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News 24.05.2019, 14:58

BATUSHKA - Ex-Drummer Martin Bielemiuk äußert sich zum Rechtsstreit

Im BATUSHKA-Rechtsstreit zwischen Gitarrist Krzysztof Drabikowski und Sänger Bartłomiej Krysiuk meldet sich nun Ex-Drummer Marcin "Martin" Bielemiuk zu Wort.

Martin war bis April 2018 Teil der Band und sieht sich nun in einem einmaligen Statement dazu veranlasst, Stellung zu beziehen. Weitere Kommentare will der Musiker zum Sachverhalt in Zukunft nicht mehr abgeben. In seinem Statement heißt es:

"Ich werde hier versuchen, einige Fakten und meine eigene Meinung zu dem Thema darzulegen. ich habe das Gefühl, dieses Statement machen zu müssen, da in den letzten Monaten sehr viel Hass gegen eine bestimmte Person gerichtet wurde - Bartłomiej Krysiuk. Das ist nicht nur unfair ihm gegenüber, sondern auch nicht wahr. Besonders, da die ganze BATUSHKA-Geschichte, so wie sie von Krzysztof Drabikowski dargestellt wird, von der Wahrheit weit entfernt ist."

Als Mitbegründer von BATUSHKA und einer der Musiker, die an den Aufnahmen des Albums "Litourgiya" beteiligt waren, betont Martin, dass die Band "ohne Krysiuk vermutlich nie das Licht der Welt gesehen hätte. Es wäre ein Projekt geblieben, das irgendwo auf einer Computer-Festplatte begraben läge. Eine unfertige Idee, wie viele andere. Vielleicht hätte es so bleiben sollen. Ich denke, dass Barts Vocals für das Debütalbum maßgeblich waren. Drabikowski und ich fanden, dass sie perfekt zur Musik passen würden, also fragte ihn Krzysiek, ob er sie einsingen würde. Ihr müsst wissen, dass Krzysztof den Großteil der Musik für "Litourgiya" schrieb, aber er ist nicht der einzige Schöpfer des Albums oder der Band."

Weiter berichtet Martin, dass die Songs für die Platte in "relativ kurzer Zeit" geschrieben wurden und BATUSHKA "nicht Drabikowskis Lebenswerk waren, wie er heute behauptet. Damals war es kein ernsthaftes Unterfangen. Ein Scherz vielleicht, oder 'etwas Dummes', wie er mir damals sagte, aber kein Opus Magnum von epischen Ausmaßen. Auch ich selbst dachte nicht ernsthaft über die Musik nach. Alles änderte sich, als wir den ersten Song hochluden und die Reaktionen der Hörer mehr als enthusiastisch waren. Krzysztof verriet mir damals, dass er den Song in acht Stunden schrieb. Selbst mit einer guten Rezeption spielten wir keine Live-Shows. BATUSHKAs Ziel war es, ein Album aufzunehmen. Und das war es. Natürlich brauchten wir Krysiuk, um das zu tun. Alles, was danach passierte, ist ausschließlich Krysiuks Verdienst. Er kümmerte sich um die CD-Veröffentlichung, kaufte Bühnenequipment, Gitarren, Kostüme, setzte sich mit den Promotern in Verbindung, fing an, Touren zu organisieren und kümmerte sich um das richtige Management der Band. Er kümmerte sich um das alles."

Für Drabikowski seien die Konzerte dem Schlagzeuger zufolge "unnötig" gewesen: "Er wollte nicht live spielen. Aber BATUSHKA spielten immer öfter, dank Krysiuk, der das ganze Ding auf seine Schultern nahm. Den Rest der Geschichte und wie viele Shows BATUSHKA auf der Welt spielten, kennt ihr. Um es kurz zu machen: Es war Krzysztof Drabikowski, der zum Großteil das erste Album schrieb, aber der Erfolg und die Tatsache, dass dieses Projekt, das als Scherz begann, eine Vollzeit-Band wurde, ist ausschließlich Bartłomiej Krysiuks Verdienst. Ohne ihn würde niemand BATUSHKA kennen."

