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REVIEW 8.5 24.07.2019

(Dynamit, RH 387, 2019)

POTENTIAL THREAT SF - Threat To Society

Die seit 1986 existenten Bay-Area-Thrasher POTENTIAL THREAT (später kam noch der Zusatz „SF“ für San Francisco hinzu) sind seit jeher ein Geheimtipp für alle Underground-Thrasher. Dass es die Band im Vergleich zu ihren Artgenossen von Metallica, Testament, Exodus oder auch Death Angel nie gepackt hat, liegt wahrscheinlich hauptsächlich darin begründet, dass man Ende der Achtziger nach zwei Demos nicht sofort gesignt wurde. So vergingen die Jahre, ehe man 2009 mit dem ersten Full-length-Werk „A New Threat Level“ aufwarten konnte, auch weil die beiden Noble-Brüder Kenny (dr.) und Mike (v./g.) nie aufgaben und die Band nach wie vor mit sehr viel Herzblut betreiben. Verstärkt durch Death-Angel-Bassist Damien Sisson, ist „Threat To Society“ garantiert das bislang ausgereifteste und beste Werk der Westküsten-Thrasher. Das geniale Uptempo-Riffing ist deutlich von Exodus und den frühen Metallica geprägt und macht Songs wie den formidablen First-Class-Banger ´Raise Your Fist´ zu absoluten Thrash-Granaten. Ein derart rootsbezogenes Bay-Area-Werk wie „Threat To Society“ hat man in den letzten Jahren selten zu Gehör bekommen. Das Quartett ist technisch voll auf der Höhe, und die beiden Gitarristen schütteln sich wahrlich ein Sahne-Riff nach dem anderen aus dem Ärmel. Das Teil hier ist auf 500 Stück limitiert und für schlappe 14 Euro (inklusive Porto) unter $(LEhttp://www.ragnaroek-records.de:www.ragnaroek-records.de|_blank)$ zu erwerben. Thrash ´til death!

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REVIEW 7.0 24.07.2019

(Dynamit, RH 387, 2019)

DESTRUCTION - Born To Perish

Eins muss man ihnen lassen: DESTRUCTION schaffen es immer wieder, im Vorfeld einer Album-Veröffentlichung hohe Erwartungen zu schüren. Diesmal sind die Trümpfe im Ärmel die Line-up-Aufstockung um Drum-Granate Randy Black und ganz besonders den zweiten Gitarristen Damir Eskić. Wobei wir ein doppeltes Gitarrengespann bei DESTRUCTION früher schon mal hatten, und zumindest ältere Semester wissen, dass Urmitglied Mike Sifringer eigentlich keine Verstärkung braucht. Es gibt auf „Born To Perish“ immer wieder verdammt geile Riffs, und ein ums andere Mal kriegt man echt das große Zappeln in sämtlichen Gliedmaßen. Ebenso häufig versanden diese Ideen jedoch in einer gewissen Schludrigkeit. Nehmt zum Beispiel den eröffnenden Titelsong: schniekes Riffing, sehr cooler Übergang vom eröffnenden Midtempo zum Thrash-Beat. Ab der Mitte mäandert das Stück jedoch für ´ne Weile ziemlich uninspiriert durch die Gegend. Auch bei anderen Songs sind Refrains und eingestreute Zwischenparts ein Stück schwächer als Strophen und Leads (´Inspired By Death´, ´Betrayal´, bei ´We Breed Evil´ ist´s amüsanterweise genau umgekehrt), was auf ein „Wow!“ immer wieder ein „Schade aber auch...“ folgen lässt. Und balladeske Passagen wie in ´Butchered For Life´ haben bei Schmier & Co. eh noch nie funktioniert. „Born To Perish“ könnte in entschlackter Version ein echter Hammer sein (bestes Beispiel ist das gut auf den Punkt bretternde ´Tyrants Of The Netherworld´), ist in dieser Form aber mit nicht so wirklich geilen Ideen überladen. Weniger ist bei DESTRUCTION schon immer mehr gewesen. Egal, ob es die Zahl der Riffs und Songteile oder die der Gitarristen ist.Eins muss man ihnen lassen: DESTRUCTION schaffen es immer wieder, im Vorfeld einer Album-Veröffentlichung hohe Erwartungen zu schüren. Diesmal sind die Trümpfe im Ärmel die Line-up-Aufstockung um Drum-Granate Randy Black und ganz besonders den zweiten Gitarristen Damir Eskić. Wobei wir ein doppeltes Gitarrengespann bei DESTRUCTION früher schon mal hatten, und zumindest ältere Semester wissen, dass Urmitglied Mike Sifringer eigentlich keine Verstärkung braucht. Es gibt auf „Born To Perish“ immer wieder verdammt geile Riffs, und ein ums andere Mal kriegt man echt das große Zappeln in sämtlichen Gliedmaßen. Ebenso häufig versanden diese Ideen jedoch in einer gewissen Schludrigkeit. Nehmt zum Beispiel den eröffnenden Titelsong: schniekes Riffing, sehr cooler Übergang vom eröffnenden Midtempo zum Thrash-Beat. Ab der Mitte mäandert das Stück jedoch für ´ne Weile ziemlich uninspiriert durch die Gegend. Auch bei anderen Songs sind Refrains und eingestreute Zwischenparts ein Stück schwächer als Strophen und Leads (´Inspired By Death´, ´Betrayal´, bei ´We Breed Evil´ ist´s amüsanterweise genau umgekehrt), was auf ein „Wow!“ immer wieder ein „Schade aber auch...“ folgen lässt. Und balladeske Passagen wie in ´Butchered For Life´ haben bei Schmier & Co. eh noch nie funktioniert. „Born To Perish“ könnte in entschlackter Version ein echter Hammer sein (bestes Beispiel ist das gut auf den Punkt bretternde ´Tyrants Of The Netherworld´), ist in dieser Form aber mit nicht so wirklich geilen Ideen überladen. Weniger ist bei DESTRUCTION schon immer mehr gewesen. Egal, ob es die Zahl der Riffs und Songteile oder die der Gitarristen ist.

