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REVIEW 16.12.2020

(Album, RH 403, 2020)

DOMKRAFT, ELEPHANT TREE, SUMMONER - DAY OF DOOM LIVE

Im November 2019 veranstalteten Magnetic Eye eine Label-Night zum Zehnjährigen in der Brooklyner Saint Vitus Bar. Nicht ganz ohne Hintergedanken, wie die vier jetzt erscheinenden Livealben ihrer „Flaggschiff-Bands“ zeigen. Der atavistische Psychedelic Doom des schwedischen Trios DOMKRAFT ist live wenig überzeugend. Die drei sorgen für Druck, Drummer Andreas Dahlgren versucht, was rauszuholen aus diesen fuzzverschmutzten, wiederholungsreichen Strukturen, aber vergeblich all sein Tun, die Harmonie-Abteilung macht Kurzarbeit. Es zieht sich ganz schön, wenn man Musik hören will und nicht bloß einen Score für das nächste High braucht. Das Londoner Stoner-Doom-Quartett ELEPHANT TREE ist da schon eine andere Klasse. Ordentlich Tiefdruck mit brachialen Drones wird konterkariert von beinahe postrockigen Schwebezuständen und feinen Harmonien. ELEPHANT TREE brutzeln nicht nur untenrum alles weg, dramaturgisch gut austarierte Intensitätswechsel, melodiöse Keyboards, Echogitarren und nicht zuletzt mehrstimmige Gesangssätze sorgen für Tiefe. Ihre Abschiedsvorstellung, das aktuelle Studioalbum ist bei Holy Roar erschienen, zeigt schmerzlich, was Magnetic Eye mit ihnen verloren hat. Die Sludge-Truppe HORSEHUNTER bringt jeweils zwei Songs ihrer beiden Alben „Caged In Flesh“ und „Horsehunter“ auf die Bühne. Die Australier variieren ebenfalls geschickt Dynamik und Tempo, die Stücke sind dennoch zu lang für das, was akustisch geboten wird, auch weil Sänger Michael Harutyunyan keine Stimme hat. Sein erschöpftes Growling ist nur ein weiteres Geräusch und trägt harmonisch nichts bei. SUMMONER sind meine Favoriten vom „Day Of Doom“. Ihr eingängiger, immer wieder flott aus dem Knick kommender Stoner/Sludge mit NWOBHM-Neigungen lässt keine Achsel trocken. Die beiden Gitarristen AJ Peters und Joe Richner sind hyperaktiv und ziehen solistisch im Duett und Duell einiges vom Brett, und ihr Sänger/Bassist Chris Johnson steckt voller Aggressionen, weiß sie aber auch zu zügeln. Alle vier Livealben klingen roh und ansprechend, allerdings sind die Editierungen rabiat. Etwas mehr Publikumsreaktion hätte man ruhig stehen lassen können.

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