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REVIEW 9.0 28.08.2019

(Album des Monats, RH 388, 2019)

DISILLUSION - The Liberation

13 Jahre nach dem letzten Album „Gloria“ meldet sich die vielleicht beste Progressive-Metal-Band Deutschlands endlich mit einem neuen, ihrem dritten Album zurück. Schon die 2016er Single „Alea“ deutete an, dass Mastermind Andy Schmidt und seine von vielen Line-up-Wechseln gebeutelte Mannschaft musikalisch eher wieder in Richtung des Überdebüts „Back To Times Of Splendor“ (2004) gehen würden. „The Liberation“ ist weniger schräg und weniger abgefahren ausgefallen als „Gloria“, eher wieder epischer, melodischer und im engeren Sinne auch musikalischer. Dabei wurde das von Jens Bogren brillant gemasterte Album komplett mithilfe einer breit angelegten Crowdfunding-Kampagne finanziert. Und die Songs? Sehr stark. Vom epochalen, zwölfminütigen Opener ´Wintertide´ (hätte auch auf „BTTOS“ stehen können) über das knallharte Riff-Kraftpaket ´The Great Unknown´ bis hin zum düster-progressiven, abermals überlangen Abschluss-Song ´The Mountain´ gibt es keinen Aussetzer. Zudem besitzt auch „The Liberation“ Langzeitwirkung und wächst garantiert mit jedem Hördurchgang, erst recht, wenn man sich mit dem Konzept der Platte beschäftigt, das ebenfalls an „BTTOS“ anschließt. Vergleichen lassen sich DISILLUSION übrigens nach wie vor mit keiner anderen Band. Das Label-Info wirft Opeths „Watershed“-Album in den Ring, ich würde vielleicht noch das progressive Musikverständnis eines Ihsahn nennen, aber letztendlich ist das hier ganz große, eigenständige (Rock-)Musik. Atemberaubend!

REVIEW 8,5 28.08.2019

(Album des Monats, RH 388, 2019)

YEAR OF THE GOAT - Novis Orbis Terrarum Ordinis

Die Sverige-Okkult-Rocker YEAR OF THE GOAT werden in kleinen Kreisen so heldisch verehrt, dass man meinen könnte, ihre Vita wäre mit Veröffentlichungen nur so vollgestopft, aber denkste: Seit 2011 hat es die Band gerade mal auf zwei Longplayer, zwei EPs und zwei 7“-Singles gebracht - ein Release allerdings stärker als der andere. „Novis Orbis Terrarum Ordinis“, Album Nummer drei, wurde dementsprechend nun nicht nur von Die-hard-Ziegenkopf-Sammler Jens „Bärli“ Peters sehnlichst erwartet - und hat letzten Endes auch erneut zumindest das Potenzial, die Band vom Kritikerlieblinge-Status, der nicht immer förderlich ist, in größere Bekanntheitsgrade zu befördern. Zwar würde ich wegen des kaum zu erreichenden „Prequelle“-Geniestreichs meine in der Rezension zur 2014er EP „The Key And The Gate“ keck kommunizierte Einordnung „die (noch) besseren Ghost“ nicht mehr unterschreiben, immerhin drei der neun neuen Stücke, die Opener 'Subortus' und 'Acedia' sowie der Zwischendurch-Snack 'Avaritia', nähern sich dem Hitfaktor der erfolgreicheren Brüder im nicht ganz so ernsthaften Geiste jedoch wirklich sehr, und so nachhaltig zumindest der Schreiber dieser Zeilen Tobias Forges aktuelle Errungenschaften feiert, so wenig muss man ja schönschreiben, dass der Tausendsassa einen Teil seiner angetanen Klientel auf dem Weg in den Classic- und Melodic-Rock-Himmel verloren hat. Was im Übrigen einen weiteren Hinweis ans Kopfhörer-Publikum rechtfertigt: Zwar wirkt der „„Novis Orbis...“-Zehnminüter 'Ira' auch nach oftmaligem Hören ein wenig spröde, mit dem noch mal 240 Sekunden mehr aufbietenden Abschluss 'Subicio' gewinnen YEAR OF THE GOAT aber ebenfalls in der Langdistanz, vor allem der zweite Teil des Tracks wirkt als Süchtigmacher, der einen die Repeat-Taste nach dem Verschwinden der letzten Töne sofort wieder drücken lässt.

