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REVIEW 8 22.05.2019

(Album, RH 385, 2019)

RAMMSTEIN - Rammstein

Zehn Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung „Liebe ist für alle da“ vergangen, doch nun wollen es RAMMSTEIN noch mal wissen. Und das Warten hat sich gelohnt. Elf Tracks lang zelebriert das Sextett ein Best-of seines Könnens, legen Richard Kruspe und Paul Landers pulsierende Gitarren-Teppiche aus, auf denen Till Lindemann mit süffisanten, morbiden, garstigen, lieblichen, humorvollen und tiefgründigen Texten breitbandiges, poetisches Kopfkino startet. Der cineastische Provokations-Overkill 'Deutschland', dessen anfänglicher Beat verdammt an Anne Clarks 'Our Darkness' und ein wenig an Tiamats 'Gaia' erinnert, gibt die Uptempo-Marschrichtung der ersten Albumhälfte vor. 'Radio' geht mit treibenden Riffs, die auch aus nostalgischen 'Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?'-Zeiten stammen könnten, nach vorne, nur ausgebremst im höllisch eingängigen Refrain, dessen Synthie-Einsätze entfernt an die verspielte Attitüde der Neuen Deutschen Welle erinnern. Sakrale Kirchenchor-Klänge ummanteln die derben Hochgeschwindigkeitsgitarren im Song 'Zeig dich', dessen offensive Kritik an der katholischen Kirche sich im bissigen Stakkato-Refrain entlädt. Ein weiteres Highlight ist das mit einem wuchtigen Beat, spacigen Elektro-Sounds und einem hellen Kinderchor punktende 'Ausländer', dessen Ohrwurm-Faktor noch ein wenig höher ist als bei der augenzwinkernden Fleischbeschau 'Sex', deren Textzeile „Ich schau dir tief ins Geschlecht“ passenderweise von einem „reitenden“ Beat unterlegt ist. Im zweiten Albumteil kehrt ein wenig Ruhe ein. Das flüsternd-getragene 'Puppe' wird von infernalisch-heiserem Wahnsinns-Höllengeschrei durchbrochen, während 'Was ich liebe' mit seiner Midtempo-Melodramatik und die akustisch-morbide Liebesballade 'Diamant' etwas unspektakulärer daherkommen. Die Gitarren-Soloarbeit reißt 'Weit weg' aus der Mittelmäßigkeit, bevor 'Tattoo' mit fettem Riffing und poetischer Brillanz („Wenn das Blut die Tinte küsst, wenn der Schmerz das Fleisch umarmt“) wieder gute alte RAMMSTEIN-Qualitäten hervortreten lässt. Noch einmal läuft das Lindemann'sche Kopfkino auf Hochtouren, wenn 'Hallomann' von Kinderlied-Klängen und süßlichem Gänsehaut-Flair umgarnt wird und das Album mit den Worten „Auf den Wellen dein Gesang“ geisterhaft ausfadet.

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