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REVIEW 8.5 28.05.2014

(Album des Monats, RH 325, 2014)

RIVAL SONS - Great Western Valkyrie

Earache/Soulfood (47:46) Dritte Alben sind von jeher eine schwierige Sache. Nach starken Debütwerken und Zweitlingen, die oftmals noch in deren Fahrwasser schwimmen, heißt es spätestens beim dritten Longplayer für viele Bands „make it or break it“. Im Falle von RIVAL SONS ist die Antwort zum Glück eindeutig: Alle Zeiger stehen auf „make it“. Die vier Kalifornier, die den Großteil der Songs auch diesmal erst im Studio geschrieben haben, knüpfen mit „Great Western Valkyrie“ an den von ihren bisherigen Scheiben bereits hinlänglich bekannten Sound an. Will meinen: klassischer, erdiger Bluesrock, der durch warmen Gitarren-Röhrensound, organisch groovendes Drumming, sanfte Orgelklänge, gleichsam tiefenentspannten wie gefühlvollen Gesang (selbstredend mit authentischer Verzerre aufgenommen) und zahllose Reminiszenzen an die Siebziger im Allgemeinen und Led Zeppelin im Besonderen geprägt ist. Und obwohl auch dieses Mal die eine oder andere tiefe Verbeugung vor Jim Morrison und The Doors nicht fehlen darf, hat der Vierer um Fronter Jay Buchanan den leicht anstrengenden Psychedelic-Anteil, der weite Teile des Vorgängers „Head Down“ ausmacht, wieder ein wenig zurückgefahren. „Great Western Valkyrie“ wirkt dadurch deutlich entschlackter und ist eher mit dem Debüt als mit der 2012er Scheibe vergleichbar. Und da Ersteres nach wie vor zu den großartigsten Platten der Classic-Rock/Retro-Bewegung zählt, haben die Herren alles richtig gemacht. Geiler Scheiß! DISKOGRAFIE Before The Fire (nur digital, 2009) Pressure & Time (2011) Head Down (2012) Great Western Valkyrie (2014) LINE-UP Jay Buchanan (v.) Scott Holiday (g.) Dave Beste (b.) Michael Miley (dr.) DIE PATEN Ihr solltet „Great Western Valkyrie“ antesten, wenn ihr auf folgende Bands steht: Led Zeppelin * The Doors * Bad Company * The Who * Graveyard * The Rolling Stones * Free * The Black Crowes * Jimi Hendrix * Horisont * Cream Und das sagt Gitarrist Scott Holiday zu „Great Western Valkyrie“: »Wir freuen uns wahnsinnig, dass die Platte bald in den Läden steht. Wir haben bei den Aufnahmen unser Bestes gegeben und sind unendlich stolz auf das Ergebnis. „Great Western Valkyrie“ ist das erste Album mit unserem neuen Bassisten Dave, und der Input, der durch ihn dazugekommen ist, hat uns als Band gutgetan.« Ein ausführliches Interview mit Scott lest ihr im nächsten Rock Hard.

REVIEW 9.0 23.04.2014

(Album des Monats, RH 324, 2014)

