Review

Reviews 8.5
Heavy Metal

GOBLINS BLADE

Of Angels And Snakes

Label: Massacre/Soulfood
Dauer: 42:22
Erscheinungsdatum: 26.06.2020
Ausgabe: RH 398

Es gibt nicht allzu viele Gitarristen, deren Ton man sofort heraushört - Jörg M. Knittel gehört dazu, vor allem, wenn er nicht im Ultra-Doom (Dawn Of Winter) oder Death Metal (My Darkest Hate) wildert, sondern sich „normalem“ Heavy- und/oder Power Metal, bevorzugt alter amerikanischer Prägung, widmet, zuerst beim Underground-Kult Variety Of Arts sowie Tragedy Divine, später dann bei den auch retrospektiv unter Wert gehandelten frühen Sacred Steel, die ja nie nur ein schwermetallisches Over-the-top-„Statement“, sondern vor allem hervorragende Songwriter waren. Diese Neunziger-Vergangenheit lässt der Schwabe nun mit Ex-Destillery-Frontmann Florian Reimann am Mikro neu aufleben, als hätte es die letzten zwei Jahrzehnte nicht gegeben, wobei GOBLINS BLADE (hey, Heathen!), deren Drei-Track-Demo-CD „Awakening“ im Rock Hard bereits „Tipp des Monats“ war, niemals auffällig „retro“ müffeln, sondern im besten Sinne zeitlos tönen, das ist bei einem tempogedrosselten Ausflug wie ´When The Night Follows The Day´ nicht anders als im No-bollocks-Midtempo (´Snakes From Above´) oder bei einer am Speed Metal kratzenden Abrissbirne wie dem bereits von der EP bekannten ´Final Fall´. Das arg cheesige Symphonic-Gedöns-Artwork wird dem Ganzen am Ende zwar nicht gerecht, dafür setzt die trockene, unaufgeregte Produktion, bei der nur die Drums ein wenig zu pröttelig geraten sind, ein weiteres kleines Ausrufezeichen.

Autor:
Boris Kaiser
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