Review

Reviews 8.5

MORNE

Shadows

Ausgabe: RH 316

Profound Lore/Cargo (49:42)

Darkthrone-Fans kennen MORNE, denn der grimmige Typ auf dem Plattencover von „Circle The Wagons" hat einen Aufnäher der Bostoner Truppe an seinem Jackenärmel. Aber vor allem jene Musikgourmets, die generell auf ominösen Neo-Crust, also auf Crust mit epischer Atmosphäre, abfahren, verehren diese Band. Obwohl „Shadows" bereits ihr drittes Album ist, haben wir es mit dem ersten Longplayer zu tun, auf dem sich ausschließlich neue, also bis dato ungehörte Songs befinden, denn auf den Vorgängern tummelten sich Neueinspielungen von Demotracks und Split-Veröffentlichungen. MORNE vermengen noch konsequenter als zuvor ihre Crust- und Sludge-Basis mit großflächiger Epik, mit getragener Doom-Melancholie, wie wir sie von Evoken und ähnlich gelagerten Truppen kennen, und mit unbarmherzig rollendem Dampfwalzen-Death-Metal der Marke Bolt Thrower. Klatschfettes, tiefer gelegtes Riffing, ein alles in Grund und Boden brummender Bass und manischer Röhrgesang münden in tieftraurige Melodien, die die Zeit gepachtet haben: Gerade mal fünf Stücke in 50 Minuten, danach ist der Hörer völlig geplättet. Ein Pflichtkauf, und zwar am besten gleich im Doppelpack mit dem neuen Monsteralbum von Obelyskkh.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann
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