Review

Reviews 8.5
Progressive

KATATONIA

Sky Void Of Stars

Label: Napalm/SPV
Dauer: 54:20
Erscheinungsdatum: 20.01.23
Ausgabe: RH 428

Der Vorgänger „City Burials“ war ein Ausnahmealbum, ein Werk, das man als Musiker vielleicht nur einmal in seiner Karriere schreibt, und daran muss sich der Nachfolger „Sky Void Of Stars“ nun messen lassen. Doch KATATONIA wären nicht KATATONIA, wenn sie diese Herausforderung nicht meistern könnten. Vorab: „Sky Void Of Stars“ wirkt im Vergleich zu „City Burials“ wieder wärmer, eleganter und weniger experimentell. Die Schweden konzentrieren sich auf ihrem 13. Longplayer ganz klar auf ihre Stärken, die in der fantastischen Melodieführung und einem außergewöhnlich hohen musikalischen Verständnis liegen. Es fällt auf, dass KATATONIA deutlich mehr mit elektronischen Elementen spielen, denn fast alle Songs sind mit diversen Loops, Beats und Synths unterlegt. Sänger Jonas Renkse läuft einmal mehr zur Höchstform auf und zaubert Melodien in den Nachthimmel, die im Prinzip mehr als den Begriff „Ohrwurm“ verdienen. Songs wie ´Opaline´ haben einen fast schon poppigen, zuckersüßen Charakter, kommen dank der hervorragenden Musiker aber niemals kitschig rüber. Die Refrains und Melodien von ´Austerity´, ´Birds´ oder ´Atrium´ fräsen sich mit einer ungeheuren „Penetranz“ in die Gehörgänge, sodass man sie den ganzen Tag vor sich hinsummt. Seinen Prog-Ansatz verfolgt das Quintett mit Songs wie dem düsteren ´Drab Moon´, dem ruhigen ´Impermanence´ (mit tollen Co-Vocals von Soen-Sänger Joel Ekelöf) oder dem über sechsminütigen ´No Beacon To Illuminate Our Fall´, in dem immer mal wieder äußerst heftige Riffs durchbrechen, was KATATONIA in der Tat eine gewisse Nähe zu Bands wie Dream Theater oder Porcupine Tree einbringt. „Sky Void Of Stars“ ist ein weiteres bärenstarkes KATATONIA-Album geworden, das sämtliche Trademarks dieser fantastischen Band in sich vereint.

Autor:
Patrick Schmidt

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