Orchard * Bo Hansson * Kebnekaise

REVIEW 9.0 28.08.2019

(Album des Monats, RH 388, 2019)

DISILLUSION - The Liberation

13 Jahre nach dem letzten Album „Gloria“ meldet sich die vielleicht beste Progressive-Metal-Band Deutschlands endlich mit einem neuen, ihrem dritten Album zurück. Schon die 2016er Single „Alea“ deutete an, dass Mastermind Andy Schmidt und seine von vielen Line-up-Wechseln gebeutelte Mannschaft musikalisch eher wieder in Richtung des Überdebüts „Back To Times Of Splendor“ (2004) gehen würden. „The Liberation“ ist weniger schräg und weniger abgefahren ausgefallen als „Gloria“, eher wieder epischer, melodischer und im engeren Sinne auch musikalischer. Dabei wurde das von Jens Bogren brillant gemasterte Album komplett mithilfe einer breit angelegten Crowdfunding-Kampagne finanziert. Und die Songs? Sehr stark. Vom epochalen, zwölfminütigen Opener ´Wintertide´ (hätte auch auf „BTTOS“ stehen können) über das knallharte Riff-Kraftpaket ´The Great Unknown´ bis hin zum düster-progressiven, abermals überlangen Abschluss-Song ´The Mountain´ gibt es keinen Aussetzer. Zudem besitzt auch „The Liberation“ Langzeitwirkung und wächst garantiert mit jedem Hördurchgang, erst recht, wenn man sich mit dem Konzept der Platte beschäftigt, das ebenfalls an „BTTOS“ anschließt. Vergleichen lassen sich DISILLUSION übrigens nach wie vor mit keiner anderen Band. Das Label-Info wirft Opeths „Watershed“-Album in den Ring, ich würde vielleicht noch das progressive Musikverständnis eines Ihsahn nennen, aber letztendlich ist das hier ganz große, eigenständige (Rock-)Musik. Atemberaubend!

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REVIEW 8,5 28.08.2019

(Album des Monats, RH 388, 2019)

YEAR OF THE GOAT - Novis Orbis Terrarum Ordinis

Die Sverige-Okkult-Rocker YEAR OF THE GOAT werden in kleinen Kreisen so heldisch verehrt, dass man meinen könnte, ihre Vita wäre mit Veröffentlichungen nur so vollgestopft, aber denkste: Seit 2011 hat es die Band gerade mal auf zwei Longplayer, zwei EPs und zwei 7“-Singles gebracht - ein Release allerdings stärker als der andere. „Novis Orbis Terrarum Ordinis“, Album Nummer drei, wurde dementsprechend nun nicht nur von Die-hard-Ziegenkopf-Sammler Jens „Bärli“ Peters sehnlichst erwartet - und hat letzten Endes auch erneut zumindest das Potenzial, die Band vom Kritikerlieblinge-Status, der nicht immer förderlich ist, in größere Bekanntheitsgrade zu befördern. Zwar würde ich wegen des kaum zu erreichenden „Prequelle“-Geniestreichs meine in der Rezension zur 2014er EP „The Key And The Gate“ keck kommunizierte Einordnung „die (noch) besseren Ghost“ nicht mehr unterschreiben, immerhin drei der neun neuen Stücke, die Opener 'Subortus' und 'Acedia' sowie der Zwischendurch-Snack 'Avaritia', nähern sich dem Hitfaktor der erfolgreicheren Brüder im nicht ganz so ernsthaften Geiste jedoch wirklich sehr, und so nachhaltig zumindest der Schreiber dieser Zeilen Tobias Forges aktuelle Errungenschaften feiert, so wenig muss man ja schönschreiben, dass der Tausendsassa einen Teil seiner angetanen Klientel auf dem Weg in den Classic- und Melodic-Rock-Himmel verloren hat. Was im Übrigen einen weiteren Hinweis ans Kopfhörer-Publikum rechtfertigt: Zwar wirkt der „„Novis Orbis...“-Zehnminüter 'Ira' auch nach oftmaligem Hören ein wenig spröde, mit dem noch mal 240 Sekunden mehr aufbietenden Abschluss 'Subicio' gewinnen YEAR OF THE GOAT aber ebenfalls in der Langdistanz, vor allem der zweite Teil des Tracks wirkt als Süchtigmacher, der einen die Repeat-Taste nach dem Verschwinden der letzten Töne sofort wieder drücken lässt.