TRIPTYKON - Melana Chasmata

ALBUM DES MONATS Century Media/Universal (67:23) Gibt es ein einziges Wort, mit dem „Melana Chasmata“, das zweite Album der Celtic-Frost-Nachfolger TRIPTYKON, zu beschreiben ist? Ja, vielleicht - aber es kann nur „Urkraft“ sein. Das Archaische, ohne Rücksicht auf Verluste alles Zermalmende, das schon der Opener ´Tree Of Suffocating Souls´ ausstrahlt, ist beinahe unerhört, man kennt das nur von ganz wenigen Bands, eben von TRIPTYKON selbst und den Vorläufern Celtic Frost und Hellhammer, von einigen sehr ernsten Black-Metal- und Underground-Doom-Kommandos und vielleicht von der ersten Carnivore-LP, obwohl sich der Hass in seiner Eindimensionalität da mehr nach außen richtete. Positiv ist auf „Melana Chasmata“ nur das vereinzelte Nachlassen des Schmerzes, eine Art Sammeln der Kräfte für die weitere Suche nach Erlösung. Aber zwischen Schwarz und Weiß existieren unendlich viele Grautöne, und diese neun neuen Monumente TRIPTYKONs changieren dementsprechend. Wütendes wie der Eröffnungssong und ´Altar Of Deceit´ findet seinen sinnigen Platz genauso wie Lavaströme (das Dreigestirn ´Demon Pact´/´In The Sleep Of Death´/´Black Snow´), eine weitere überragende Dark-Wave-Interpretation (´Aurorae´) oder das zum Teil rasend schnelle ´Breathing´ mit seinen ungewohnten, fast Slayer-mäßigen Soli. Letzten Endes ist es vollkommen egal, ob man den Sound TRIPTYKONs als Doom Metal, Black Metal oder Death Metal bezeichnet („Extrem-Metal“ trifft´s wohl am besten), denn diese Band spielt sowieso in ihrer eigenen Liga und muss keine Konkurrenz fürchten. Wenn der Vater spricht, haben die Kinder zu schweigen. DISKOGRAFIE Eparistera Daimones (2010) Shatter (EP, 2010) Eparistera Daimones - The Complete Sessions (Boxset, 2010) Breathing (Single, 2014) Melana Chasmata (2014) LINE-UP Tom Gabriel Warrior (v./g.) V. Santura (g.) Vanja Slajh (b.) Norman Lonhard (dr.) DIE PATEN Ihr werdet „Melana Chasmata“ vergöttern, wenn ihr auf folgende Bands steht: Celtic Frost * Necros Christos * Dark Fortress * The Ruins Of Beverast * Zemial * Bölzer * Urfaust * Hooded Menace * Morbus Chron * Degial * Grave Miasma * Sonne Adam * Teitanblood

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REVIEW 8.0 26.03.2014

(Album des Monats, RH 323, 2014)

GAMMA RAY - Empire Of The Undead

Earmusic/Edel (61:19) Es geschehen noch Zeichen und Wunder. GAMMA RAY, denen in diesem Jahrtausend bislang kein einziges wirklich herausragendes Album glückte, präsentieren sich auf „Empire Of The Undead“ so kreativ, energiegeladen und von der Ohrwurm-Muse geküsst wie seit „Somewhere Out In Space“ (1997!) nicht mehr, pusten die letzten Scheiben von Helloween, Judas Priest und Konsorten locker aus dem Eisenwarenregal und liefern einen aussichtsreichen Anwärter auf den Titel „beste traditionelle Metal-Scheibe des Jahres“ ab. Im hinteren Drittel fehlen manchmal ein wenig die ganz großen zündenden Ideen, ansonsten wird aber fast durchgehend allerfeinster Teutonenstahl aus dem Hochofen gewuchtet. Neben bandtypischen Priest-Speed-Granaten wie dem fabelhaften ´Hellbent´, das Kai Hansen ganz ohne Größenwahn als das zweite ´Ride The Sky´ anpreist, punkten die Hanseaten mit rabiatem Early-Metallica-Thrash (´Empire Of The Dead´), unpeinlichem Queen-Powerballaden-Pomp (´Time For Deliverance´), anspruchsvollen Gitarrenorkanen (´I Will Return´) und als Bonustrack einem großartigen Brachialschunkler (´Built A World´), den fast jede andere Band zu einer tragenden Albumsäule gemacht hätte. GAMMA RAY hingegen wissen vor lauter Geistesblitzen kaum, wohin mit den Riffsalven, kombinieren in ´Born To Fly´ augenzwinkernd völlig abgelutschte Lyrics („flying high like an eagle, touching rainbows in the sky“ – 250 Euro ins quietschrosa Phrasenschwein...) mit einem absolut unwiderstehlichen Gute-Laune-Refrain von „Keeper“-Format, lassen es in ´Master Of Confusion´ – Neu-Drummer Michael Ehré sei Dank – trotz der ´Future World´-und Maiden-Anleihen betont bodenständig-rockig angehen und ziehen beim überragenden neunminütigen Bombast-Metal-Epos ´Avalon´ so dermaßen inspiriert vom Leder, dass man, ohne rot zu werden, Vergleiche zu diversen Priest/Maiden-Longtracks oder den GAMMA RAY-Karrierehighlights ´Heading For Tomorrow´ und ´Rebellion In Dreamland´ ziehen darf. Ein würdiges „Album des Monats“! DISKOGRAFIE (ohne Compilations und Livealben) Heading For Tomorrow (1990) Heaven Can Wait (EP, 1990) Sigh No More (1991) Insanity And Genius (1993) Land Of The Free (1995) Silent Miracles (EP, 1996) Somewhere Out In Space (1997) Powerplant (1999) No World Order! (2001) Majestic (2005) Land Of The Free II (2007) To The Metal! (2010) Skeletons & Majesties (EP, 2011) Master Of Confusion (EP, 2013) Empire Of The Undead (2014) LINE-UP Kai Hansen (v./g.) Henjo Richter (g./keys) Dirk Schlächter (b.) Michael Ehré (dr.) DIE PATEN Dieses Album solltet ihr auf jeden Fall antesten, wenn ihr auf folgende Bands steht: Judas Priest * Helloween * Iron Maiden * Blind Guardian * alte Metallica * alte Running Wild * Rage * Iron Savior * Dio * Exciter * Holocaust * alte Queen

