Suche

Teaser

REVIEW 8.5 09.08.2019

(Album, )

SLIPKNOT - We Are Not Your Kind

Nach dem Tod von Paul Gray und der Trennung von Joey Jordison hatten SLIPKNOT sich 2014 mit einem Paukenschlag von Album zurückgemeldet. Dass „.5: The Gray Chapter“ in seiner Aggressivität und Hitdichte schwer zu toppen sein würde, war sicherlich auch der Iowa-Rasselbande klar. Wobei diese Band schon immer ein für ihr Genre eher untypischer Wille zur Weiterentwicklung ausgezeichnet hat. Shawn „Clown“ Crahan sprach früh von der Idee eines Doppelalbums mit Floyd'schen Ausmaßen, was die Band (vorerst?) auf ein Einzelalbum runtergedampft hat. Die wilden Neun blicken auf „We Are Not Your Kind“ erneut nach vorn, ohne ihre Wurzeln zu kappen. Schon die erste Single 'Unsainted' kombiniert auf geniale Art und Weise Aggro-Geklöppel mit einem hymnischen Refrain, bei dem der dezente Einsatz des „Angel City Chorale“ für interessante Farbtupfer sorgt. 'Birth Of The Cruel' stellt im Anschluss unter Beweis, dass man auch heute noch innovative Ideen ins Tribal- und Groove-Metal-Genre einfließen lassen kann. 'Nero Forte' erweist sich hingegen als vielseitiges Biest, bei dem weder Aggressivität noch Hymnenhaftigkeit zu kurz kommen. Bereits diese drei Hits zeigen erneut SLIPKNOTs Stärke, eigenständige, vielseitige Songs zu schreiben, die sich im Gegensatz zu vielen ihrer Genre-Kollegen eben nicht auf eine Formel runterbrechen lassen. Nummern wie 'Critical Darling' oder 'Red Flag' können dieses Hit-Niveau zwar nicht halten, funktionieren dafür aber im Kontext des Albums, das durch den verstärkten Einsatz von Interludes als cineastisches Gesamtkunstwerk angelegt ist. Für maximale Dynamik sorgt der Wechsel zwischen dem TripHop von 'Spiders' und dem thrashigen 'Orphan', während im Finale 'Not Long For This World' und 'Solway Firth' noch mal alle Register gezogen werden. Der einzige Wermutstropfen stellt somit das Fehlen der 2018 veröffentlichten 'All Out Life'-Single dar, die es lediglich als Japan-Bonustrack aufs Album geschafft hat.

Teaser

Teaser

REVIEW 9.0 24.07.2019

(Album, RH 387, 2019)

MISTHYRMING - Agleymi

Island genießt momentan viel Aufmerksamkeit seitens des internationalen Black-Metal-Zirkels – und das zu Recht, wie man nach Svartidaudi und Sinmara nun auch an MISTHYRMINGs Zweitwerk sehen kann. „Agleymi“ fällt homogener und geradliniger, doch nicht weniger divers und wild aus als das 2015er Debüt der vier Isländer. Zum subtiler präsenten dissonanten Chaos addiert die Gruppe von Mgla inspirierte Riffmelodien, die gemeinsam mit den eingesetzten Synthesizern eine gewaltige, nahezu ozeanisch anmutende Atmosphäre entfachen. Egal ob in gewohnt endlos blastenden Black-Metal-Beats (´Orgia´) oder für MISTHYRMING neuen (im Gesamtkontext des Genres jedoch traditionellen) rockigeren Passagen (´Ísland, steingelda krummaskud´), auf „Agleymi“ herrschen stets Spannung und ein Spiel mit Kontrasten und Tonarten. Pfiffige Moll/Dur-Wechsel in den Melodien lassen im Zusammenspiel mit dem pulsierenden Grundgerüst des Schlagzeugs aus Stücken wie dem nur scheinbar friedlichen Instrumental ´Hæli?´ eine einerseits melancholische, andererseits unglaublich kraftvoll peitschende und irgendwie hoffnungsvolle Klanglandschaft entstehen, während Trugschlüsse wie im Titelsong und das Auf und Ab der Gitarren, stetig schneller werdende Drums und die fortdauernde dynamische Zuspitzung in ´Allt sem eitt sinn blómstradi´ exemplarisch für das zerreißende Spannungselement der Band sind. „Agleymi“ ist ein harsches Statement gegen die zunehmend aufweichenden Strukturen im (atmosphärischen) Black Metal und ein wirklich gelungenes Stück Musik.

Teaser

Teaser

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.