Review

Reviews 9
Progressive Rotzrock

MASTODON

Hushed And Grim

Label: Reprise/Warner
Dauer: 86:27
Erscheinungsdatum: 29.10.2021
Ausgabe: RH 413

Der Tod ihres langjährigen Managers Nick John war für MASTODON ein schwerer Schlag, den die Band auf ihrem neuen Album „Hushed And Grim“ zu verarbeiten versucht. Dementsprechend spielen melancholische Töne 2021 eine noch größere Rolle als üblich im MASTODON-Kosmos, aber das ist nicht die einzige Neuerung: Das Atlanta-Quartett hat seinen Sound und die Komplexität der Arrangements deutlich entschlackt, wodurch die tiefschürfenden Emotionen noch besser zur Geltung kommen und nun auch Leute Zugang zum Material finden dürften, die das bisherige Schaffen immer als zu verkopft empfunden haben. Doch auch Fans der vertrackten MASTODON-Kompositionen können beruhigt sein: Die Band ist weit davon entfernt, ins Formelhafte abzurutschen, und in der Lage, über eine Dauer von 86 Minuten mit einem geschmackvollen Potpourri aus Rock, Psychedelic, Punk, Metal, Alternative und Prog zu fesseln. Im Vergleich zu den Anfangstagen stehen mittlerweile weniger die (immer noch starken) Riffs im Mittelpunkt, sondern die Gesangsmelodien, deren Aufteilung zwischen Bassist Troy Sanders, Gitarrist Brent Hinds und Drummer Brann Dailor auf dem achten Album noch eine Spur homogener wirkt. In Verbindung mit den traurigen Texten gelingt es den Vokalisten, den Hörer tief in der Seele zu berühren. Der epische, postrockige Abschlusstrack 'Gigantium' lässt glücklicherweise Licht am Ende des Tunnels erblicken. Ein verdammt heißer Anwärter auf das Album des Jahres!

Autor:
Ronny Bittner
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