REVIEW 8.5 26.02.2014

(Album des Monats, RH 322, 2014)

METAL INQUISITOR - Ultima Ratio Regis

Massacre/Soulfood (44:03) Man kann es nicht oft genug betonen: Kaum eine Band hört sich so gut, durchdacht und geschmackssicher und dabei völlig natürlich an wie die Koblenzer METAL INQUISITOR. Vor allem Gitarrist Blumi hat als Equipment-Nerd ein beneidenswertes Gespür dafür, wie Instrumente im Heavy Metal klingen sollten, weswegen man bei dieser Combo auch keine Kompromisse befürchten muss. Das von Enforcers Olof Wikstrand gemixte und gemasterte „Ultima Ratio Regis“ knüpft an den im Vergleich zu den beiden ersten Alben etwas geschliffeneren Vorgänger „Unconditional Absolution“ an, zitiert in den knackig-unkomplizierten, von El Rojo heißblütig intonierten Openern ´Confession Saves Blood´ und ´Burn Them All´ einmal mehr die Großen und die Kleinen der New Wave Of British Heavy Metal, lässt aber auch immer wieder US-Metal-Einflüsse zu und schämt sich außerdem nicht für seine teutonische Heimat: Noch nie tönten METAL INQUISITOR mehr nach Running Wild als in der Hymne ´Call The Banners´, wohl noch nie hat Blumi sich (zusammen mit Kollege T.P.) deutlicher an Rock´n´Rolf orientiert (okay, beim Uptempo-Ausflug ´Self-Denial´ gibt´s einen ähnlich offensichtlichen RuWi-Part). Dass sich das Song-Triple in der Mitte, ´Black Desert Demon´, ´Bounded Surface´ und ´Death On Demand´, relativ unauffällig präsentiert, ist zu verschmerzen: Hinten raus wird´s noch mal bockstark, vor allem ´Servant Of State´ und ´Second Peace Of Thorn´ (geile Hook!) grooven einem die Falten aus dem Sack. DISKOGRAFIE Seven Inches For The Second Attack (7“, 1999) The Apparition (2002) Before The Apocalypse (Split-7“ mit Ritual Steel, 2003) Doomsday For The Heretic (2005) Doomsday At The H.O.A. (Live, 2007) Garage Nights (Bootleg) (Compilation, 2008) Unconditional Absolution (2010) Euthanasia By Fire (7“, 2013) Ultima Ratio Regis (2014) LINE-UP El Rojo (v.) Blumi (g.) T.P. (g.) Cliff Bubenheim (b.) Havoc (dr.) DIE PATEN Dieses Album solltet ihr gehört haben, wenn ihr auf folgende Bands steht: Judas Priest, Tygers Of Pan Tang, Sweet Savage, Iron Maiden, Jaguar, Riot, Running Wild, Breaker, Saxon, High Spirits, Blaze, Black Sabbath (mit Dio), Queensryche (EP-Zeiten) Ein ausführliches Interview mit Gitarrist Blumi findet ihr weiter vorne im Heft!

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REVIEW 9.0 29.01.2014

(Album des Monats, RH 321, 2014)

