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REVIEW 8.5 18.11.2020

(Dynamit, RH 402, 2020)

HATEBREED - Weight Of The False Self

Ursprünglich hätte das achte HATEBREED-Album bereits im Frühjahr erscheinen sollen, wurde dann aber wegen Corona und fehlender Live-Perspektive bis jetzt geschoben. Somit hatte ich reichlich Zeit, mir die Songs anzuhören. Ungeachtet ihrer betont straighten Ausrichtung und kurzen Spieldauer (jeweils um die drei Minuten) haben sie eine beachtliche Halbwertszeit, denn bei mir läuft „Weight Of The False Self“ seit einem halben Jahr regelmäßig im Auto - vorzugsweise, um mit offenem Fenster fistraisend und headbangend an der Ampel rumzuprollen. Das geht damit nämlich ganz vorzüglich! Jamey Jasta & Co. bewegen sich wie Prong und Biohazard zu ihren besten Zeiten mit traumwandlerischer Sicherheit in der Schnittmenge von Hardcore und Metal, ohne das Pendel dabei zu sehr in die eine oder andere Richtung ausschlagen zu lassen. Technische Fähigkeiten und rohe Attitüde haben genau die richtige Balance. Ultra-fette Grooves, im besten Sinne stumpfe Riffs, bemerkenswerte Soli und wuchtiges Midtempo, das immer wieder von kurzen Uptempo-Passagen und fiesen Downbreaks aufgelockert wird, sind einfach eine unwiderstehliche Mischung. Besonders der aufeinanderfolgende Dreierpack ´Let Them All Rot´, ´Set It Right (Start With Yourself)´ und dem thrashigen Titelstück killt komplett, zumal Stammproduzent Zeuss mal wieder für einen brachialen In-your-face-Sound gesorgt hat. Abgerundet wird die Scheibe von metaphorischen Selbstfindungstexten, die auf die im Hardcore leider weit verbreiteten Plattitüden verzichten. Goil!

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REVIEW 8.5 18.11.2020

(Dynamit, RH 402, 2020)

COMMUNIC - Hiding From The World

Dass COMMUNIC seit ihrem „Conspiracy In Mind“-Debüt aus dem Jahr 2005 meist in einem Atemzug mit Sanctuary und Nevermore genannt werden, hat die „norwegische Eiche“ Oddleif Stensland (g./v.) noch nie gejuckt. Schließlich hat der Songwriter des Trios aus Mandal aus seinem Faible für die beiden Hartwurst-Institutionen aus Seattle nie einen Hehl gemacht. Außerdem war die Mucke der Skandinavier schon immer viel mehr als nur ein müder Abklatsch von Göttergaben der Marke „Into The Mirror Black“ oder „Dead Heart In A Dead World“. Das untermauern COMMUNIC auch auf ihrem aktuellen sechsten Streich mit Nachdruck. Zwar stehen im Zentrum von „Hiding From The World“ erneut zahllose opulente, düstere Melodien, wie sie von Sanctuary/Nevermore-Goldkehlchen Warrel Dane (R.I.P.) und Gitarrist Jeff Loomis jahrzehntelang in Vollendung zelebriert wurden, am Ende des Tages sind aber auch gewisse Wahlverwandtschaften zu wichtigen Genrevertretern wie Candlemass, Fates Warning, Psychotic Waltz, Mercenary oder Dio nicht von der Hand zu weisen. Anders gesagt: Auf „Hiding From The World“ feiert das Beste aus den vier Welten Power-, Prog-, Doom- und Classic Metal Hochzeit, selbst wenn Stensland kein zweiter Messiah Marcolin oder Warrel Dane ist. Dafür harmonieren Stimme und die exzellenten Gesangslinien wunderbar mit den sieben überlangen, vor Melancholie strotzenden Hymnen, aus denen der epische Titeltrack, das abwechslungsreiche ´My Temple Of Pride´ und die beiden zehnminütigen Kaventsmänner ´Born Without A Heart´ und ´Forgotten´ herausragen.

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REVIEW 8.5 21.10.2020

(Dynamit, RH 401, 2020)

DAVID JUDSON CLEMMONS - Tribe & Throne

Ein überragender Musiker: Der mittlerweile in Berlin lebende Amerikaner DAVID JUDSON CLEMMONS (g./v.) schreibt seit den späten Achtzigern Underground-Geschichte, bereits seine frühen Bands Ministers Of Anger und Murdercar waren Bombe, und das erste und einzige Damn-The-Machine-Album (von 1993) gehört zum Besten, was in Sachen Progressive Metal (wenn man den luftigen, fast jazzigen Sound denn als Metal bezeichnen möchte...) jemals (!) aufgenommen wurde. Seine späteren Betätigungsfelder The Fullbliss und Jud lieferten dagegen extrem fokussierten Alternative, dem die unerträgliche Bräsigkeit der meisten Acts dieses Sektors immer abging - ebenfalls sehr hörenswert! An diesen Sound, den von Jud allemal, knüpft nun in gewisser Weise „Tribe & Throne“ an, ein neues Sechs-Song-Full-length-Wunder, von Beatsteaks-Drummer Thomas Götz nicht nur großartig mit eingespielt, sondern auch produziert, das mal harten Stoner der Noisolution-Schule (Jud halt...) evoziert, oft aber auch die unvergessenen The God Machine zu Zeiten ihres Debüts (´Servants´) oder sogar Bullet Lavolta in ihrer „Swandive“-Phase - und das zudem hier und da in Sachen Beat und Atmosphäre in Richtung Old-School-Goth/Post-Punk schielt, diesen Einflüssen aber mit einer fast „deutschen“ Exaktheit (Neu!, anyone?) die störende Schnoddrigkeit nimmt (´My Trust´, ´It Or The Dome´). Beeindruckend, einmal mehr! „Tribe & Throne“ ist erhältlich über die üblichen digitalen Plattformen oder „physisch“ als LP und CD via $(LEhttp://www.djclemmons.com:www.djclemmons.com|_blank)$.

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