Review

Reviews 7.5
Modern Metal Progressive

SOEN

Imperial

Label: Silver Lining/Warner
Dauer: 42:04
Erscheinungsdatum: 29.01.21
Ausgabe: RH 404

SOEN wollen sich auch auf ihrem fünften Album nicht von der Opeth-Vergangenheit ihres Schlagzeugers Martin Lopez lösen. Die Referenzen an die schwedischen Progger sind nicht nur in der Schlagzeugarbeit, sondern auch in den Gitarrentunings weiterhin vorhanden, zudem ist am Mikro ein stimmliches Abbild von Opeth-Fronter Mikael Åkerfeldt im Einsatz. Kompositorisch gesellen sich einige Tool- und Katatonia-Farbkleckse dazu, was den Sound zuweilen etwas konstruiert und nur semi-originell erscheinen lässt. Durch die Zusammenarbeit mit Star-Produzent Kane Churko (u.a. Ozzy Osbourne, Papa Roach, Five Finger Death Punch) wagt die Band sich nun aus der Deckung und setzt alles auf ihren größten Trumpf: die einfühlsame Stimme von Joel Ekelöf, die auf „Imperial“ im Zentrum des Sounds steht. Das Quintett ist stets bemüht, seinem Sänger eingängige Gesangslinien und kalkuliert-simple Songstrukturen auf den Leib zu schneidern, verfällt dabei aber schnell mal ins Plüschige. Mit Progrock hat das Ganze im Prinzip noch so viel gemein wie Grunge mit Post-Grunge. Oder anders gesagt: SOEN sind in etwa so reizvoll wie Staind im Vergleich zu Alice In Chains. Nicht schlecht gemacht, aber halt lange nicht so bewegend, authentisch und abwechslungsreich wie das Original.

Autor:
Ronny Bittner
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