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Heavy Metal

IRON MAIDEN

Nights Of The Dead - Legacy Of The Beast: Live In Mexico City

Label: Parlophone/Warner
Erscheinungsdatum: 20.11.2020
Ausgabe: RH 402

Dieser (recht plötzlich angekündigte) neue Maiden-Release ist so fett, dass man ihm gleich drei Titel spendiert hat: „Nights Of The Dead“, „Legacy Of The Beast“ und „Live In Mexico City“. Sieht auf dem Cover beknackt aus, ändert aber natürlich nichts daran, dass auch der drölfundachtzigste On-stage-Mitschnitt von Steve Harris & Co. in fast jeden (virtuellen) Einkaufskorb wandern wird. Und man muss sich da auch ehrlich machen: Selbst wenn man die Sinnhaftigkeit von „Nights Of The Dead...“ im Grunde anzweifelt, erwischt man sich dennoch dabei, wie man das zwei CDs bzw. drei LPs lange Album, das mit Ausnahme von ´For The Greater Good Of God´ (von „A Matter Of Life And Death“ - bitte, gern geschehen!), ´The Wicker Man´ und den Blaze-Bayley-Schoten ´The Clansman´ und ´Sign Of The Cross´ ausschließlich Material aus der klassischen Phase (also bis „Fear Of The Dark“) enthält, am Ende öfter hört als fast alle Studioalbum-Neuerscheinungen des Monats (okay, es ist ein schwacher Monat...). Und „Nights Of The Dead...“ ist ja auch eine schmeckende fast zweistündige Ersatzdroge in Zeiten, in denen man sich schon über irgendein popeliges mittelgutes „normal“ stattfindendes Clubkonzert freuen würde wie Peters weiland über ein „Bravo Girl!“-Abo, mit 70.000 mezcalgedopten MexikanerInnen als Background-Chor, 400 Soundeffekten von der Bühnenshow im Background und einem Bruce Dickinson, der seiner Hintermannschaft bereits beim Opener ´Aces High´ dermaßen davonrennt, dass mindestens einer seiner unzähligen Gitarristen vor Schreck beinahe von der Bühne fällt. Im Ernst: Ich wünschte, ich wäre dabei gewesen, „damals“, im September 2019. Ich würde noch heute davon zehren.

Autor:
Boris Kaiser
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