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REVIEW 8,5 24.07.2019

(Album des Monats, RH 387, 2019)

SUICIDAL ANGELS - Years Of Aggression

SUICIDAL ANGELS stehen schon immer für erstklassigen Thrash Metal. Genauso kontinuierlich wird den Griechen ein Mangel an Eigenständigkeit vorgeworfen. Dass übermäßige Innovation im Thrash seit jeher nach hinten losgeht, wird dabei gern vergessen. Oder aber es meckern nur Leute rum, die die Essenz dieses Genres eh nicht kapiert haben. Und die lautet nun mal geile Riffs, Tempo, Energie und 'ne gewisse Fuck-off-Attitüde. Natürlich ist „Years Of Aggression“ von diversen alten Heldentaten inspiriert. Aber eine Mischung aus, sagen wir mal: Slayer, Kreator und Xentrix, die diverse Alben der Vorbilder LOCKER aussticht, ist einfach so was von fuck-geil, dass einem jeder leidtun kann, der dieses superb produzierte Edel-Thrash-Paket nicht umgehend in seine Sammlung packt. Es wird wirklich Zeit, die Genre-Hackordnung nicht nach Alter, sondern nach Qualität zu sortieren! DISKOGRAFIE Armies Of Hell (EP, 2006) Eternal Domination (2007) Sanctify The Darkness (2009) Dead Again (2010) Bloodbath (2012) Divide And Conquer (2014) Division Of Blood (2016) Years Of Aggression (2019) LINE-UP Nick Melissourgos (v./g.) Gus Drax (g.) Aggelos Lelikakis (b.) Orpheas Tzortzopoulos (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Years Of Aggression“ Gefallen finden: Kreator * Slayer * Destruction * Exodus * Hatriot * Legion Of The Damned * Dark Angel * Havok * Xentrix * Overkill * Warbringer * Whiplash * Exumer * Angelus Apatrida * Evile * Demolition Hammer * Sodom * Testament * Metallica * Death Angel

REVIEW 8,5 19.06.2019

(Album des Monats, RH 386, 2019)

D-A-D - A Prayer For The Loud

Seit dem letzten Output von Dänemark's Finest sind immerhin acht Jahre vergangen, dazwischen war Jesper Binzer aus Langeweile mehr als respektabel solo unterwegs. Mit 'Burning Star' geht es gleich kurzweilig und ohne Umscheife flott zur Sache, der Sound der Platte ist am Maximum dessen, was man in Studios heute herstellen kann. „A Prayer For The Loud“ zeigt vor allem, dass D-A-D als Songwriter gereift sind. Die Platte wirkt besser sortiert und überlegter als so manches, was man zwischendurch glaubte, spontan raushauen zu können. So ist das Titelstück eine wunderbare Rock'n'Roll-Hymne mit Herz, 'The Sky Is Made Of Blues' ein typischer Roadmovie-Rocker mit US-Flair. Das sind tatsächlich späte Highlights im Katalog der Band, genauso wie die beiden tollen Balladen 'A Drug For The Heart' und 'If The World Just', die Jesper als hervorragend formulierenden Texter fast schon in ein neues Licht stellen. Ein-, zweimal muss sich die Band durch (immerhin!) krachige Rock'n'Roll-Sessions retten, weil der Aufbau nicht stimmig ist oder die Refrains etwas müde wirken. Der Rest ist Gute-Laune-Unterhaltung einer Band, die in ihrer langen Karriere eh meistens wusste, wo's langgeht. Unterm Strich eine starke Vorstellung, die es überraschend oft mit den Klassikern der Band aufnehmen kann. DISKOGRAFIE (Studioalben) Call Of The Wild (1986) D.A.D. Draws A Circle (1987) No Fuel Left For The Pilgrims (1989) Riskin´ It All (1991) Helpyourselfish (1995) Simpatico (1997) Everything Glows (2000) Soft Dogs (2002) Scare Yourself (2005) Monster Philosophy (2008) Dic.Nii.Lan.Daft.Erd.Ark (2011) A Prayer For The Loud (2019) LINE-UP Jesper Binzer (v./g.) Jacob Binzer (g.) Stig Pedersen (b.) Laust Sonne (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „A Prayer For The Loud“ Gefallen finden: AC/DC * Airbourne * Skid Row * Alice Cooper * Hardcore Superstar * Aerosmith * Guns N´ Roses * ZZ Top * Red Hot Chili Peppers * Nazareth * Krokus * Hollywood Vampires * Bullet * Mustasch * Mötley Crüe * Soundgarden * Spiders * Rhino Bucket * ´77 * Dizzy Mizz Lizzy

