Review

Reviews 9.0

KATATONIA

The Great Cold Distance

Ausgabe: RH 226

(51:51)

- Gothic Metal -

Die einen mag es enttäuschen, für andere dürfte es eine Erleichterung sein: „The Great Cold Distance" ist eines der wenigen KATATONIA-Alben seit dem Debüt „Dance Of December Souls", das keinen musikalischen Quantensprung in der Entwicklung der schwedischen Band markiert. Im Prinzip setzen die Gothic-Metal-Erneuerer vielmehr dort an, wo sie mit ihrem letzten Album aufgehört haben, nur sind die musikalischen Extreme konsequenter definiert. Wo „Viva Emptiness" mit harten, komplexen Riffs geliebäugelt hatte, stehen auf „The Great Cold Distance" harte, kalte Songs wie ´Consternation´ oder ´The Itch´, die nicht immer leicht zu hören und mit Sicherheit nicht eingängig sind. Auf der anderen Seite sind da gleißende Hymnen wie ´My Twin´ oder ´July´, die sich ganz ohne Umwege ins Herz bohren. Zwischen diesen Polen liegen Songs, die Welten in sich selbst sind, allesamt geprägt von der einzigartigen, lakonisch-melancholischen Stimme von Jonas Renske, virtuoser instrumentaler Ausführung und einem hoch komplexen Songwriting, das KATATONIA mehr denn je in die Nähe von Acts wie Porcupine Tree rückt. Highlights herauszugreifen, fällt schwer, jedoch ist der geradezu dämonische Refrain von ´In The White´ selbst für die Maßstäbe dieser Band von beängstigender Intensität.

Als auch nur halbwegs aufgeschlossener Fan jedweder Stilrichtung sollte man sich der Bitternis, Finsternis und Schönheit von „The Great Cold Distance" einmal ausgesetzt haben.

Autor:
Tobias Blum
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