Review

Reviews 8.5
Hard Rock Rotzrock

BLACK STAR RIDERS

Wrong Side Of Paradise

Label: Earache/Edel
Dauer: 41:19
Erscheinungsdatum: 20.01.23
Ausgabe: RH 428

Irischer Pubrock wird vermutlich nie aussterben. Gerade wenn die Zeiten hart sind, gibt man gerne sein letztes Hemd, um bei ein paar Guinness mit Gleichgesinnten den Alltag hinter sich zu lassen. Den metallisch aufgemotzten Soundtrack dafür liefern seit Jahren zuverlässig die BLACK STAR RIDERS. Es ist diese unnachahmliche Mischung aus Lebensfreude, einer Prise politischem Bewusstsein und einer gewissen Schwermut, die diese Musik so einzigartig macht. Auf den Vorgängern „Another State Of Grace“ und „Heavy Fire“ klangen Ricky Warwick und seine Mannen zwar laut und professionell, aber mitunter auch merkwürdig blut- und ideenarm. Es waren gute Alben mit einer Handvoll Hits, aber keine Kreativ-Eruptionen, über die die Welt heute noch redet. Der 72-jährige Mitbegründer und Ex-Thin-Lizzy-Gitarrist Scott Gorham hat die Band nun auf eigenen Wunsch mehr oder weniger verlassen und geht in Rente. Umso überraschender, dass die von Personalwechseln gebeutelte Gruppe nun plötzlich konzentriert liefert. Die Produktion ist diesmal weniger auf Krawall gebürstet, und beim Mitzählen potenzieller Singles kommt der Rechenschieber am rechten Rand an, weil fast jeder Titel ins Schwarze trifft. Eine abwechslungsreiche Scheibe voller Ohrwürmer mit einer sagenhaften Covergrafik, die die momentane Stimmung perfekt auf den Punkt bringt. Mit dem Rücken zur Wand stehend ist Hardrock nun mal emotionaler und besser.

Autor:
Holger Stratmann

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