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REVIEW 8 22.05.2019

(Album des Monats, RH 385, 2019)

WHITESNAKE - Flesh & Blood

Eisenfavst findet es irgendwie schade, dass „Flesh & Blood“ nun tatsächlich erscheint, denn das in den allmonatlichen VÖ-News versteckte Bonmot „Dieses Album soll einem verdammt noch mal so richtig die Falten aus der Visage ziehen“ ist jetzt unwiederbringlich Geschichte. Nun ist der grimmige Eisenfavst zwar so einiges, aber eben keine Koryphäe in Sachen Classic Rock. Das trifft schon eher auf Jörg Staude zu, der, schenkt man der E-Mail-Flut aus seinem Rock-Hard-Außenbüro Glauben, den aktuellen WHITESNAKE-Dreher seit Tagen rauf und runter hört und „total begeistert“ ist. Was nachvollziehbar ist, denn auch wenn sich „Flesh & Blood“ (erwartungsgemäß?) nicht in die Riege der ganz großen Klassiker im Bandkanon einreiht, ist es ein sehr gutes Hardrock-Album, das durchaus Akzente zu setzen weiß. Mit dem Thin-Lizzy-mäßigen 'Always & Forever' beispielsweise, bei dem sich Coverdales Phrasierungen an denen von Phil Lynott orientieren, oder dem Groove-Monster 'Well I Never', das sich einen Platz im Liveset der Band verdient hätte. Dass WHITESNAKE die Platte mit dem an Led Zeppelin erinnernden Abschlussdoppel 'After All' und 'Sands Of Time' selbstbewusst ausklingen lassen, passt ins Bild. DISKOGRAFIE (Auswahl) Snakebite (EP, 1978) Trouble (1978) Love Hunter (1979) Ready An´ Willing (1980) Live… In The Heart Of The City (live, 1980) Come An´ Get It (1981) Saints & Sinners (1982) Slide It In (1984) 1987 (1987) Slip Of The Tongue (1989) Greatest Hits (1994) Restless Heart (1997) Starkers In Tokyo (live, 1997) Live… In The Shadow Of The Blues (live, 2006) Good To Be Bad (2008) Forevermore (2011) Live At Donington 1990 (live, 2011)' Box ´o´ Snakes: The Sunburst Years 1978-1982 (2011) Made In Japan (live, 2013) Made In Britain/The World Record (live, 2013) Live In ´84; Back To The Bone (live, 2014) The Purple Album (2015) The Purple Tour (live, 2018) Unzipped (live, 2018) Flesh & Blood (2019) LINE-UP David Coverdale (v.) Reb Beach (g.) Joel Hoekstra (g.) Michael Devin (b.) Michele Luppi (keys) Tommy Aldridge (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Flesh & Blood“ Gefallen finden: Deep Purple * Rainbow * Gillan * Vandenberg * Thin Lizzy * Nazareth * Uriah Heep * Dio * Aerosmith * Dokken * Slaughter * Lynch Mob * Led Zeppelin * The Answer * Free * Bad Company * UFO * Van Halen * Gotthard * Black Country Communion

REVIEW 8.5 17.04.2019

(Album des Monats, RH 384, 2019)