REVIEW 8,5 24.07.2019

(Album des Monats, RH 387, 2019)

SUICIDAL ANGELS - Years Of Aggression

SUICIDAL ANGELS stehen schon immer für erstklassigen Thrash Metal. Genauso kontinuierlich wird den Griechen ein Mangel an Eigenständigkeit vorgeworfen. Dass übermäßige Innovation im Thrash seit jeher nach hinten losgeht, wird dabei gern vergessen. Oder aber es meckern nur Leute rum, die die Essenz dieses Genres eh nicht kapiert haben. Und die lautet nun mal geile Riffs, Tempo, Energie und 'ne gewisse Fuck-off-Attitüde. Natürlich ist „Years Of Aggression“ von diversen alten Heldentaten inspiriert. Aber eine Mischung aus, sagen wir mal: Slayer, Kreator und Xentrix, die diverse Alben der Vorbilder LOCKER aussticht, ist einfach so was von fuck-geil, dass einem jeder leidtun kann, der dieses superb produzierte Edel-Thrash-Paket nicht umgehend in seine Sammlung packt. Es wird wirklich Zeit, die Genre-Hackordnung nicht nach Alter, sondern nach Qualität zu sortieren! DISKOGRAFIE Armies Of Hell (EP, 2006) Eternal Domination (2007) Sanctify The Darkness (2009) Dead Again (2010) Bloodbath (2012) Divide And Conquer (2014) Division Of Blood (2016) Years Of Aggression (2019) LINE-UP Nick Melissourgos (v./g.) Gus Drax (g.) Aggelos Lelikakis (b.) Orpheas Tzortzopoulos (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Years Of Aggression“ Gefallen finden: Kreator * Slayer * Destruction * Exodus * Hatriot * Legion Of The Damned * Dark Angel * Havok * Xentrix * Overkill * Warbringer * Whiplash * Exumer * Angelus Apatrida * Evile * Demolition Hammer * Sodom * Testament * Metallica * Death Angel

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REVIEW 8,5 19.06.2019

(Album des Monats, RH 386, 2019)

D-A-D - A Prayer For The Loud

Seit dem letzten Output von Dänemark's Finest sind immerhin acht Jahre vergangen, dazwischen war Jesper Binzer aus Langeweile mehr als respektabel solo unterwegs. Mit 'Burning Star' geht es gleich kurzweilig und ohne Umscheife flott zur Sache, der Sound der Platte ist am Maximum dessen, was man in Studios heute herstellen kann. „A Prayer For The Loud“ zeigt vor allem, dass D-A-D als Songwriter gereift sind. Die Platte wirkt besser sortiert und überlegter als so manches, was man zwischendurch glaubte, spontan raushauen zu können. So ist das Titelstück eine wunderbare Rock'n'Roll-Hymne mit Herz, 'The Sky Is Made Of Blues' ein typischer Roadmovie-Rocker mit US-Flair. Das sind tatsächlich späte Highlights im Katalog der Band, genauso wie die beiden tollen Balladen 'A Drug For The Heart' und 'If The World Just', die Jesper als hervorragend formulierenden Texter fast schon in ein neues Licht stellen. Ein-, zweimal muss sich die Band durch (immerhin!) krachige Rock'n'Roll-Sessions retten, weil der Aufbau nicht stimmig ist oder die Refrains etwas müde wirken. Der Rest ist Gute-Laune-Unterhaltung einer Band, die in ihrer langen Karriere eh meistens wusste, wo's langgeht. Unterm Strich eine starke Vorstellung, die es überraschend oft mit den Klassikern der Band aufnehmen kann. DISKOGRAFIE (Studioalben) Call Of The Wild (1986) D.A.D. Draws A Circle (1987) No Fuel Left For The Pilgrims (1989) Riskin´ It All (1991) Helpyourselfish (1995) Simpatico (1997) Everything Glows (2000) Soft Dogs (2002) Scare Yourself (2005) Monster Philosophy (2008) Dic.Nii.Lan.Daft.Erd.Ark (2011) A Prayer For The Loud (2019) LINE-UP Jesper Binzer (v./g.) Jacob Binzer (g.) Stig Pedersen (b.) Laust Sonne (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „A Prayer For The Loud“ Gefallen finden: AC/DC * Airbourne * Skid Row * Alice Cooper * Hardcore Superstar * Aerosmith * Guns N´ Roses * ZZ Top * Red Hot Chili Peppers * Nazareth * Krokus * Hollywood Vampires * Bullet * Mustasch * Mötley Crüe * Soundgarden * Spiders * Rhino Bucket * ´77 * Dizzy Mizz Lizzy

