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REVIEW 9.0 26.05.2021, 08:00

(Album des Monats, RH 408, 2021)

HELLOWEEN - Helloween

Diese Platte zu machen, dürfte eine ziemlich undankbare Aufgabe gewesen sein - nicht weil „Helloween“, also der erste Full-length-Output der Hamburger Kürbisköpfe nach der Reunion mit Michael Kiske (v.) und Kai Hansen (g./v.) im Jahr 2016, am Ende eine schlechte Scheibe geworden ist, ganz im Gegenteil sogar - sondern schlicht und einfach, weil das hier DAS Album ist, auf das jeder Teutonen-Metal-Fan seit dem großen Split Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger gewartet hat. Will meinen: Es wird mit ziemlicher Sicherheit eine nicht zu verachtende Anzahl von Menschen geben, die nicht mit dem einverstanden sind, was die Musiker abliefern. Ist in Ordnung, liegt in der Natur der Sache, und recht machen kann man es in heutigen Zeiten sowieso nicht mehr jedem. Das nur vorweg, und jetzt ans Eingemachte: HELLOWEEN haben sich gewaltig ins Zeug gelegt. Die Band macht nicht den Fehler, mit ihrem selbstbetitelten Album (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen EP von 1985) die Entwicklungen der letzten 25 Jahre zu verleugnen und auf Teufel komm raus ein drittes „Keeper Of The Seven Keys“ (bzw. ein viertes, einen dritten Teil gab´s mit „The Legacy“ bekanntlich schon...) abliefern zu wollen. Stattdessen arbeiten sich die Herrschaften quer durch die Phasen der eigenen Geschichte, „Chameleon“- und „Pink Bubbles Go Ape“-Tage mal außen vor gelassen. Es gibt Weikath-Songs, Deris-Songs, Gerstner-Songs und jeweils einen Song von Grosskopf und Hansen - wobei Letzterer, der old-schooligste Track des Drehers, mit einer Spielzeit von knapp 15 Minuten beinahe ein Viertel der Platte ausmacht, es muss sich also niemand über einen zu geringen Beitrag empören. Alle Stücke eint, dass man ihre jeweiligen Haupt-Autoren deutlich raushört - und trotzdem wirkt „Helloween“ aufgrund der im Studio stattgefundenen Teamarbeit (mehr dazu in der Titelstory dieser Ausgabe) nicht wie ein Stückwerk, sondern wie ein Album aus einem Guss. Hier kommt tatsächlich jeder auf seine Kosten, der der Band in der Vergangenheit mal etwas abgewinnen konnte. Und das ist nach solch einer langen Karriere wahrlich ein Kunststück, das man erst mal vollbringen muss.

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