Review

Reviews 7.0

MEGADETH

Super Collider

Ausgabe: RH 314

Tradecraft/Universal (45:14)

Zuletzt hat sich Dave Mustaine nur noch mit seltsamen Live-Ansagen, Blog-Einträgen und politischen Äußerungen in die Schlagzeilen gebracht, was ihm in Deutschland absurd schlechte Poll-Platzierungen („Depp des Jahres“) bescherte. Das Album, das den Fokus wieder auf die Musik legen soll (obwohl das kaum noch möglich ist), nennt sich „Super Collider“ und startet mit dem phänomenalen ´Kingmaker´. Starke Riffs, tolle Drum-Patterns, ausgeklügelte Soli und dazu der schnoddrige, ausdrucksstarke Gesang: Man hätte Mustaine so einiges verziehen, wenn er diese Masche über das ganze Album durchgehalten hätte, doch der Traum von einem Album, das auf Augenhöhe mit den MEGADETH-Klassikern mitspielen kann, löst sich überraschend schnell in Luft auf. Das Titelstück ist gefällig, aber nichts, was man nicht schon in ähnlicher Form kennen würde (höre z.B. Jane´s Addictions ´Just Because´). Danach flacht die Platte für MEGADETH-Verhältnisse zum Teil abgrundtief ab. Reime wie „fire - desire“ oder „sorrow - tomorrow“ haut man hierzulande jeder Nachwuchsband als Peinlichkeit um die Ohren, aber auch musikalisch haben Songs wie ´Burn!´ wenig Überraschendes zu bieten. Lediglich die Bluegrass-angehauchte Nummer ´The Blackest Crow´ zeigt, dass Chris Broderick auch mal einen wichtigen Akzent setzen kann. Am Ende muss Thin Lizzys ´Cold Sweat´ bemüht werden, um die Spielzeit voll zu bekommen. Die Nummer passt zugegebenermaßen gut zu MEGADETH, und die Band spielt natürlich auch über die gesamte Spielzeit hervorragend auf den Punkt, aber ansonsten klingt das für mich ziemlich uninspiriert. Es ist bezeichnend, wenn das Info der Plattenfirma ganze Absätze über frühere Erfolge verliert und eine Jubelarie über den Einkauf des Backkatalogs anstimmt, jedoch kaum einen Satz zum neuen Album zustande bringt.

Autor:
Holger Stratmann
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