Review

Reviews 8,5
Death Metal Hardcore

ENFORCED

Kill Grid

Label: Century Media/Sony
Dauer: 41:09
Erscheinungsdatum: 12.03.2021
Ausgabe: RH 405

Letztens, als Peters, dem ollen Sleazer, sein Feierabendbier auf dem Küchenboden zersplitterte und aus dem Hintergrund irgendein abartiges Gerödel aus Hackys Büro schepperte, war er plötzlich da, dieser magische Moment der Normalität, die Erinnerung an die Zeit vor der Pandemie. Der Geruch von Bier und das Geschrote beamten mich geradewegs in einen kleinen Punk-Club in Göteborg, in dem ich vor Jahren mal das Glück hatte, einer Black-Breath-Show beiwohnen zu dürfen, die aufgrund ihrer viehischen Intensität alle Anwesenden völlig geplättet zurückließ. Was das mit ENFORCED zu tun hat? 'ne ganze Menge, denn „Kill Grid“ ist ein astreines Label-Debüt (den 2019 unter dem Titel „At The Walls“ selbstveröffentlichten Erstling, der es nur auf eine Auflage von 250 Einheiten brachte, besitzen hierzulande vermutlich eher wenige Leute), das mit einer extrem interessanten Kombination von Thrash-Raserei sowie Hardcore- und Punk-Einflüssen zu punkten weiß und wie aus einem Guss klingt. Und da der Fünfer aus Richmond, Virginia, stammt, gehen so manche wirklich fiese Riffs als Verbeugung vor der heimischen Mathcore-Szene, aber besonders den Genre-Königen Lamb Of God durch. Geschmack haben sie, die fünf Jungs von ENFORCED, und deshalb ist „Kill Grid“ für mich schon jetzt ein erstes Highlight des noch jungen Jahres.

Autor:
Thomas Kupfer
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