GRAND MAGUS - Triumph And Power

Nuclear Blast/Warner (42:14) Es gehört eine große Portion Klasse dazu, ein solch „simples“ Heavy-Metal-Album wie „Triumph And Power“ zu veröffentlichen. Man muss sich aufs Wesentliche beschränken, unnötigen Ballast von Bord werfen, Ego-Spielchen sein lassen, Klischees gut verpacken können - und vor allem: Man muss richtig gute Songs auf der Pfanne haben. Ein „simples“, straightes Riff wirkt nur dann nicht platt oder unspektakulär, wenn es - wie hier - aus vollster Überzeugung heraus und mit dem richtigen Spirit gespielt wird. Dass GRAND MAGUS den immer schon hatten, steht natürlich außer Frage. Wer auf der Bühne ein original (!) Rainbow-Shirt aus dem Jahre ´76 trägt, dem muss man von „Spirit“ und „Überzeugung“ nichts erzählen - aber einen Song macht das von alleine auch noch nicht rund. Dafür braucht es noch ein paar ebenso überzeugte Mitstreiter und das richtige Gespür für zwar zeitlose, aber eben auch zeitgemäße Melodien. Letztere gibt es auf „Triumph And Power“ zuhauf: Vom Opener ´On Hooves Of Gold´ (der genau so klingt, wie es der Titel vermuten lässt) über den grandiosen Titelsong ´Triumph And Power´ (der genau so klingt, wie es der Titel vermuten lässt) bis zum abschließenden ´The Hammer Will Bite´ (das genau so klingt, wie es der Titel vermuten lässt) ist diese Platte ein einziges Abfeiern des echten, traditionellen Heavy Metal. Und selten hat Sänger JB dabei souveräner geklungen! Hört euch nur mal ´Triumph And Power´ an, und ihr merkt sofort, wie viel tiefste Überzeugung in einer (früher mal recht unauffälligen) Gesangsstimme stecken kann. Hier verkommen die Klischees nicht zum Selbstzweck; sie sind absolut ernst gemeint. Und das gilt genauso für die Musik, die das Spektrum zwischen Dio und Black Sabbath einmal mehr gekonnt abdeckt. Durchhänger und Füller wird man auf dieser Scheibe nicht finden. Für mich ist „Triumph And Power“ nicht nur zwangsweise das Album des Monats, sondern bereits jetzt einer der großen Momente des Jahres 2014. Mögen weitere folgen! LINE-UP JB Christoffersson (g. & v.) Fox Skinner (b.) Ludwig Witt (dr.) DISKOGRAFIE Grand Magus (2001) Monument (2003) Wolf´s Return (2005) Iron Will (2008) Hammer Of The North (2010) The Hunt (2012) Triumph And Power (2014) DIE PATEN Dieses Album solltet ihr gehört haben, wenn ihr auf folgende Bands steht: Dio * Rainbow * Iron Maiden * Judas Priest * Black Sabbath * Accept * W.A.S.P. * Candlemass * Running Wild * Bullet * Twilight Of The Gods Und das sagt GRAND MAGUS-Gitarrist/Sänger JB zu „Triumph And Power“: »Es ist eine Ehre, die Richterskala im Rock Hard anführen zu dürfen! Wir haben all unser Herz und unsere Seele in die neue Platte gesteckt, und es fühlt sich toll an, dafür die Anerkennung eines der renommiertesten Magazine der Metal-Welt zu bekommen. Wir glauben, dass „Triumph And Power“ unser bislang stärkstes Album ist, und ihr habt uns darin bestätigt. Wir haben drei Monate lang komponiert und dann zwei Monate im Studio gearbeitet - zusammen mit Nico Elgstrand, wie schon bei „Hammer Of The North“ und „The Hunt“. Nico macht uns immer wieder klar, dass es keine Kompromisse geben kann!«

REVIEW 8.0 18.12.2013

(Album des Monats, RH 320, 2013)