ARCH/MATHEOS - Winter Ethereal

Auch wenn sowohl auf der 2003er EP „A Twist Of Fate“ als auch auf dem ersten ARCH/MATHEOS-Album „Sympathetic Resonance“ von 2011 Sänger John Archs Fates-Warning-Wurzeln immer offengelegt waren, konnte kein Song so unvermittelt an die begnadeten Mittachtziger-Werke „The Spectre Within“ und „Awaken The Guardian“ anknüpfen wie heuer ´Wanderlust´, eine Epic-Metal-Wunderkerze, deren Gesangslinien (VIELE Gesangslinien!) an die ganz, ganz großen Momente erinnern, nicht nur an ´The Sorceress´ oder ´Orphan Gypsy´, nein, sogar an ´Guardian´ oder ´The Apparition´ - alleine diese sechs Minuten machen „Winter Ethereal“ für die avisierte Klientel (als würde die eh auch nur einen Moment zögern...) zum Pflichtkauf Nummer eins. Von ähnlicher Güte und Magie zeugen der perfekte Opener ´Vermillion Moons´ sowie das vor allem vom Refrain lebende ´Straight And Narrow´, und auch die 13-minütige Schlussoffensive ´Kindred Spirits´, an deren Ende man den Sieg schließlich ruhig und entspannt über die Ziellinie bringt, offeriert brillante Momente en gros. Der Rest des Albums, auf dem sich neben Arch und Matheos neben dem beinahe kompletten Fates-Warning-Umfeld (Joey Vera, Bobby Jarzombek, Joe DiBiase, Mark Zonder...) u.a. Testament-Basser Steve DiGiorgio und Cynic-Tieftöner Sean Malone vorstellen, neigt dagegen - zumindest für die Möglichkeiten der Beteiligten - ein wenig zur (vor allem melodischen) Unauffälligkeit, da müssen dann doch schon mal die Super-Vocals, aber auch die wahnwitzigen Gitarren-Einfälle des Fates-Warning-Protagonisten das eine oder andere in die „Herausragend“-Kategorie hinüberwuchten, bevor´s ernsthaft zu Diskussionen kommt. Aber mei, wahrscheinlich ist man knapp 70-minütige Alben auch einfach nicht mehr gewöhnt, und in Connecticut hat man´s nur gut gemeint... DISKOGRAFIE John Arch: A Twist Of Fate (2003) Arch/Matheos: Sympathetic Resonance (2011) Winter Ethereal (2019) LINE-UP John Arch (v.) Jim Matheos (g.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Winter Ethereal“ Gefallen finden: Fates Warning * Redemption * OSI * Psychotic Waltz * Watchtower * Dream Theater * Rush * Vauxdvihl * Zero Hour * Sieges Even * Spiral Architect * Heaven´s Cry * Leviathan * Payne´s Gray * Disillusion * Pain Of Salvation * Haken * Periphery

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REVIEW 8 20.03.2019

(Album des Monats, RH 383, 2019)

EXUMER - Hostile Defiance

Ganz klar: Wenn es ein Album schafft, Jan Jaedike und Ronny Bittner gleichermaßen zu begeistern, muss es wirklich das gewisse Etwas haben. Wie „Hostile Defiance“ von EXUMER eben, zu dessen Klängen Not-Man-Lookalike Bittner in den vergangenen Tagen mehrfach eine Mosh-Polonaise durch die Büros veranstaltet hat. Lustig anzusehen, aber völlig zu Recht, denn das fünfte Album der deutsch-amerikanischen Zusammenrottung knallt nicht nur wegen der druckvollen Produktion von Dennis Koehne (Sodom, Melechesh), sondern vor allem wegen seiner perfekten Kombination aus old-schooligem Teutonen-Thrash und Bay-Area-Riffs, die es locker auf Exodus-Niveau bringen. Aber es sind nicht nur die krachenden Riffs und der eindringliche Gesang von Fronter Mem Von Stein, die gefallen, sondern auch die mit Liebe zum Detail ausgearbeiteten Soli, denen bei aller Eingängigkeit gerne auch ein fieses Element zu eigen ist. Und dass die Jungs einen exzellenten Musikgeschmack haben, beweisen sie mit den Coverversionen von Entombeds 'Supposed To Rot' und dem Scorpions-Heuler 'He's A Woman, She's A Man'. DISKOGRAFIE (Studioalben) Possessed By Fire (1986) Rising From The Sea (1987) Fire & Damnation (2012) The Raging Tides (2016) Hostile Defiance (2019) LINE-UP Mem Von Stein (v.) Ray Mensh (g.) Marc Bräutigam (g.) T. Schiavo (b.) Matthias Kassner (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Hostile Defiance“ Gefallen finden: Exodus * Slayer * Dark Angel * Death Angel * Testament * Kreator * Sacred Reich * Forbidden * Metallica * Whiplash * Anthrax * Megadeth * Assassin * Overkill * Nuclear Assault * Sepultura * Sodom * Hirax

