Review

Reviews 7.5
Speed Metal

MEGADETH

The Sick, The Dying... And The Dead!

Label: Universal
Dauer: 55:04
Erscheinungsdatum: 02.09.22
Ausgabe: RH 423

MEGADETH sind wohl diejenige Band unter den Big Four des amerikanischen Thrash Metal, bei der die Meinungen über ein neues Album so weit wie bei keiner anderen auseinandergehen. „Dystopia“ wurde 2016 zwar vielerorts als Rückbesinnung auf die alten Tugenden gefeiert, demgegenüber standen aber auch Stimmen, die meinten, dass Dave Mustaine schon wesentlich schlüssigere Songs und geilere Riffs komponiert hätte. Letztere Fraktion könnte mit „The Sick, The Dying... And The Dead!“ etwas glücklicher werden, zeichnet sich das Album doch durch etwas zugänglichere und thrashigere Kompositionen aus (höre ´Life In Hell´, ´Night Stalkers´, ´We´ll Be Back´, ´Soldier On!´). Allerdings stehen daneben auch einige unspektakuläre Nummern, die an die in Teilen arg uninspirierte „Super Collider“-Scheibe erinnern (´Sacrifice´, ´Killing Time´, ´Junkie´). Auf dem gleichen Level wie auf dem Vorgänger verblieben sind hingegen die Vocals von Dave Mustaine, der seit „Dystopia“ wesentlich tiefer und unmelodischer singt als in der Vergangenheit. Natürlich waren Mustaines Vocals eh immer Geschmackssache, aber eigentlich kann man mittlerweile gar nicht mehr von „Gesang“ im eigentlichen Sinne reden. Vielmehr legt Dave die Lyrics mit einem monotonen Sprechgesang über die Songs, wodurch er natürlich nicht die gleichen Emotionen wie früher vermitteln kann und den Liedern einiges an Esprit raubt. Trotz all der Qualität, die „The Sick, The Dying... And The Dead!“ über Strecken innewohnt, muss man in der Summe attestieren, dass Truppen aus der zweiten Reihe wie Exodus und Testament der Band mittlerweile in kreativer Hinsicht den Rang abgelaufen haben.

Autor:
Ronny Bittner

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