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REVIEW 8.5 20.11.2019

(Album, RH 391, 2019)

THE WHO - Who

Wenn man Pete Townshend (74) erzählen würde, dass er und Roger Daltrey (75) auf der zwölften THE WHO-Studiolangrille für ihr Alter ganz schön energiegeladen und inspiriert herumrödeln, bekäme man wahrscheinlich ansatzlos Petes Gitarre über den Schädel gezogen. Aber es stimmt nun mal: „Who“ kommt nicht an die großen Band-Klassiker heran, ist aber stärker als sämtliche Who-Scheiben seit „Who Are You“ (1978) und viel besser als alles, was Zeitgenossen wie die Stones in den letzten öchzig Jahren verbrochen haben. In typischen Who-Hits wie ´All This Music Must Fade´, ´I Don´t Wanna Get Wise´ oder ´Rocking In Rage´ wütet Townshends Klampfe fast wie ganz früher und erzeugt dieses unvergleichliche, weite Klanghorizonte freipustende Anarcho-Flair, ohne dass der Windmühlenriff-König sich zu arg selbst zitiert. Dazu kommen gelungene ruhigere Momente (´Beads On A String´) und sehr frische, experimentierfreudige Stücke wie der Beinahe-Britpop-Ohrwurm ´Break The News´, das gesanglich außerordentlich variable ´I´ll Be Back´ oder das mit mediterranem Flair überraschende ´She Rocked My World´, die THE WHO als absolut zeitgemäße, null angestaubte Kreativhochburg zeigen. Roger singt nach wie vor großartig, die elektronischen Elemente passen noch genauso gut in die Rock-Arrangements wie zu „Who´ Next“-Zeiten, und fürs Hymnenkabinett gibt´s mit ´Hero Ground Zero´ noch einen absoluten Zungenschnalzer. Tolles Alterswerk! Sorry, Pete...

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REVIEW 20.11.2019

(Album, RH 391, 2019)

TRIBULATION - Alive & Dead At Södra Teatern

Lange war keine Live-Veröffentlichung mehr so interessant wie TRIBULATIONs „Alive & Dead At Södra Teatern“, denn detailverliebt, wie die vier Schweden sind, stimmt hier einfach alles, vom ultra-schönen Coverartwork, das quasi zum Kauf der Vinyl-Version verpflichtet, über den transparenten, aber immer noch organisch-schroffen Live-Sound, der die Songs noch dynamischer macht, bis hin zur Setlist, die bis zu „Formulas Of Death“ zurückreicht. Das eigentliche Highlight on top ist die beiliegende Live-DVD, die die Perfomance im Södra Teatern - dem ältesten Theater Stockholms im Herzen der Stadt - zeigt. Durch die Szenerie und TRIBULATIONs Spiel mit der schaurig-schönen Atmosphäre ihrer Stücke, mit Licht, Nebel und Filmausschnitten wie aus „Nosferatu“, und nicht zuletzt durch ihre eigene optische Transformation taucht man ab in eine ganz andere Welt, die einem düsteren Theaterstück ähnelt und etwas Magisches, in jedem Fall Außergewöhnliches hat. Applaus! 3 Fragen an TRIBULATION-Gitarrist Adam Zaars: Adam, wie kamt ihr auf die Idee, „Alive & Dead“ im Södra Teatern aufzunehmen? »Als wir angefangen haben, darüber nachzudenken, ob wir diese Show aufnehmen wollen, stand das grobe Set-up eigentlich schon. Die Show im Södra Teatern war bereits gebucht, und wir waren uns auch schon über das Konzept der zwei Akte einig. Und da wir bereits seit Jahren eine Live-DVD aufnehmen wollten, schien der Anlass perfekt. So konnten wir immerhin eines der „Down Below“-Konzerte filmisch festhalten, auch wenn es in seiner Aufmachung so besonders war, dass es keinem unserer anderen gleicht.« Das stimmt - schon allein, weil ihr vor sitzendem Publikum gespielt habt. »Es hat sich natürlich anders angefühlt als sonst, aber wir haben schon vor so vielen unterschiedlichen Leuten gespielt, und es gab doch einige Shows, bei denen die Zuschauer zwar gestanden sind, aber wesentlich ruhiger waren. Wenn man live spielt, hofft man immer auf eine Verbindung zu den Zuschauern. Man hofft auf einen Austausch, und wenn dieser stattfindet, sind die Konzerte viel besser - und das war im Södra Teatern der Fall. Wir hatten das Gefühl, dass die Leute den Abend genossen haben, zumindest ist keiner von ihnen früher abgehauen (lacht). Natürlich gab es keinen Moshpit oder so, aber es hat trotzdem funktioniert und wird uns als besondere Erfahrung im Kopf bleiben.« Von der Aufmachung der Veröffentlichung über die Inszenierung an sich bis hin zu eurer Optik ist alles wieder perfekt aufeinander abgestimmt. Würdet ihr euch als Perfektionisten bezeichnen? »Hm, nein, zumindest nicht als Band. Jonathan ist zwar ein ziemlicher Perfektionist manchmal, aber ich denke, unser Ziel ist höher als das - nicht nur mit TRIBULATION, sondern in Bezug auf alles im Leben. Es wird immer Menschen geben, die etwas besser machen können als man selbst. Wir arbeiten sehr detailverliebt und gründlich, das stimmt, weil wir unglaublich viel Enthusiasmus für das hegen, was wir machen, aber hin zur Perfektion ist es ein langer Weg. Wir haben nach wie vor weitere Ziele, daran wachsen wir, und Live-Konzerte irgendwie außergewöhnlich zu gestalten, gehörte schon immer dazu, denn Konzerte von Kiss oder Iron Maiden haben uns früh fasziniert. Die Zuschauer sollen das Gefühl haben, in eine andere Welt einzutauchen, wenn sie uns performen sehen. Natürlich sind es immer noch wir, die da stehen, aber wir versuchen, einen bestimmten Teil unserer Persönlichkeit hervorzuheben und in einen anderen Raum und eine andere Zeit zu expandieren.« (mam)

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