Den laufenden Namensrechtsstreit möchte Martin unkommentiert lassen: "Wer die Rechte daran besitzt, soll das Gericht entscheiden. Aber ihr sollt wissen, dass die Band nicht wegen ihrer Musik bekannt wurde. Es gibt da draußen viele bessere Bands als BATUSHKA. Was BATUSHKA so besonders macht, ist die ganze Atmosphäre, das Bühnenbild, die Performance, die Stimmung - und das ist nur Krysiuk zu verdanken. (...) Natürlich stellt sich Krzysztof jetzt als Bandleader dar, aber aus meiner Sicht war er nur der Leader, wenn er die Essensmarken der anderen Bandmitglieder nahm, den Alkoholschrank für sich selbst beanspruchte oder wir am Hotel eine halbe Stunde auf ihn warten mussten, weil er sich als den Star von BATUSHKA betrachtete. Es ist unglaublich und es ist mir wirklich unangenehm, das zu erwähnen. Aber es ist die Wahrheit. Drabikowski nahm weder Krysiuk noch die Band ernst. So wie die Band wuchs, so wuchs auch Drabikowskis Feinseligkeit gegenüber Krysiuk. Das war so, weil Bart auf eine Art der echte Leader der Band war und die Leute BATUSHKA mit ihm in Verbindung brachten, nicht mit Drabikowski." Dessen Reaktion auf die wachsende Popularität der Band sei es gewesen, dass er nicht mehr live spielen wollte.

Zu seiner Rolle auf "Litourgiya" äußert sich der Schlagzeuger schließlich: "Was die Schlagzeugaufnahmen angeht, gibt es ein Statement von Krzysztof, das ich berichtigen muss. Er sagte in einem Interview mit kultura.onet.pl, dass er die Drum-Aufzeichnungen selbst vornahm. Aber das stimmt nicht, denn er programmierte nur einige Dummy-Drumpads in einem Computerprogramm, die ihm dabei halfen, die Gitarren einzuspielen. Er hat mit den Schlagzeugaufnahmen auf "Litourgiya" nichts zu tun. Er kann nicht einmal sein Instrument spielen. Ich habe die Drums für BATUSHKAs Debüt allein aufgenommen. Es war alles sehr spontan. Ich bereitete mich darauf nicht vor und übte nichts ein. Ich arrangierte einfach alles im Studio während der Aufnahmesession."

Aus Martins Sicht "gab es keinen Diebstahl und niemand stahl irgendetwas von Drabikowski (so wie er uns seine Freunde es Krysiuk vorwerfen). Die "Litourgiya"-Ära der Band ist ein geschlossenes Kapitel. Soweit ich weiß, wird die Band diese Songs nicht mehr live spielen. Bartek Krysiuk hat bereits das zweite Album aufgenommen, selbst wenn Krzysztof sagt, dass es kein zweites BATUSHKA-Album geben wird."

Die seiner Meinung nach falschen Anschuldigungen gegen Krysiuk bewegten den Drummer zu seinem Statement: "Ich kann diese schmerzhaften Anschuldigungen und Lügen nicht mehr ertragen, die Drabikowski und seine Anhänger online gestellt haben. Deshalb habe ich beschlossen einzuschreiten und euch aus der Perspektive eines Mannes, der jahrelang Teil von BATUSHKA war, zu sagen, wie es wirklich war."

Martin betont außerdem, dass er keinerlei Rolle mehr bei BATUSHKA oder Drabikowskis Projekt spiele und keiner der beiden Seiten schaden wolle. "Ich will nicht über die Gründe reden, wieso ich die Band verließ, aber es war für mich eine unschöne Situation. Aber ihr sollt wissen, dass nachdem ich Drabikowskis Verhalten kritisierte, er mich aus der Band entfernte, indem er die Situation und Krysiuk manipulierte. Aber das war ziemlich normal für Krzysztof. Er sah sich als die wichtigste Person und hatte keinen Respekt für fast alle Musiker, die mit BATUSHKA spielten (und ich meine dutzende von Leuten). Ich verstehe, dass das, was ich hier schreibe, Krzysztof in ein schlechtes Licht stellt, aber das sind die Tatsachen."

Das komplette Statement von Marcin "Martin" Bielemiuk findet ihr hier.

Bands:
BATUSHKA
Autor:
Alexandra Michels

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