ICED EARTH - Plagues Of Babylon

Century Media/Universal (62:24) Ich gestehe, dass ich ICED EARTHs Karriere nach dem neuerlichen Ausstieg von Matt Barlow mehr oder weniger abgeschrieben hatte. Schon mit Ripper Owens verlor die Band trotz des überragenden „The Glorious Burden“ stündlich an Popularität, weil Matt einfach bis in alle Ewigkeit mit ICED EARTH-Sternstunden à la ´Melancholy´, ´I Died For You´, ´Watching Over Me´ oder ´The Hunter´ assoziiert werden und als einer der besten Frontmänner des „modernen“ US-Metal unersetzbar bleiben würde. Ein relativ unbeschriebenes Blatt wie Stu Block (seine Vorgängerband Into Eternity war ja nur Insidern ein Begriff) würde keine reelle Chance von den Fans bekommen, dachte ich, gute Stimme hin oder her. Aber weit gefehlt: Stu machte seine Sache auf Anhieb ziemlich gut und konnte sich - trotz teils sehr ähnlicher Stimmfärbung - schnell aus dem Matt-Barlow-Schatten befreien. „Plagues Of Babylon“ ist nun sein zweites vollständiges Album mit ICED EARTH (die Live-Scheibe zwischendrin nicht mitgerechnet) und eine absolut souveräne Vorstellung. Er klingt selbstbewusster, ein bisschen eigenständiger und passt sich den Stimmungen der einzelnen Songs besser an. Seine „Ripper-Owens-Kopfstimme“ (die er ebenfalls beherrscht) setzt er seltener ein, das warme Matt-Barlow-Timbre kommt noch ziemlich oft durch, aber unterm Strich dominiert sein kraftvolles US-Metal/Melodic-Thrash-Organ. Bandkopf Jon Schaffer steht natürlich trotzdem im Mittelpunkt des Geschehens und feuert ein typisches ICED EARTH-Riff nach dem anderen ab. Die Anschläge seiner rechten Hand erinnern wie gehabt oft an den frühen James Hetfield, erfolgen aber auch in höchstem Slayer-Tempo mit einer Präzision, die schlicht einmalig ist. Es gibt eigentlich kaum einen Rhythmusgitarristen im härteren Metal-Bereich, der Jon hier Paroli bieten kann (Gary Holt und Lee Altus wie immer ausgenommen). Super! Das Songmaterial ist ebenfalls durchgängig stark und reicht von typischen ICED EARTH-Hymnen wie ´Plagues Of Babylon´, ´The Culling´ oder ´The End?´ bis hin zur tollen Coverversion des Country-Standards ´Highwayman´, bei dem neben Stu auch Jon selbst, Volbeats Michael Poulsen (sehr gut) und Symphony X´ Russell Allen (überragend!) am Gesangsmikro zu hören sind. Die eine oder andere Melodie kennt man zwar von älteren ICED EARTH-Scheiben, aber die Trefferquote ist trotzdem sehr hoch. Insgesamt einen Tick stärker als der Vorgänger „Dystopia“ und daher verdientermaßen Album des Monats. Well done, angry men! LINE-UP Jon Schaffer (g.) Troy Seele (g.) Stu Block (v.) Luke Appleton (b.) Raphael Saini (dr.) DISKOGRAFIE (Studioalben) Iced Earth (1990) Night Of The Stormrider (1991) Burnt Offerings (1995) The Dark Saga (1996) Days Of Purgatory (Demos & Re-Recordings, 1997) Something Wicked This Way Comes (1998) Horror Show (2001) Tribute To The Gods (Covers, 2002) The Glorious Burden (2004) Framing Armageddon (2007) The Crucible Of Man (2008) Dystopia (2011) Plagues Of Babylon (2014) DIE PATEN Dieses Album solltet ihr euch einverleiben, wenn ihr auf folgende Bands steht: Metallica * Iron Maiden * Judas Priest * Slayer * Thin Lizzy * Kiss * Symphony X * Into Eternity * Saxon * Accept * Annihilator * Death Angel * Forbidden * Kreator * Jag Panzer * Running Wild

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REVIEW 9.5 20.11.2013

(Album des Monats, RH 319, 2013)

