Interview

Interview 17.02.2021, 14:13

MASON HILL - Aller Anfang ist schwer

Mit „Against The Wall" tritt die fünfköpfige schottische Combo MASON HILL ihr Debüt in der Rock-Welt an und setzt direkt ein Zeichen gegen miese Geschäftsstrukturen in der Musikbranche. Die neue Scheibe ist die Gelegenheit, um mal bei Sechssaiter James und Sänger Scott virtuell anzuklopfen und nach dem Status quo sowie Zukunftsplänen zu fragen.

Hallo zusammen! Das Wichtigste zuerst: Wie geht's euch? Und wie ist es euch als Band unter diesen Umständen ergangen?
James: »Mir geht es so gut, wie es in diesen seltsamen Zeiten möglich ist, ich bleibe beschäftigt mit den Jungs, indem wir neue Wege finden, kreativ zu sein. Der Band geht es auch großartig!«

Ihr steht kurz vor der Veröffentlichung eures Debütalbums – herzlichen Glückwunsch dazu! Ich weiß, dass ihr euch schon vor einigen Jahren gegründet habt und einen schwierigen Start hattet. Was war da los?
Scott: »Vielen Dank! Wir haben in der Tat eine lange Reise hinter uns! Von einem früheren Plattenvertrag bis hin zu Covid haben wir vieles durchgemacht und nun ist es endlich an der Zeit, unser erstes Album zu veröffentlichen. Wir sind begeistert, dass wir diesen Meilenstein nach so vielen Jahren erreichen!«

Sehr cool! Wie werdet ihr denn den Release feiern?
James: »Es hat wirklich lange auf sich warten lassen und wir sind so aufgeregt, dass es endlich rauskommt! Unter normalen Umständen hätten wir eine Tour und wahrscheinlich auch eine Release-Party gemacht, allerdings werden wir sie in diesen Zeiten virtuell machen. Wir haben dafür ein paar verschiedene Auftritte von zu Hause aus vorbereitet. Wir werden eine Albumstream-Lockdown-Show auf Social Media zeigen, die wir von zu Hause aus aufgenommen und gefilmt haben. Das hat ziemlich gut funktioniert und hat Spaß gemacht. Haltet ab dem 5. März auf unseren Social-Media-Seiten Ausschau.«

Wann und wie habt ihr das Album geschrieben? Wart ihr dabei von der Pandemie betroffen?
James: »Corona hat uns eigentlich nicht beeinflusst, da das Album vor Beginn der Pandemie aufgenommen wurde. Das Album zu schreiben, war ein wirklich einfacher Prozess, der ganz typisch mit meinen Demos anfing, die ich stets an Scott weitergebe, um ein paar Ideen für die Vocals zu bekommen. Wir tauschten uns gegenseitig aus, wobei ich manchmal eine Gesangsidee zum Ausprobieren an Scott geschickt habe und manchmal hatte Scott musikalische Ideen für mich zum Ausprobieren. Oft saßen wir dann zusammen und haben uns jeden einzelnen, im Laufe der Zeit entstandenen Entwurf angehört, damit wir Abschnitte bereinigen oder an Parts feilen konnten, bis wir alles erreicht hatten, was wir uns vorgenommen hatten. Selbst danach versuchten wir immer noch, die Songs zu verbessern, denn auch die anderen Jungs in der Band haben uns Feedback gegeben, und sogar während der Aufnahme des Albums hatten die Produzenten großartige, aber subtile Vorschläge, die uns wirklich geholfen haben, die Songs auf die nächste Ebene zu bringen.«

Für alle, die euch noch nicht kennen: Wie würden ihr euren Musikstil beschreiben? Und was sind eure Einflüsse?
James: »Es ist immer schwierig, uns auf etwas festzunageln, da unser Sound von Heavy Rock bis hin zu einer langsamen Ballade reichen kann, aber ich denke, man kann durchaus sagen, dass wir eher eine Alternative-Rock-Band sind. Unsere Einflüsse stammen aus einem riesigen, breiten Spektrum, wie Bring Me The Horizon, Alter Bridge, Shinedown, Black Stone Cherry, Ozzy Osbourne, Guns N' Roses und Foo Fighters, um nur ein paar zu nennen.

