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REVIEW 20.03.2019

(DVD - Musik, RH 383, 2019)

AGNOSTIC FRONT - The Godfathers Of Hardcore

Auch wenn man anderes vermuten könnte: „The Godfathers Of Hardcore“ ist keine weitere New-York-Hardcore-Doku. Genauer betrachtet ist es nicht mal ein Film über Agnostic Front. Regisseur Ian McFarland porträtiert in erster Linie Frontmann Roger Miret. Selbst Gitarrist Vinnie Stigma (immerhin das einzige Originalmitglied) spielt nur die zweite Geige und vervollständigt – genau wie andere gegenwärtige und ehemalige AF-Musiker, Familien und Freunde – vor allem das Bild, das der Film von Miret zeichnet. Roger (eigentlich Rogelio de Jesus Miret) emigriert als Kind von Kuba nach New York, flieht als Teenager vor seinem gewalttätigen Stiefvater, lebt auf der Straße und in besetzten Häusern, findet Anfang der Achtziger mit AF und der gerade startenden HC-Szene ein neues Zuhause. Er wird viel zu früh selbst Vater, versucht seine junge Familie als Drogenkurier zu ernähren und landet im Knast. Nach der Entlassung werden AF kontinuierlich erfolgreicher. Roger bleibt der Band immer treu, zieht jedoch nach Arizona, schraubt dort an Autos rum, gründet eine neue Familie, erleidet eine Herzattacke und trägt inzwischen einen Herzmonitor. McFarland zeigt Roger sehr privat – im Vergleich zu Stigma, der auch mit Mitte 60 wie ein ewiges Kind wirkt, regelrecht introvertiert, nahezu depressiv, zugleich immer unter Strom stehend. McFarland ist Beobachter, nicht sensationsheischend, sondern im klassischen Sinne dokumentierend, was dem gesamten Film seinen Stempel aufdrückt. Die Musik bleibt eher Nebensache. Die Prügel-Pit-Fraktion der Szene wird „The Godfathers…“ langweilig finden. Im Gegenzug muss man sich kein bisschen für Hardcore interessieren, um diesen Film zu mögen.

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REVIEW 23.01.2019

(DVD - Musik, RH 381, 2019)

KING DIAMOND - Songs For The Dead Live

Manches im Leben dauert bei KING DIAMOND eben ein wenig länger. Schon kurz nach dem letzten Europa-Abstecher im Jahre 2016 hatte der König die Veröffentlichung eines State-of-the-Art-Konzertmitschnitts angekündigt. Gute zweieinhalb Jahre später liegt dieser nun in Form von „Songs For The Dead Live“ auch tatsächlich vor. King Diamond ist und bleibt ein Perfektionist, und genau das sieht und hört man der DVD auch an. Der King selbst war bis ins letzte Detail in die Produktion von „Songs For The Dead Live“ eingebunden: von der genauen Positionierung der Kameras bis zur Ausleuchtung der Bühne. Geboten werden zwei komplette Shows (The Fillmore Philadelphia 2015 sowie Graspop Metal Meeting 2016) in gestochen scharfen Bildern. Der Bühnenaufbau ist atemberaubend, ein schaurig-schönes Gothic-Horror-Szenenbild, illuminiert von geschmackvoll arrangierten Lichtkaskaden in Blau, Grün und Lila. Gelungene Kamerafahrten sorgen für nahezu perfekte Konzertatmosphäre. Was auf Konserve weniger auffällt als seinerzeit bei der leibhaftigen Konzertpräsentation: Die weiblichen Background-Vocals sorgen in den höchsten Tonlagen an der einen oder anderen Stelle für zusätzliches Volumen. Die Songauswahl ist über jeden Zweifel erhaben und setzt den Schwerpunkt auf das komplette „Abigail“-Album, ohne mit ´Melissa´ und ´Come To The Sabbath´ auf zwei große Mercyful-Fate-Klassiker zu verzichten. Die eigentlichen Show-Elemente wirken allerdings aufgrund der komplexen musikalischen Erzählstruktur in ihrer linearen Anordnung wie immer einigermaßen wirr: Großmutter im Rollstuhl, aufgeschlitzte Plastikpüppchen und Hexen, die aus Silberbechern undefinierte Flüssigkeiten trinken. „The Suspension Of Disbelief“ heißt die Zauberformel zur Rezeption für KING DIAMONDs kleine Horrorshow – und der Maestro macht es seinen Fans äußerst leicht, ihm diesen Credit für „Songs For The Dead Live“ nur allzu gerne einzuräumen.

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