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REVIEW 8.0 21.11.2018

(Dynamit, RH 379, 2018)

NEW LIGHT CHOIR - Torchlight

Wahrscheinlich muss man 140 werden, um als sogenannte „Kultband“ zu reüssieren (Ashbury, Cirith Ungol, Heavy Load), etwas, das Neunziger-Giganten (rein qualitativ jetzt...) wie Anacrusis oder Thought Industry also noch bevorsteht. Und dann gibt´s da ja aktuellere Szene-Genossen, die von ein paar wenigen Fans über alles geliebt und von diversen Medien in den Himmel geschrieben werden, die „kommerziell“ aber trotzdem kein Bein auf den Boden kriegen, die noch nicht mal im Underground besonders nachgefragt sind, deren Platten tatsächlich wie Blei in den Regalen liegen, so ehrlich darf man sein. Hammers Of Misfortune sind ein solcher Fall, Corsair ebenfalls, auch The Neptune Power Federation droht dieses Schicksal - und NEW LIGHT CHOIR aus North Carolina. Deren „Volume II“-Talentprobe von 2015 war ein völlig eigenständiges, irgendwo verqueres, aber immer hochmelodisches Superalbum zwischen Psych- und Classic Rock à la early Rush, NWOBHM, erwähnten Thought Industry sowie Post-Punk, Shoegaze und Deathrock, das alles versehen mit eher poppigen, Placebo/a-ha-mäßigen Vocals, wurde von High Roller aber bereits nach kurzer Zeit für ´nen Appel und ´n Ei verramscht. Der Nachfolger „Torchlight“ erscheint nun via Svart und knüpft nahtlos an: Der Refrain von ´Queen Of Winter´ wirkt nur am Anfang spröde, ´Adamantine´ stellt den großen Hit dar (quasi ´July Sky 2.0´), und dass man neuerdings sogar mit Black Metal flirtet (´Firebird´, noch deutlicher bei ´Psalm 6´), ist ein weiteres angenehmes Geschmäckle, das die neue Platte NOCH abwechslungsreicher macht. Auch wenn NEW LIGHT CHOIR den großen Durchbruch wohl auch diesmal nicht schaffen werden: Greift zumindest IHR zu, wenn ihr cool, schön und erfolgreich sein wollt. Soll in hundert Jahren schließlich niemand behaupten, es hätte an EUCH gelegen...

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REVIEW 7.5 21.11.2018

(Dynamit, RH 379, 2018)

METAL CHURCH - Damned If You Do

„Damned if you do, damned if you don´t“? Ja, ein bisschen. Wie bei ALLEN Alben der Seattle-Legende seit „Hanging In The Balance“ von 1993 (!) gilt natürlich auch beim Kauf des frischesten Drehers: 1999 hat mit dem Comeback „Masterpeace“ ein neues Zeitalter begonnen, das - damit muss man sich einfach abfinden - qualitativ ein anderes ist als die Anfänge; Maßstäbe setzende Songs wie ´Metal Church´, ´Beyond The Black´, ´Watch The Children Pray´ oder ´Date With Poverty´ schreibt man eben wahrscheinlich nur in der eigenen Sturm-und-Drang-Phase. Die besten Stücke von „Damned If You Do“, der Titeltrack, das ungewöhnlich arrangierte ´The Black Things´ oder der Hit des Albums, das melodisch sehr konzentrierte ´Revolution Underway´, bewegen sich dabei auf dem Niveau der stärksten 45 Minuten des 2016er Vorgängers „XI“ - was im Umkehrschluss allerdings bedeutet, das man bei der diesmaligen Gesamtlänge weitere Abstriche in Kauf nehmen muss, denn die aktuelle Dreiviertelstunde kommt leider nicht ohne Ausfälle aus, bereits das an dritter Stelle platzierte ´By The Numbers´ ist ein kleiner Stinker, und ´Guillotine´ oder ´Monkey Finger´ tönen nicht überzeugender, eher im Gegenteil. Was auch „Damned If You Do“ letzten Endes aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit rettet, sind neben ´ner Handvoll wirklich gelungener Kompositionen dementsprechend die immer noch unnachahmlichen Vocals von Mike Howe sowie das Erste-Sahne-Gitarrenspiel Kurdt Vanderhoofs - und selbst Letzteres muss man sich ein wenig erarbeiten, denn die dumpfe Produktion entpuppt sich ebenfalls nicht gerade als förderlich. Aber auch das kennen wir ja seit mittlerweile beinahe 20 Jahren...

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