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REVIEW 28.08.2019

(Buch, RH 388, 2019)

Eine SubkulTOUR durch Südostasien

(Buch: Ventil Verlag / DVD: Eigenvertrieb / Vinyl-Sampler: Concrete Jungle) Dass die Punk-, Metal- und generelle Aktivismus-Subkultur weltumspannende Phänomene sind, ist sicherlich keine neue Erkenntnis, aber wie diese Szenen abseits von Europa und Amerika aussehen und vor welchen Problemen sie dort stehen, wissen sicherlich die wenigsten. Das hat offensichtlich auch Felix Bundschuh und Diana Ringelsiep umgetrieben, die für „A Global Mess“ kurzerhand durch Südostasien gereist sind, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Herausgekommen ist eine Multimedia-Dokumentation, bestehend aus Buch, Film und Vinyl-Sampler. Den ausführlichsten Einblick bietet das Buch, das kein Sachbuch im klassischen Sinne ist, sondern im Tagebuch-Stil von der Reise erzählt und so nicht nur die Szene, sondern auch die Gedanken der beiden Autoren abbildet, was die Lektüre sehr kurzweilig macht. Der Film hat seinen Schwerpunkt hingegen bei den Interviews mit den Szene-Protagonisten (die auch im Buch festgehalten sind). Leider fehlt ihm dadurch etwas der rote Faden, ist aber als visuelle Ergänzung zum Buch durchaus interessant. Als Hörprobe der angesprochenen Bands dient der Sampler, der die komplette Bandbreite von Metal über Punk bis zu HipHop (!) abdeckt. Insgesamt ein spannender Reisebericht, dem hoffentlich bald noch weitere Teile folgen werden. 3 FRAGEN AN FELIX BUNDSCHUH UND DIANA RINGELSIEP: Diana, Felix, was war der eindrücklichste Moment auf der Reise? Felix: »So ein Best-of ist immer schwierig (lacht). Ich glaube, es war die Situation, als wir mit einem Künstlerkollektiv in Kuala Lumpur T-Shirts gegen Polizeigewalt bedruckt haben und die Künstlerin Syahida uns erzählte, welchen Druck die Polizei auf sie ausübt und welche Zustände in den Gefängnissen herrschen. Das hat uns wirklich schockiert, auch wenn wir natürlich davon gehört hatten. Syahida wurde beispielsweise verhaftet, weil sie mit Männern in einer WG lebte, und generell gibt es in Malaysia noch die Prügel- und sogar die Todesstrafe für aus westlicher Sicht relativ harmlose Straftaten wie Marihuana-Besitz.« Habt ihr Tipps für Leute, die nach Asien reisen und etwas von der Punk- oder Metalszene mitbekommen wollen? Viele Dinge, die ihr im Buch beschreibt, sind ja mehr oder weniger Geheimveranstaltungen. Diana: »Prinzipiell macht es Sinn, vor der Reise im Internet zu schauen, wo internationale Bands schon gespielt haben. Darüber kommt man dann auch an die lokalen Supportbands, bei denen man einfach mal nachfragen kann. Die meisten freuen sich sehr und zeigen gerne ihre Szenetreffs. Das gilt auch, wenn man vor Ort jemanden mit Szene-Klamotten trifft.« Felix: »Einen ganz konkreten Tipp hätte ich tatsächlich noch, und zwar die Twice Bar auf Bali. Die findet man im Internet relativ einfach, man kann einfach hingehen, und Bali ist ja ganz allgemein auch ein Touristenziel. Dort spielen fast täglich coole Bands von der Insel. Leider gibt es in Südostasien nur wenige solcher dauerhaften Treffpunkte, weil die ganze Region sehr schnell wächst und viele Läden nur eine kurze Lebenszeit haben.« Euer Projekt heißt „A Global Mess“, für dieses Buch wart ihr aber „nur“ in Südostasien. Habt ihr eine Fortsetzung geplant und wisst vielleicht auch schon, wo es hingeht? Diana: »Wir haben den Namen bewusst gewählt, und daher ist es schon unser Ziel, einen zweiten Teil zu machen. Wohin es uns dann verschlägt, wissen wir aber noch nicht. Wir haben auch momentan wenig Zeit, darüber nachzudenken, weil wir gerade mit der Veröffentlichung des ersten Teils beschäftigt sind. Aber wir sind uns einig, dass es in diesem Rahmen weitergehen soll.« (mbl)