ROBERT PEHRSSON´S HUMBUCKER - Robert Pehrsson´s Humbucker

High Roller/Soulfood (30:05) Seit ca. zwei Jahrzehnten ist ROBERT PEHRSSON als Gitarrist in der schwedischen Szene aktiv und Anhängern von Bands wie Death Breath, Thunder Express, Imperial State Electric oder Slingblade ein Begriff. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat er nun beschlossen, sich nicht weiter mit der Rolle des Sidekicks zufriedenzugeben, und er haut mal eben ein Soloalbum raus, das Fans des typisch schwedischen High-Energy-Rock Freudentränen in die Augen treibt und es ohne Wenn und Aber mit einem absoluten Genre-Highlight wie „High Visibility“ von The Hellacopters aufnehmen kann. Stimmlich ist Robert seinem besten Kumpel Nicke Andersson gar nicht unähnlich, dazu kommen sein unglaublich ausgeprägtes Gespür für brillante Melodien, die sich nicht nur auf unmittelbar in den Gehörgängen festklebende Refrains wie bei ´Serious´ oder ´Who Else Is On Your Mind´ beschränken, und zahlreiche geschmackssichere, exzellente, gerne zweistimmig vorgetragene Leadgitarren-Licks, die Songs wie ´Haunt My Mind´, ´Serious´ und ´Mezmerizing Shadows´ einen unverwechselbaren Signature-Stempel aufdrücken und mit betörendem Thin-Lizzy-Vibe glänzen. Dass Robert für „Humbucker“ mit Nicke Andersson, Dolf De Borst und Tomas Eriksson (Imperial State Electric), Peter Stjärnvind (Nifelheim, Black Trip), Joseph Tholl (Enforcer, Black Trip), Robert Eriksson (ex-The-Hellacopters), Olle Dahlstedt (Entombed) und Johan Bäckman (Necrocurse) zudem eine ganze Armee an schwedischen Szenegrößen zur Unterstützung ins Studio locken konnte, ist bei der außergewöhnlichen Klasse der neun Songs fast schon eine unbedeutende Randnotiz. Und bevor wieder die notorischen Nörgler auf den Plan treten und an der zu kurzen Spielzeit von ca. einer halben Stunde herummeckern: Beschwert ihr euch auch, wenn eure Frau/Freundin von der Shopping-Tour im rattenscharfen Minirock nach Hause kommt, dass sie viel zu viel Kohle für viel zu wenig Stoff ausgegeben hat? Na also! Und das sagt Robert Pehrsson zu „Humbucker“: »Wow! Ich bin total von den Socken, sehr glücklich und unheimlich stolz, dass meine Scheibe zum „Album des Monats“ gekürt wurde! Das bedeutet mir sehr viel, weil es meine erste Soloplatte ist. Ich habe einige von euch dieses Jahr auf dem Rock Hard Festival getroffen, als ich dort mit Slingblade gespielt habe. Es war eine großartige Show, und vor allem sollte man die fantastische Party danach nicht vergessen. Nachdem ich meine letzte Band Dundertåget verlassen und ein bisschen Zeit hatte, nahm mein Soloalbum Gestalt an. High Roller Records machten mir ein Angebot, allerdings war ich zunächst unsicher, ob es schon der passende Zeitpunkt hierfür wäre. Aber Nicke Andersson und ein paar andere Freunde überredeten mich, es zu machen, und boten mir gleichzeitig Hilfe bei Drums und Bass an. Es hat fast ein Jahr gedauert, die Scheibe aufzunehmen. Es kamen Tourneen dazwischen, meine Mutter wurde krank und starb traurigerweise während dieser Zeit, und schlussendlich ging auch noch meine langjährige Beziehung in die Brüche. Es war also ein ziemlich turbulentes Jahr, und diese Dinge haben ganz sicher ihre Spuren auf dem Album hinterlassen. Auch wenn es letztendlich lange gedauert hat, bis das Album fertig war, habe ich mir in dieser Zeit immer wieder gesagt, dass ich es durchziehe, denn am Ende würde ich sicherlich stolz und froh darüber sein. Und jetzt fühlt es sich wirklich gut an.« DISKOGRAFIE Robert Pehrsson´s Humbucker (2013) DIE PATEN Falls euch folgende Bands zusagen, werdet ihr auch mit „Humbucker“ eine Menge Spaß haben: The Hellacopters * Thin Lizzy * Imperial State Electric * The Doits * The Sewergrooves * Gluecifer * The Solution * Dundertåget * Thunder Express * Radio Birdman * The Hydromatics * The Nomads * The Datsuns * MC5 * Michael Monroe * Backyard Babies * Bloodlights * The Peephows * ZZ Top * Deep Purple * Led Zeppelin * Rainbow * Neil Young * Tom Petty & The Heartbreakers * Dinosaur Jr. * Kiss * Fleetwood Mac * UFO

REVIEW 8.0 23.10.2013

(Album des Monats, RH 318, 2013)

