Review

Reviews 9.0

SALIVA

Every Six Seconds

Ausgabe: RH 178

Mit den angeblichen Sensationen aus Amerika, die einem Monat für Monat verkauft werden, ist das ja oftmals so eine Sache. Auch SALIVA durften sich inzwischen eine goldene Schallplatte für 500.000 verkaufte Einheiten an die Wand nageln. In diesem Falle kann man aber wahrlich nicht behaupten, dass die Jungs aufgrund eines besonders schrägen oder provokanten Images für Aufsehen gesorgt haben. Nein, sie waren zum richtigen Zeitpunkt auf den richtigen Tourneen. Und sie haben ein fantastisches, substanzielles Debütalbum am Start, das auch hierzulande - einen entsprechenden Push durch die üblichen Musiksender vorausgesetzt - kräftig durchstarten könnte.

SALIVA haben ?the best of both worlds? in ihrer Musik, wie der Ami zu sagen pflegt. Zum einen warten sie mit fetten, schwermetallischen Gitarrenwänden auf, die sich speziell bei den beiden First-Class-Bangern ´After Me´ und ´Doperide´ so richtig austoben dürfen. Andererseits brillieren SALIVA aber auch mit jeder Menge knackigen Grooves, eingängigen Arrangements und zeitgemäßen Soundelementen. Das größte Chamäleon ist dabei Sänger Josey Scott, der wirklich ein verdammt breites Spektrum abdeckt, denn von soften HipHop-Rhymes bis hin zum klassischen Hardrock-Röhren-Gesang hat der Mann absolut alles drauf. Ja, Ähnlichkeiten mit Mike Patton zu seinen Faith No More-Zeiten sind vorhanden (wie überhaupt SALIVA gelegentlich Parallelen zu FNM aufzeigen), aber diese Wandlungsfähigkeit kann man eigentlich der ganzen Band attestieren, die mal mit modernen Metal-Groovemonstern daherkommt (´Superstar´, ´Click Click Boom´), mal die Garstigkeit von Fear Factory an den Tag legt (´Lackluster´), um im nächsten Moment mit dem Charme von Saigon Kick (´Hollywood´) zu betören. Eines verbindet allerdings alle Stücke: Wer zu diesem Sound nicht automatisch seinen Arsch auf die Tanzfläche schiebt, ist entweder scheintot oder fußkrank. (Wir nehmen dich beim Wort! Nächstes Wochenende um halb drei in Erwins Tanzdiele! Grunz! - Red.)

?Every Six Seconds? ist das beste moderne Hardrock-Album seit langem und erscheint im Übrigen am gleichen Tag wie die neue P.O.D. - also legt euch am besten gleich beide Scheiben in den Einkaufskorb...

Autor:
Frank Albrecht
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos