Review

Reviews 9.0
Speed Metal

KREATOR

Hate Über Alles

Label: Nuclear Blast/Rough Trade
Dauer: 46:14
Erscheinungsdatum: 10.06.22
Ausgabe: RH 420

Wer die letzten beiden KREATOR-Alben „Phantom Antichrist“ und „Gods Of Violence“ überproduziert und zu melodisch fand, darf aufatmen. Denn „Hate Über Alles“ ist eine Rückbesinnung auf klassische Tugenden, ohne dass die Band auf die Retro-Karte setzt. Nach dem Italo-Western-Intro ´Sergio Corbucci Is Dead´ folgen mit dem Titeltrack und ´Killer Of Jesus´ zwei kompakte Thrasher, die auch auf „Violent Revolution“ eine gute Figur gemacht hätten. ´Crush The Tyrants´ und ´Strongest Of The Strong´ sind starke Banger, während ´Become Immortal´ mit einem geilen Priest-Riff aufwartet, ein künftiger Live-Kracher sein dürfte und die Fangesänge mit Oh-ho-ho-Chören im Mittelteil vorwegnimmt. In ´Conquer And Destroy´ hat Sänger Drangsal einen Gastauftritt, und in ´Midnight Sun´ steuert Sofia Portanet eine starke Gesangseinlage bei. Den Blick über den Tellerrand lässt sich Mille also nicht nehmen. Gut so, denn die Gastbeiträge sind auf „Hate Über Alles“ stimmiger integriert und machen die Songs stärker. Arthur Rizk (Power Trip, Eternal Champion, Unto Others) erweist sich als Produzent als goldrichtige Wahl. Er beweist, dass man Thrash megawuchtig und zugleich mit erfrischendem Live-Feeling produzieren kann. Herrlich, wie er Ventors Drums donnern lässt. Das Artwork von Eliran Kantor darf man ebenfalls als gelungen bezeichnen, und somit liefern KREATOR eine fast perfekte Platte (´Pride Comes Before The Fall´ ist lediglich okay) ab, die sich mit dem Nuller-Jahre-Meilenstein „Violent Revolution“ messen kann.

Autor:
Sebastian Schilling

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