Review

Reviews 5.0
Alternative

GRAFI

Ektoplasma

Label: Geistermusik
Dauer: 26:20
Erscheinungsdatum: 15.05.2020
Ausgabe: RH 398

Ich sag´s ganz ehrlich: Auch wenn ich das Begehen neuer musikalischer Wege grundsätzlich immer erst mal löblich finde, hatte ich mir nach dem ersten Hören von „Ektoplasma“ schon die Songzeile „Keine Zeit für Scheißmusik“ als Motto für diese Rezi ausgeguckt. Denn auch wenn ich nach dem drölfzigsten Bier auf dem RHF abends mal eine Lanze für den Frühneunziger-Crossover der Marke Body Count oder Biohazard gebrochen haben sollte, heißt das noch lange nicht, dass ich mir zur Entspannung auf Spotify die neuesten Deutsch-Rap-Playlists anhöre. Dazu ist meine Aversion gegen Black Metal ungefähr so groß wie die von Varg Vikernes gegen Euronymous. Ähnlich geht es mir mit Gothic-Schmonzes, der mir die zweite Hälfte der Neunziger komplett vergällte. Und dass ich Postrock als Genre für eine Alibi-Veranstaltung für Musiker halte, die zu blöd sind, um gescheite Songs zu schreiben, ist ebenfalls kein Geheimnis. So gesehen hatte GRAFI beste Chancen, auf dem „Arschbomben“-Platz zu landen. Doch auch wenn ich die einzelnen Bestandteile des Musikmixes des Berliners nicht mag, kann ich der Gesamtveranstaltung die eindrückliche düstere Atmosphäre, die auf unerklärliche Weise fasziniert, nicht absprechen.

Autor:
Felix Mescoli
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