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REVIEW 17.04.2019

(Buch, RH 384, 2019)

Contract In Blood - A History Of UK-Thrash-Metal

Beim Auspacken des neuen Schinkens von Ian Glasper hätte ich mir fast das Handgelenk verstaucht. Ob das wohl als Arbeitsunfall durchgegangen wäre? (Okay, dieser Joke ist zugegebenermaßen von Jan geklaut...) Auch ohne Hardcover-Umschlag bringen es die eng bedruckten 712 Seiten locker auf über ein Kilo Gewicht. Eine derart epische Abhandlung über Thrash Metal aus Großbritannien? Wir reden hier wohlgemerkt nicht über Slayer, Metallica und Exodus. Wir reden über LAWNMOWER DETH, METAL DUCK und DRUNKEN STATE. Natürlich stand der britische Thrash immer im Schatten der Amerikaner, aber ein paar unbestrittene Klassiker hat das Königreich dennoch hervorgebracht: allen voran selbstverständlich Andy Sneaps SABBAT, ONSLAUGHT oder die unlängst beim Headbanger´s Open Air schwer abgefeierten XENTRIX. Glasper, der ursprünglich aus der Punk-Szene kommt, berücksichtigt bei seinem Ansatz auch nicht unbedingt linientreue Thrash-Acts wie die ENGLISH DOGS, CEREBRAL FIX oder HELLBASTARD. Des Weiteren schlägt er auch die Brücke zur aktuellen Szene mit Protagonisten wie den nordirischen GAMA BOMB, SSS und SHRAPNEL. Es bleibt kein Stein auf dem anderen, selbst Demo-Bands ohne eigenständige Vinyl- oder CD-Veröffentlichung werden ausführlich gewürdigt. Fazit: „Contract In Blood“ ist die absolute Vollbedienung in Sachen Thrash von der Insel, Oberstufen-Pflichtlektüre. Und ganz nebenbei: Eine derart akribische und liebevolle Huldigung der einheimischen Thrash-Szene hat es in Amerika noch nicht gegeben (in Deutschland freilich ebenfalls nicht).

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REVIEW 20.03.2019

(Buch, RH 383, 2019)

IRON MAIDEN, PRAYING MANTIS - Iron Maiden & Praying Mantis - The Early Days

Eingefleischten NWOBHM-Anhängern dürfte der Name Bob „Angelo“ Sawyer nicht zuletzt durch sein Mitwirken bei Praying Mantis auf deren 1980er 7”-Single ´Praying Mantis´/´High Roller´ geläufig sein. Aufhänger des vorliegenden Buches ist aber vor allem, dass der Gitarrist zwischen Ende 1976 und Sommer 1977 zusammen mit Dave Murray das Gitarrenduo bei den aufstrebenden Iron Maiden bildete und sich dabei insgesamt 49 Mal mit Steve Harris die Bühne teilte. Schon bald nach seinem Ausstieg kreuzten sich die Wege von Sawyer und Iron Maiden ein weiteres Mal: Praying Mantis waren als Support für die „Metal For Muthas Tour“ Anfang 1980 gebucht. Über all seine Auftritte mit Maiden und Praying Mantis hat Sawyer Tagebuch geführt. Diese Notizen fungieren jetzt als Grundgerüst für „Iron Maiden & Praying Mantis – The Early Days“. Ein großer Schriftsteller ist an Bob Sawyer sicherlich nicht verloren gegangen – dazu wirken die Einträge einfach zu hölzern (hier hätte der Verlag redigierend eingreifen sollen). Andererseits ist Sawyer ein wichtiger und vor allem glaubhafter Zeitzeuge. Er bestätigt u.a. das Gerücht, dass Steve Harris am 5. Februar 1980 in Grimsby tatsächlich für den kompletten Gig die Leadvocals übernahm, weil Paul Di´Anno sich zum großen Ärger der restlichen Bandmitglieder kurzfristig krankgemeldet hatte. Trotz vorhandener Schwächen sind die mit einigen unveröffentlichten Abbildungen angereicherten 144 Seiten unverzichtbar für all diejenigen, die sich tiefergehend mit der Maiden-Historie vor dem ersten Album und lange vor dem Einstieg von Bruce Dickinson beschäftigen wollen.

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