REVIEW 8,5 20.02.2019

(Album des Monats, RH 382, 2019)

OVERKILL - The Wings Of War

OVERKILL beweisen mit „The Wings Of War“ erneut, dass sie sich den Titel „die Motörhead des Thrash“ redlich verdient haben. Es gibt nur wenige Bands, die ihren ureigenen Sound über 19 (!) Studioalben durch geschickt dosierte Variationen am Leben halten können. Während man auf dem Vorgänger „The Grinding Wheel“ etwas vom Gaspedal ging und Platz für verschachtelte Arrangements und überlange Songs ließ, gestalten sich die Kompositionen auf „The Wings Of War“ wieder wesentlich straighter und kürzer (die Sechs-Minuten-Marke wird diesmal nur einmal überschritten, auf dem Vorgänger gleich fünfmal). Einen Anteil daran hat sicherlich Schlagzeug-Neuzugang Jason Bittner, der die Band mit seinem variablen und vor Energie strotzenden Spiel frische Impulse verleiht. Die erste Single 'Last Man Standing' führt dabei aber etwas auf die falsche Fährte: „The Wings Of War“ versteht sich mitnichten als reine Speed-Metal-Orgie, das Tempo wird im weiteren Verlauf stark variiert, und die rockigen, punkigen und groovigen Einflüsse finden erneut Anklang. 'Head On A Pin' wird von Blitz passend als „Black Sabbath auf Meth“ beschrieben, während 'Distortion' anfangs gar ungewohnte Maiden-Akzente setzt. Daneben findet sich mit 'Welcome To The Garden State' eine punkige Nummer, die das Potenzial hat, sich als Dauerbrenner bei Konzerten zu erweisen. OVERKILL gelingt es also erneut, einige starke Stürmer aufzustellen, im Mittelfeld finden sich aber auch wieder ein paar Tracks wie 'Bat Shit Crazy' und 'Where Few Dare To Walk', die nicht auf ganzer Linie überzeugen wollen. In der Summe ist „The Wings Of War“ aber natürlich wieder ein tolles OVERKILL-Album geworden. DISKOGRAFIE (Studioalben) Feel The Fire (1985) Taking Over (1987) Under The Influence (1988)' The Years Of Decay (1989) Horrorscope (1991) I Hear Black (1993) W.F.O. (1994) The Killing Kind (1996) From The Underground And Below (1997) Necroshine (1999) Bloodletting (2000) Killbox 13 (2003) RELIXIV (2005) Immortalis (2007) Ironbound (2010) The Electric Age (2012) White Devil Armory (2014) The Grinding Wheel (2017) The Wings Of War (2019) LINE-UP Bobby „Blitz“ Ellsworth (v.) Dave Linsk (g.) Derek Tailer (g.) D.D. Verni (b.) Jason Bittner (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „The Wings Of War“ Gefallen finden: Testament * Exodus * Anthrax * Kreator * Death Angel * Sacred Reich * Forbidden * Megadeth * Metallica * Annihilator * Whiplash * Hirax * Motörhead * The Bronx Casket Co. * Verni

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REVIEW 8.5 23.01.2019

(Album des Monats, RH 381, 2019)

