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REVIEW 23.04.2014

(DVD - Musik, RH 324, 2014)

SUICIDE SILENCE - Ending Is The Beginning – The Mitch Lucker Memorial Show

(Century Media/Universal) Am 21. Dezember 2012, wenige Wochen nach dem tödlichen Motorradunfall von Mitch Lucker, findet ein 75-minütiges Tribute-Konzert zu Ehren des SUICIDE SILENCE-Sängers im Fox Theater im kalifornischen Pomona statt. Auf der Bühne drücken sich insgesamt 18 verschiedene Frontmänner der Metal- und Hardcore-Szene im Wechsel das Mikro in die Hand (u.a. Jonny Davy von Job For A Cowboy, Phil Bozeman von Whitechapel, Chad Gray von Hellyeah/Mudvayne und Eddie Hermida von All Shall Perish, der Luckers Nachfolger wird), um gemeinsam mit Mitchs alter Band SUICIDE SILENCE-Songs zu spielen. Lediglich Robb Flynn, der mit zwei Kollegen eine bewegende Akustik-Trio-Version von Black Sabbaths ´Die Young´ zum Besten gibt, und Max Cavalera, der Sepulturas ´Roots Bloody Roots´ zockt, sorgen für musikalische Abwechslung. Dazu kommt eine Instrumental-Performance von Deftones´ ´Engine No. 9´, die auf DVD mit altem Auftrittsmaterial des Verunglückten verschnitten ist. Im Rückblick bizarr ist die Tatsache, dass an dem Abend auch Randy Blythe von Lamb Of God und Tim Lambesis von As I Lay Dying aufeinandertreffen. Der eine ist gerade wegen Totschlags angeklagt, während der andere einige Monate später beim Anheuern eines Auftragsmörders für seine Ehefrau geschnappt wird. Fernab vom Knast-Gossip der US-Brüllwürfel-Szene punktet die DVD neben einer qualitativ guten Konzertaufzeichnung mit dem letzten Interview von Mitch sowie einer halben Stunde Behind-the-scenes-Material und Fotos zum Memorial-Konzert.

REVIEW 8.5 20.07.2011

(Album, RH 291, 2011)

SUICIDE SILENCE - The Black Crown

Century Media/EMI (39:42) Einer fremden Frau in der Diskothek unter den Rock zu greifen, hat eine Menge gemeinsam mit dem Einlegen einer SUICIDE SILENCE-Scheibe. Unter Garantie bekommt man was auf die Fresse. Die Kalifornier haben mittlerweile eine stattliche Anzahl an Lovern und Hatern um sich geschart. Die vorzugsweise eher jüngere Klientel hat den Handballen schon erwartungsvoll auf der Tastatur platziert, um sich auf Social-Network-Plattformen die unqualifizierten Null- bzw. Zehn-Punkte-Kommentare bezüglich „The Black Crown“ um die grünen Ohren zu hauen. Dabei ist es, ganz auf die jeweilige Perspektive bezogen, eigentlich gar nicht so schwer: SUICIDE SILENCE sind nicht so scheiße, wie ihre Kritiker behaupten, allerdings auch nicht so genial, wie ihre Fans annehmen. „The Black Crown“ ist ein noch glühendes Stück pechschwarzer Lava, das sich mit Urgewalt den Weg ins Meer bahnt. Alles drückt und schiebt Richtung Magengrube. Das kann auch Death-Metaller, die so was aus Prinzip nicht hören, nicht kalt lassen. Die Songs besitzen generell eine größere Bandbreite und Tiefe, die jugendliche Urwut beschränkt sich auf einige vehemente Brutalo-Angriffe, eingebettet in ein geradezu nihilistisches Stahlinferno, pechschwarz, kriechend und endzeitschwanger. Weil sich das Angepisstsein als gesellschaftliches Korrektiv und Substantiv gleichermaßen durchzusetzen scheint, ist die zukunftspessimistische Aggression von „The Black Crown“ äußerst effizient und wertstabil. Insofern ist hier schlechte Laune garantiert, und das ist auch gut so. Anspieltipps: die oberbrutale Bolzhymne ´Human Violence´ und der famose SloMo-Finsterling ´Witness The Addiction´ (mit Korn-Fronter Jonathan Davis als Gastsänger). 3 Fragen an SUICIDE SILENCE-Gitarrist Mark Heylmun: Mark, wie kam es zur Zusammenarbeit mit Jonathan Davis von Korn? »Die Idee gab es schon lange, aber Jonathan ist ein vielbeschäftigter Mann, so dass das Projekt lange auf Eis lag. Als es dann aber endlich klappte, war er sehr eng in den Songwriting-Prozess eingebunden. Das Stück ist genauso geworden, wie wir uns das vorgestellt hatten.« Wie habt ihr euch während des Songwritings gefühlt? Gab es eine bestimmte Grundstimmung? »Einerseits natürlich sehr kreativ, aber es herrschte generell eine entspannte, fast schon relaxte Stimmung. Ich denke, man hört das dem Album auch an: Es ist wesentlich vielschichtiger als früher, mit jeder Menge Groove.« Lebensbejahend ist „The Black Crow“ eher weniger. Blickt ihr generell pessimistisch in die Zukunft? Was wird in zehn Jahren sein? »Schwer zu sagen. Es ist eine Menge Scheiße, die gerade auf der Welt passiert, und es sieht eher danach aus, dass es noch schlimmer wird. Aber ich persönlich mag das Leben zu sehr, um ein Pessimist zu werden. Wir hatten schon auf dem Album „You Only Live Once“ ein Stück, in dem es heißt: „Don´t waste any time by being fed up and depressed by the world, cherish the moment and have a good time.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.« (vw)

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