Das „Against The Wall"-Albumcover zeigt ein Gesicht mit einem „X" anstelle des Mundes und ihr verwendet dieses Symbol auch auf Bildern und in Videos. Was hat es mit dem „X" auf sich?
Scott: »Das „X" ist sehr mächtig für uns, denn wir hatten das Gefühl, dass uns Unrecht angetan wurde, konnten aber nicht darüber sprechen – ein Gefühl, das viele Leute in ihrem Leben haben werden. Es ist eine sehr starke Botschaft darüber, zum Schweigen gebracht zu werden und dennoch die Entschlossenheit zu haben, diese Widrigkeiten auf die harte Tour zu überwinden! Wir könnten mit dem ausdrucksstarken und doch einfachen Design nicht zufriedener sein.«

In den letzten Jahren seid ihr als Band auf ziemlich vielen Bühnen live aufgetreten, vor allem in Großbritannien. Was vermisst ihr am meisten am Touren? Und mit welcher Band würdet ihr gerne mal auf Tour gehen und eine Bühne teilen?
James: »Es fällt weg, neue Leute zu treffen, neue Orte zu besuchen und in neuen Venues zu spielen. Wenn man in einer Band ist, geht es um die Gemeinschaft und die Leute. Nicht da draußen zu sein und das zu tun, was wir lieben, ist nicht toll, aber ich glaube, dass nicht nur ich, sondern jeder Musikfan Gigs und Live-Musik nie als selbstverständlich ansehen wird, wenn alles wieder normal ist. Ich würde gerne mal mit Five Finger Death Punch die Bühne teilen, denn bei ihnen passieren so viele Dinge während ihres Sets, da wäre es cool, mit auf der Bühne zu stehen und das alles zu sehen.

Das ist vielleicht eine knifflige Frage, aber welches ist euer Lieblingssong von „Against The Wall"? Und habt ihr einen Song, auf den ihr euch so richtig freut, ihn mal live zu spielen?
James: »Mein Lieblingssong ist 'Who We Are', da er eine wirklich positive Botschaft hat und eine Wohlfühlatmosphäre vermittelt, die meiner Meinung nach in diesen Zeiten mehr denn je gebraucht wird. Ich freue mich darauf, 'DNA' live zu spielen, damit wir das Riff so laut wie möglich durch die Lautsprecher schmettern können!«

Ihr habt bereits den Titelsong des Albums 'Against The Wall' veröffentlicht. Worum geht es darin? Und gibt es eine Botschaft hinter dem Album, die ihr den Leuten da draußen vermitteln wollt?
Scott: »Wir haben 'Against The Wall' ursprünglich als Startschuss für die Kickstarter-Kampagne veröffentlicht, um Geld für die Finanzierung des Albums zu sammeln. Es war die furchteinflößendste Entscheidung, die wir je treffen mussten. Zu diesem Zeitpunkt hieß es: Crowdfunding oder keine Band. Wir haben uns dafür entschieden, das Crowdfunding voranzutreiben und den Song zu veröffentlichen – als einen Vorgeschmack auf das, was die Fans erwarten können! In dem Song geht es darum, von Leuten, die man im Hintergrund nicht sehen kann, niedergeschlagen zu werden und sich hoffnungslos zu fühlen, bis man genug hat und das verdammte System zum Einsturz bringt!«

Ihr habt mittlerweile auch die Single 'D.N.A.' rausgebracht, zu der ihr ein meiner Meinung nach sehenswertes Musikvideo produziert habt. Aber der Dreh des Clips war nicht so einfach für euch, oder? Was ist die Message hinter dem fantastischen Look des Videos?
James: »Es hat Spaß gemacht, das Video zu drehen, aber ja, du hast recht, es war nicht einfach! Wir mussten Kontaktlinsen in den Augen tragen, die so unangenehm und schmerzhaft waren. Es hat ungefähr 30 bis 40 Minuten gedauert, bis wir fertig waren! Wir wurden außerdem mit UV-Farbe bemalt, was super aussah!«

Vielen Dank für eure Zeit! Ich habe noch eine letzte Frage an euch: Was können wir in Zukunft von MASON HILL erwarten und was sind eure weiteren Pläne?
James: »Mehr Musik und sobald wir die Pandemie rund um den Globus überstanden haben, werden wir touren und unermüdlich auftreten. Ihr könnt also damit rechnen, uns sehr, sehr aktiv zu sehen!«

www.masonhillofficial.com

www.facebook.com/masonhillofficial

Bands:
MASON HILL
Autor:
Lisa Scholz

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