RIVAL SONS - Feral Roots

Auf der Abschiedstournee von Black Sabbath räumten sie im Vorprogramm ab und galten als nächstes großes Ding, doch die RIVAL SONS widerstehen der Versuchung, ein pompöses, auffällig auf „retro“ getrimmtes oder gar „verfrickeltes“ (Prog-)Album abzuliefern, um den neuen Arbeitgeber Warner (vorher: die Nottinghamer Krachschmiede Earache) mächtig zu beeindrucken. Die Aufstiegshürde in Rockstar-Dimensionen, an der schon so viele Bands jämmerlich gescheitert sind. Der Auftakt mit den schnöden Rockern ´Do Your Worst´ und ´Sugar On The Bone´ gerät schon fast zu bescheiden, danach breitet sich das Album allerdings sehr sanft in verschiedene Richtungen aus. Das kräftige ´Back In The Woods´ erhöht zunächst die Schlagzahl, bevor ´Look Away´ im Fahrwasser von The Tea Party mit einem World-Folk-meets-Led-Zep-Stilmix begeistert. Der Anschluss mit dem eingängigen Titelsong ist überragend gut gelungen. Danach verströmt die Platte eine angenehme Lockerheit (´Stood By Me´, ´Imperial Joy´, ´All Directions´), ehe man mit ´End Of Forever´ die Zügel noch mal anzieht und mit ´Shooting Stars´, starken Botschaften und einem stimmgewaltigen Soul/Gospel-Chor einen hitverdächtigen Schlusspunkt setzt. „Feral Roots“ ist unaufgeregt, vorbildlich produziert und stellt feine Grooves und Jay Buchanans melodiöse Stimme in den Vordergrund. Das erste Classic-Rock-Highlight des noch jungen Jahres! DISKOGRAFIE (Studioalben) Before The Fire (2009) Pressure & Time (2011) Head Down (2012) Great Western Valkyrie (2014) Hollow Bones (2016) Feral Roots (2019) LINE-UP Jay Buchanan (v.) Scott Holiday (g.) Dave Beste (b.) Mike Miley (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Feral Roots“ Gefallen finden: Led Zeppelin * Bad Company * The Who * Graveyard * The Rolling Stones * Free * The Black Crowes * Jimi Hendrix * Cream * The Temperance Movement * Greta Van Fleet * Blues Pills * Wolfmother * Witchcraft * Zodiac

REVIEW 9 19.12.2018

(Album des Monats, RH 380, 2018)

SOILWORK - Verkligheten

Es ist schon erstaunlich, wie gut SOILWORK sich in den letzten Jahren berappelt haben. Nach dem Ausstieg von Hauptsongwriter Peter Wichers hatten viele Fans die Modern-Melodic-Death-Metal-Truppe schon abgehakt. Doch mit „The Living Infinite“ und „The Ride Majestic“ bewies die Band, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen zählt. Nachdem Drummer Dirk Verbeuren allerdings zu Megadeth abgewandert ist und die kreativen Masterminds Björn „Speed“ Strid und David Andersson ihren Fokus vorübergehend auf ihre AOR-Band The Night Flight Orchestra gelegt haben, war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass „Verkligheten“ die letzten Alben noch toppt. Dem elften Longplayer hat der Produzenten- und Mixer-Wechsel (für Jens Bogren kam Thomas „PLEC“ Johansson) keineswegs geschadet. Vor allem das bombige Schlagzeugspiel von Bastian Thusgaard profitiert wesentlich vom druckvollen und natürlichen Sound. Zudem hat die Band ihr Songwriting etwas geradliniger gestaltet und konzentriert sich auf atmosphärisch-melancholische Melodien, abwechslungsreiche Riffs und eingängige Refrains, statt unnötige Haken zu schlagen. Die Härte ist indes nicht abhanden gekommen, ab und an schimmern gar Black-Metal-Versatzstücke und klassische Heavy-Metal-Riffs durch, die SOILWORK geschickt für ihren originellen Sound vereinnahmen. Speed setzt den elf Songs mit seinem Chamäleon-Gesang zwischen tiefen Growls und anbetungswürdigen Clean Vocals die Krone auf. So kann das Sextett ein ganzes Arsenal an Hits bereitstellen, von denen einige sich als neue Dauerbrenner bei zukünftigen Konzerten erweisen sollten. „Verkligheten“ geht nicht nur als bestes SOILWORK-Album der Neuzeit über die Ziellinie, sondern ist schon jetzt ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres 2019! DISKOGRAFIE (Studioalben) Steelbath Suicide (1998) The Chainheart Machine (2000) A Predator´s Portrait (2001) Natural Born Chaos (2002) Figure Number Five (2003) Stabbing The Drama (2005) Sworn To A Great Divide (2007) The Panic Broadcast (2010) The Living Infinite (2013) The Ride Majestic (2015) Verkligheten (2019) LINE-UP Björn „Speed“ Strid (v.) David Andersson (g.) Sylvain Coudret (g.) Sven Karlsson (keys) Bastian Thusgaard (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Verkligheten“ Gefallen finden: In Flames * Scar Symmetry * Dark Tranquillity * Arch Enemy * Mercenary * Threat Signal * Mnemic * Strapping Young Lad * Devin Townsend * The Haunted * Insomnium * The Night Flight Orchestra

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