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REVIEW 8,5 24.07.2019

(Dynamit, RH 387, 2019)

THE NEW ROSES - Nothing But Wild

Hut ab - der Vierer aus Wiesbaden konnte sich bis jetzt mit jedem Album steigern, und Shows mit Größen wie den Scorpions oder Kiss sind ja weiß Gott auch keine schlechten Referenzen. THE NEW ROSES machen jetzt also Ernst und legen mit „Nothing But Wild“ einen beeindruckenden 13-Tracker ab, der tatsächlich bis zum Ende hochwertig rockt und so etwas wie „Füllerware“ gar nicht erst anbietet. Ganz im Gegensatz zu so manch „etablierter“ Band, muss man an dieser Stelle dringend einfügen. Die „Neurosen“ (kicher...) spulen von vorne bis hinten das Repertoire des breitbeinigen US-Rock ab, Kiss werden öfter mit Ohohoho-Stadionchören „zitiert“, manches erinnert aufgrund der angenehm angerauten Stimme von Sänger/Gitarrist Timmy an die besten Momente von Cinderella, aber auch Freunde von AOR-Göttern wie Bryan Adams ('Heartache') kommen auf ihre Kosten. Und ab und zu blitzt sogar eine Prise Rotzrock auf. Trotz des engen Rahmens wechseln sich alle Härtegrade permanent ab, wobei sich der schmissige Opener 'Soundtrack Of My Life' und die tolle Sommer-Single 'Down By The River' als größte Ohrwürmer entpuppen. Die Kunst der Deutschen besteht darin, NIEMALS auch nur ein Quentchen „deutsch“ zu klingen. Als Redakteur wartet man förmlich darauf, der Band endlich eine Peinlichkeit reinwürgen zu können - vergebens. Ob es am Ende reicht? Bis jetzt sind alle Bands aus diesen Breitengraden, die amerikanischer als Amerikaner sein wollten, krachend gescheitert. Selbst Pink Cream 69, die ihre Sache schon sehr gut machten... „Nothing But Wild“ ist beängstigend perfekt, für meinen Geschmack fast etwas zu aalglatt, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Hier reiht sich Hit an Hit!

REVIEW 8 24.07.2019

(Dynamit, RH 387, 2019)

DARKTHRONE - Old Star

New Wave Of Black Heavy Doom? Der Mensch neigt dazu, Dinge in eine Schublade stecken zu wollen, und der genannte Schriftzug könnte zumindest die Richtung, aber nicht das ganze Ausmaß des nunmehr 18. DARKTHRONE-Albums erfassen, auf dem sich Fenriz und Nocturno Culto mal wieder als wahre Riffmeister entpuppen. Eine wirklich großartige Produktion (dynamisch, organisch, kräftig und transparent) formt das Fundament, um die Fühler in Richtung des traditionellen Doom à la frühe Candlemass, Proto-Black-Metal à la Hellhammer und klassischen Heavy Metal auszustrecken und mit der ursprünglichen DARKTHRONE-Atmosphäre (rau, kalt, melancholisch) zu versiegeln. Ein Highlight ist definitiv 'The Hardship Of The Scots', mit dessen Anfangsriff sie locker auf dem Keep It True auftreten könnten, ehe ein totaler „Satanic Rites“-Moment zäh wie kraftvoll einschlägt, der dann auch wieder vergeht und vom ersten Motiv samt raffiniert darübergelegtem Solo abgelöst wird und nach einer kurzen Spannungspause wieder eine andere Wendung (und ein weiteres geiles Riff) (an)nimmt. Auch kleine, fein gestreute Details wie das in unterschiedlicher Höhenlage und Verzerrung gedoppelte Riff am Ende von 'Alp Man' oder die unterschwellig wütende Tempoerhöhung der Gitarre in 'Duke Of Gloat', auf das auch wieder eine zerreißende Melodie folgt, machen „Old Star“ zu einem spannenden Werk, das zwar sehr im Zeichen der Achtziger steht, aber trotzdem nicht staubig klingt. Dafür gibt's acht von zehn „Ughs!“.

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