ZODIAC - A Hiding Place

Napalm/Universal (49:55) Der inspirierende Brigitte-Bardot-Verschnitt des Debüt-Covers ist auf dem „A Hiding Place“-Artwork leider nicht mehr zu finden, das neue Model lässt aber auch nur wenig zu wünschen übrig. Die vier Wölfe führen allerdings in die Irre: ZODIAC präsentieren sich wenig bissig, denn sie haben im Laufe der Jahre gelernt, dass Musik nun wirklich nicht immer aggressiv sein muss, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Im Vergleich zum ebenfalls herrlich unaufgeregten „A Bit Of Devil“ zeigt man sich sogar noch eine Spur entspannter, typische Hardrock-Riffs sind Mangelware. Stattdessen bedienen sich die vier Herren, darunter mit Nick van Delft einer der besten deutschen Sänger seines Genres und der immer selbstbewusster trommelnde Long-Distance-Calling-Drummer Janosch Rathmer, vor allem im Classic Rock der Siebziger, dazu kommen viel Blues und eine Spur Soul im Sinne von Könnern wie Rival Sons, The Temperance Movement oder Wolfmother. Sämtliche „Rocker“ - ´Downtown´, ´Underneath My Bed´ oder ´I Wanna Know´ - wissen zu gefallen, ganz bei sich selbst sind ZODIAC aber tatsächlich immer dann, wenn sie in ruhigsten Gewässern schippern: Vor allem ´Leave Me Blind´ und das großartige Neil-Young-Cover ´Cortez The Killer´ suchen weit und breit ihresgleichen. LINE-UP Nick van Delft (v./g.) Stephan Gall (g.) Ruben Claro (b.) Jansoch Rathmer (dr.) DISKOGRAFIE Zodiac (EP, 2011) A Bit Of Devil (2012) A Hiding Place (2013) DIE PATEN Dieses Album könnte euch gefallen, wenn ihr auf eine (oder mehrere) der folgenden Bands steht: Rival Sons * The Temperance Movement * Wolfmother * Graveyard * ZZ Top * Led Zeppelin * Horisont * Joe Bonamassa * Thin Lizzy * Stevie Ray Vaughan * Gov´t Mule * The Black Crowes * Kadavar * Robin Trower * Ten Years After * Bad Company * Free Fall * The Parlor Mob * Dead Lord Und das sagt Drummer Janosch Rathmer zu „A Hiding Place“: »„A Hiding Place“ ist für uns ein großer Schritt nach vorne. Die gesamte Produktion war sehr intensiv, und wir haben noch nie so hart an einem Album gearbeitet. Es spiegelt zu hundert Prozent wider, was wir mit ZODIAC darstellen wollen. Auf der EP und dem Debüt befinden sich Songs, die wir immer live spielen werden, aber mit „A Hiding Place“ haben wir diese Mischung aus Bluesrock, Classic Rock und Hardrock noch mehr zu unserem Sound gemacht. Melodien, Riffs, Hooklines und Groove machen für uns gute Rockmusik aus, und daran haben wir sehr viel gefeilt. Es ist einfach wichtig, dass man Fan seiner eigenen Musik ist, ohne dabei arrogant oder selbstverliebt rüberzukommen. Ich hoffe, dass man das der Platte anhört.«

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REVIEW 10.0 25.09.2013

(Album des Monats, RH 317, 2013)