REVIEW 8 22.05.2019

(Album des Monats, RH 385, 2019)

WHITESNAKE - Flesh & Blood

Eisenfavst findet es irgendwie schade, dass „Flesh & Blood“ nun tatsächlich erscheint, denn das in den allmonatlichen VÖ-News versteckte Bonmot „Dieses Album soll einem verdammt noch mal so richtig die Falten aus der Visage ziehen“ ist jetzt unwiederbringlich Geschichte. Nun ist der grimmige Eisenfavst zwar so einiges, aber eben keine Koryphäe in Sachen Classic Rock. Das trifft schon eher auf Jörg Staude zu, der, schenkt man der E-Mail-Flut aus seinem Rock-Hard-Außenbüro Glauben, den aktuellen WHITESNAKE-Dreher seit Tagen rauf und runter hört und „total begeistert“ ist. Was nachvollziehbar ist, denn auch wenn sich „Flesh & Blood“ (erwartungsgemäß?) nicht in die Riege der ganz großen Klassiker im Bandkanon einreiht, ist es ein sehr gutes Hardrock-Album, das durchaus Akzente zu setzen weiß. Mit dem Thin-Lizzy-mäßigen 'Always & Forever' beispielsweise, bei dem sich Coverdales Phrasierungen an denen von Phil Lynott orientieren, oder dem Groove-Monster 'Well I Never', das sich einen Platz im Liveset der Band verdient hätte. Dass WHITESNAKE die Platte mit dem an Led Zeppelin erinnernden Abschlussdoppel 'After All' und 'Sands Of Time' selbstbewusst ausklingen lassen, passt ins Bild. DISKOGRAFIE (Auswahl) Snakebite (EP, 1978) Trouble (1978) Love Hunter (1979) Ready An´ Willing (1980) Live… In The Heart Of The City (live, 1980) Come An´ Get It (1981) Saints & Sinners (1982) Slide It In (1984) 1987 (1987) Slip Of The Tongue (1989) Greatest Hits (1994) Restless Heart (1997) Starkers In Tokyo (live, 1997) Live… In The Shadow Of The Blues (live, 2006) Good To Be Bad (2008) Forevermore (2011) Live At Donington 1990 (live, 2011)' Box ´o´ Snakes: The Sunburst Years 1978-1982 (2011) Made In Japan (live, 2013) Made In Britain/The World Record (live, 2013) Live In ´84; Back To The Bone (live, 2014) The Purple Album (2015) The Purple Tour (live, 2018) Unzipped (live, 2018) Flesh & Blood (2019) LINE-UP David Coverdale (v.) Reb Beach (g.) Joel Hoekstra (g.) Michael Devin (b.) Michele Luppi (keys) Tommy Aldridge (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Flesh & Blood“ Gefallen finden: Deep Purple * Rainbow * Gillan * Vandenberg * Thin Lizzy * Nazareth * Uriah Heep * Dio * Aerosmith * Dokken * Slaughter * Lynch Mob * Led Zeppelin * The Answer * Free * Bad Company * UFO * Van Halen * Gotthard * Black Country Communion

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REVIEW 8.5 17.04.2019

(Album des Monats, RH 384, 2019)

