Review

Reviews 7.0

ALESTORM

No Grave But The Sea

Ausgabe: RH 361

Napalm/Universal (45:27)

PLUS-MINUS

Beeindruckend, mit welcher Hingabe ALESTORM den Themen „Piraterie" und „Trinkgelage" immer und immer wieder neue Facetten abgewinnen. Es geht u.a. um verwegene Piratentavernen (´Bar ünd Imbiss´), urlaubsreife Piraten (´Mexico´), Piraten, die geheime Drinks brauen (´Pegleg Potion´), und Statements in Hinblick auf den Zusammenhang von Piraterie und Trinkgelagen im Allgemeinen (´Alestorm´). Da fallen die wenigen ernsthaften Texte über finstere Schlachten und das Ende der Welt kaum als Stimmungskiller ins Gewicht. Musikalisch ist das Ganze ultrahymnisch, gleichermaßen rau wie fröhlich und erfüllt seinen Zweck als metallische Partymusik. Um „No Grave But The Sea" wirklich genießen zu können, sollte man viel Affinität zu Trinkliedern mitbringen; aber selbst wenn man die nicht hat, bleibt der authentisch wirkende Enthusiasmus dieser Band bemerkenswert.
Tobias Blum
7

Toll, Tobias: Du nennst die sinnentlernten Themen beim Namen, die bei ALESTORM seit je auf der Tagesordnung stehen, und sprichst von Zweckerfüllung im Hinblick auf feierliche Veranstaltungen, die beschallt werden müssen, damit der Alkohol besser fließt. Da fühle ich mich als Musikschreiber, der sein Gebiet ernster nimmt als sich selbst, angesichts deiner Note für diesen Dünnschiss gekränkt und stelle mir zwei Fragen. Erstens, ob wir es mit Bezug auf die riesige Auswahl spannender Bands heutzutage nötig haben, vertonte Mobilmachung der Massen für „gut" zu befinden. Und zweitens: Was soll an „No Grave But The Sea" mit seinen von dir genannten Vorzügen irgendwie besser sein als Ballermann- und Oktoberfest-Rotz, den wir hier berechtigterweise eben nicht besprechen? Aus dem Grund sollte man Kapellen wie diese hier genauso ignorieren, um mehr Platz für wichtige Dinge im Rock Hard zu schaffen.
Andreas Schiffmann
3,5

Autor:
Andreas Schiffmann
Tobias Blum
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