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REVIEW 9.0 19.08.2020, 08:00

(Album, RH 399, 2020)

VANISHING POINT - Dead Elysium

PLUS-MINUS VANISHING POINT sind eine jener Bands, die nur alle drölfzig Jahre mal ein Album veröffentlichen, dann aber immer gleich so dermaßen abliefern, dass man meinen könnte, die Herrschaften würden täglich von morgens bis abends im Proberaum miteinander musizieren. Der letzte Longplayer der Australier hat sechs Jahre auf dem Buckel, der davor geschlagene 13, und überhaupt ist „Dead Elysium“ erst die sechste Full-length-Veröffentlichung in einer Karriere, die bereits über ein Vierteljahrhundert andauert. Sei´s drum: Die zehn Tracks fesseln von der ersten bis zur letzten Minute an die Kopfhörer und dürften wirklich jeden begeistern, der eine Schwäche für melodischen, europäisch geprägten Power Metal hat. Große Refrains (mit AOR-Einschlag), mitreißende Melodien, ausgezeichnete Gitarren- und Schlagzeugarbeit, fette Produktion, quasi perfekte Inszenierung - viel mehr kann man wirklich nicht verlangen. Gut Ding will eben doch Weile haben. Jens Peters 9 Jens, du solltest dich ein bisschen eingehender mit der „klassischen“ Prog-Szene beschäftigen. Dann würde dir nämlich auffallen, dass VANISHING POINT gegenüber (u.a.) Divided Multitude und den wiedervereinigten Conception, die kürzlich zwei Knaller herausgehauen haben, zwar nicht völlig absacken, aber im Vergleich zu den Kollegen definitiv zwei, drei Stufen zurücktreten müssen, was die Qualität ihrer aktuellen Songs angeht. „Dead Elysium“ meistert fraglos alle Schikanen, die man beim Navigieren durch die Stilistik braucht, doch die mitreißenden Momente, die du erwähnst, sinn dünn gesät, weshalb man den Eindruck gewinnt, die Platte würde eben nicht von einer Band stammen, die alle Jahre wieder so musiziert, als würde sie ständig proben, sondern von versierten Auch-Musikern, die ihren Schuh herunterspielen, aber eigentlich Wichtigeres (Geld mit einem Brotjob verdienen) zu tun haben. Andreas Schiffmann 6,5

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