Review

Reviews 9
Hardcore

CRO-MAGS

In The Beginning

Label: Arising Empire/Warner
Dauer: 38:24
Erscheinungsdatum: 19:06.2020
Ausgabe: RH 398

»Ich denke, dass „In The Beginning“ das bislang beste CRO-MAGS-Album ist«, erzählt uns Bandgründer Harley Flanagan (b./v.) und klingt dabei null Komma null nach Promo-Gelaber. Auf dem ersten CRO-MAGS-Longplayer seit 20 Jahren, nach ewigen Streitereien mit Ex-Kollegen inklusive Knastaufenthalt im berüchtigten Rikers Island und einem kosten- und nervenzehrenden Gerichtsverfahren, verbreitet der Typ, der den Hardcore miterfunden hat, ihn aber schon seit Dekaden völlig uninteressant findet, eine Aufbruchsstimmung, die man bei der Generation 50 plus sonst mit der Lupe suchen muss. „In The Beginning“ ist - nomen est omen - Neustart, aber zugleich ein Anknüpfen an die besten Bandphasen. Das Album ist eine brillante Kombination aus dem „Power-Metal-Hardcore“ der „Best Wishes“-Phase, der „Age Of Quarrel“-Urgewalt und dem bei Harley schon seit langem sehr tief liegenden Genre-Tellerrand, der inzwischen sogar Platz für relaxten Soundtrack-Eskapismus lässt. Der Großteil der Platte ist aber ganz klar zwischen schnellen Nackenbrechern und düster riffendem Midtempo-Metal-Mosh positioniert. Harley brüllt aggro as fuck seine „Gib niemals auf“-Attitüde durch die Speaker, und Gitarrist Rocky George (ja, genau - der olle Suicidal-Tendencies-Held) fiedelgniedelt etwaige Soundlöcher geschmackvoll zu. Der beste Hardcore-Metal-Hybrid seit - jetzt bitte nicht durcheinanderkommen - Harleys Solo-Prachtwerk „Cro-Mags“ und somit motherfucking weit vorn. Er kann's halt wie kein anderer.

Autor:
Jan Jaedike
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