ARCH/MATHEOS - Winter Ethereal

Auch wenn sowohl auf der 2003er EP „A Twist Of Fate“ als auch auf dem ersten ARCH/MATHEOS-Album „Sympathetic Resonance“ von 2011 Sänger John Archs Fates-Warning-Wurzeln immer offengelegt waren, konnte kein Song so unvermittelt an die begnadeten Mittachtziger-Werke „The Spectre Within“ und „Awaken The Guardian“ anknüpfen wie heuer ´Wanderlust´, eine Epic-Metal-Wunderkerze, deren Gesangslinien (VIELE Gesangslinien!) an die ganz, ganz großen Momente erinnern, nicht nur an ´The Sorceress´ oder ´Orphan Gypsy´, nein, sogar an ´Guardian´ oder ´The Apparition´ - alleine diese sechs Minuten machen „Winter Ethereal“ für die avisierte Klientel (als würde die eh auch nur einen Moment zögern...) zum Pflichtkauf Nummer eins. Von ähnlicher Güte und Magie zeugen der perfekte Opener ´Vermillion Moons´ sowie das vor allem vom Refrain lebende ´Straight And Narrow´, und auch die 13-minütige Schlussoffensive ´Kindred Spirits´, an deren Ende man den Sieg schließlich ruhig und entspannt über die Ziellinie bringt, offeriert brillante Momente en gros. Der Rest des Albums, auf dem sich neben Arch und Matheos neben dem beinahe kompletten Fates-Warning-Umfeld (Joey Vera, Bobby Jarzombek, Joe DiBiase, Mark Zonder...) u.a. Testament-Basser Steve DiGiorgio und Cynic-Tieftöner Sean Malone vorstellen, neigt dagegen - zumindest für die Möglichkeiten der Beteiligten - ein wenig zur (vor allem melodischen) Unauffälligkeit, da müssen dann doch schon mal die Super-Vocals, aber auch die wahnwitzigen Gitarren-Einfälle des Fates-Warning-Protagonisten das eine oder andere in die „Herausragend“-Kategorie hinüberwuchten, bevor´s ernsthaft zu Diskussionen kommt. Aber mei, wahrscheinlich ist man knapp 70-minütige Alben auch einfach nicht mehr gewöhnt, und in Connecticut hat man´s nur gut gemeint... DISKOGRAFIE John Arch: A Twist Of Fate (2003) Arch/Matheos: Sympathetic Resonance (2011) Winter Ethereal (2019) LINE-UP John Arch (v.) Jim Matheos (g.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Winter Ethereal“ Gefallen finden: Fates Warning * Redemption * OSI * Psychotic Waltz * Watchtower * Dream Theater * Rush * Vauxdvihl * Zero Hour * Sieges Even * Spiral Architect * Heaven´s Cry * Leviathan * Payne´s Gray * Disillusion * Pain Of Salvation * Haken * Periphery

REVIEW 8 20.03.2019

(Album des Monats, RH 383, 2019)

EXUMER - Hostile Defiance

Ganz klar: Wenn es ein Album schafft, Jan Jaedike und Ronny Bittner gleichermaßen zu begeistern, muss es wirklich das gewisse Etwas haben. Wie „Hostile Defiance“ von EXUMER eben, zu dessen Klängen Not-Man-Lookalike Bittner in den vergangenen Tagen mehrfach eine Mosh-Polonaise durch die Büros veranstaltet hat. Lustig anzusehen, aber völlig zu Recht, denn das fünfte Album der deutsch-amerikanischen Zusammenrottung knallt nicht nur wegen der druckvollen Produktion von Dennis Koehne (Sodom, Melechesh), sondern vor allem wegen seiner perfekten Kombination aus old-schooligem Teutonen-Thrash und Bay-Area-Riffs, die es locker auf Exodus-Niveau bringen. Aber es sind nicht nur die krachenden Riffs und der eindringliche Gesang von Fronter Mem Von Stein, die gefallen, sondern auch die mit Liebe zum Detail ausgearbeiteten Soli, denen bei aller Eingängigkeit gerne auch ein fieses Element zu eigen ist. Und dass die Jungs einen exzellenten Musikgeschmack haben, beweisen sie mit den Coverversionen von Entombeds 'Supposed To Rot' und dem Scorpions-Heuler 'He's A Woman, She's A Man'. DISKOGRAFIE (Studioalben) Possessed By Fire (1986) Rising From The Sea (1987) Fire & Damnation (2012) The Raging Tides (2016) Hostile Defiance (2019) LINE-UP Mem Von Stein (v.) Ray Mensh (g.) Marc Bräutigam (g.) T. Schiavo (b.) Matthias Kassner (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Hostile Defiance“ Gefallen finden: Exodus * Slayer * Dark Angel * Death Angel * Testament * Kreator * Sacred Reich * Forbidden * Metallica * Whiplash * Anthrax * Megadeth * Assassin * Overkill * Nuclear Assault * Sepultura * Sodom * Hirax

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