ATLANTEAN KODEX - The White Goddess

Cruz Del Sur/Soulfood (55:54) Selten, ganz selten erscheinen Platten, die aus dem Wust so deutlich herausragen, dass sie kaum mit normalen Maßstäben zu messen sind und sich eigentlich gar nicht in Konkurrenz befinden mit den ganzen profanen Durchschnittsveröffentlichungen - und seien diese „objektiv“ auch noch so gut. „The White Goddess“ ist eine solche Platte, eine Platte, die sich nicht an Meilensteinen wie Manowars „Into Glory Ride“ und „Hail To England“, Bathorys „Hammerheart“ und „Twilight Of The Gods“, Warlords „Deliver Us“ und Fates Warnings „Awaken The Guardian“ orientiert oder „abarbeitet“, sondern die auf einer Stufe steht und selbstbewusst aus jeder Pore Relevanz und großes, ungefiltertes Gefühl schwitzt, so, als wäre Musik kein Hobby oder Interesse, sondern schlicht und einfach der einzige Weg, das Leben, diese uns hingeworfene, geschenkte, überfordernde Großartigkeit und Herkulesaufgabe, irgendwie zu verstehen. „The White Goddess“ brüllt hier vor schierer Kraft, das Album stirbt dort beinahe in Melancholie, und es tut das immer mit einer nicht zu begreifenden Chuzpe, mit einem immensen Stolz, der der Dunkelheit, die beinahe orthodoxen Death- und Black-Metal-Regionen entstammt, stets mehr als einen Funken Hoffnung und gesunden Fatalismus entgegensetzt. Welchen der fünf Epic-Metal-Giganten auf dieser Platte man als den allergrößten ansieht, spielt keine Rolle: Der auf unserer letztmonatigen Lauschangriff-CD enthaltene Opener ´Sol Invictus´ ist sicherlich das Maximum an Eingängigkeit, das die Bayern anzubieten bereit sind, und ´Twelve Stars And An Azure Gown´ traut sich streckenweise in sehr zurückhaltend instrumentierte Gefilde, um das Wort „balladesk“ zu vermeiden. Dafür erschlagen den Hörer ´Heresiarch´ und ´Enthroned In Clouds And Fire´, dessen Großartigkeit Worte nicht nahe kommen können, mit ihrer immensen, fast gewalttätigen Härte, und wenn Manowars ´Bridge Of Death´ jemals einen Nachfolger bräuchte, ´White Goddess Unveiled´ stünde Gewehr bei Fuß. Nein, man muss es so schreiben: Etwas Besseres als dieses Album hat man im Heavy Metal in den letzten zehn, wahrscheinlich 20 Jahren nicht gehört. LINE-UP Markus Becker (v.) Manuel Trummer (g.) Michael Koch (g.) Florian Kreuzer (b.) Mario Weiß (dr.) DISKOGRAFIE Vestal Claret/Atlantean Kodex (Split-12“, 2007) The Pnakotic Demos (EP, 2007) A Prophet In The Forest (EP, 2008) The Annihilation Of Koenigshofen (Live-LP, 2009) The Golden Bough (2010) The Annihilation Of Nürnberg (Live-Tape, 2010) Goddess Rising Demo (Tape, 2012) The White Goddess (2013) DIE PATEN Dieses Album könnte euch gefallen, wenn ihr auf eine (oder mehrere) der folgenden Bands steht: Bathory * Manowar * Solstice * Fates Warning * Manilla Road * Cirith Ungol * Warlord * Brocas Helm * Doomsword * Heavy Load * Pagan Altar * Gatekeeper * Procession * Ereb Altor * Scald

REVIEW 9.0 28.08.2013

(Album des Monats, RH 316, 2013)

CARCASS - Surgical Steel

Nuclear Blast/Warner (47:07) 18 Jahre nach seinem Ableben pulsiert im Kadaver der legendären Medizin-Grinder neues Leben. „Surgical Steel“ protzt mit Killersongs, fettem Sound und steckt vom Intro bis zur Judas-Priest-Verneigung in Albumtitel und Artwork voll liebenswerter Details. Hier gibt´s rasante Gelenksprenger (´Cadaver Pouch Conveyor System´), groovende Knochensägen (´A Congealed Clot Of Blood´), traditionell Unaussprechliches (´None Compilance To ASTM F899-12 Standard´), Erbarmungsloses (´Captive Bolt Pistol´) und Überlebensgroßes wie den Achtminüter ´Mount Of Execution´. „Surgical Steel“ enthält die Essenz der Klassiker „Heartwork“ und „Necroticism“ mit einer Prise „Swansong“-Rock und „Symphonies Of Sickness“-Chaos und zeigt auch, dass die Lorbeeren für den CARCASS-Sound vor allem Bill Steer und nicht allein (dem hier gar nicht aufspielenden) Michael Amott gebühren. Der Genuss dieses mit der makellosen Eleganz alter Handwerkstradition strahlenden Albums führt zur nostalgiefreien Erkenntnis, dass CARCASS nichts von ihrer Relevanz eingebüßt haben. Der Titel für das Comeback des Jahres wird ihnen von niemandem mehr zu nehmen sein. DISKOGRAFIE Flesh Ripping Sonic Torment (Demo) (1987) Reek Of Putrefaction (1988) Symphonies Of Sickness (1989) The Peel Sessions EP (1989) Necroticism - Descanting The Insalubrious (1991) Tools Of The Trade EP (1992) The Heartwork EP (1993) Heartwork (1993) Swansong (1996) Wake Up And Smell The... Carcass - Best Of (1996) Choice Cuts - Compilation (2004) Surgical Steel (2013) Zochrot - Flexi 7" (2013) LINE-UP Jeff Walker (b., v.) Bill Steer (g.) Daniel Wilding (dr.) Ben Arch (g.) DIE PATEN Dieses Album könnte euch gefallen, wenn ihr auf eine (oder mehrere) der folgenden Bands steht: Bolt Thrower * At The Gates * Morbid Angel * Edge Of Sanity * Napalm Death * Death * Aborted * Cannibal Corpse * Deicide * Dying Fetus * Gorefest * Impetigo * Haemorrhage * Goreguts * General Surgery * Firebird

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