Festivals & Live Reviews


Pics: Jana Lawrence

Festivals & Live Reviews 22.11.2022, 10:17

VILLAGERS OF IOANNINA CITY, DOPELORD - Dortmund, Junkyard


Die griechischen Wunderkinder VILLAGERS OF IOANNINA CITY haben mit ihrem famosen „Age Of Aquarius“-Album sowie vergangenes Jahr auf dem Rock Hard Festival gezeigt, welche spannenden Haken Heavy/Stoner/Psychedelic Rock schlagen kann, wenn man ihn mit Farbtupfern der griechischen Folklore anreichert. Im Rahmen seiner „World’s On Fire“-Tour reist das Quintett aus der Hauptstadt der Festlandregion Epirus derzeit durch Europa und macht dabei auch im Dortmunder Junkyard-Club halt.

Zunächst betritt um kurz vor halb acht überpünktlich der Supportact DOPELORD die Bühne. Die polnische Stoner/Doom-Combo bringt nicht nur ellenlange Songs mit, sondern auch jede Menge sympathisch verschrobenen Humor. So „beschwert“ sich Sänger/Bassist Piotr Zin augenzwinkernd über die eng durchgetaktete Spielzeit und erklärt, dass sie alle ihre Songs nun leider doppelt so schnell spielen müssen, um im Zeitplan zu bleiben. Typische Doom-Probleme, man kennt sie. Dass sich DOPELORD an diesem Abend trotzdem nicht als Speed-Metal-Band qualifizieren, versteht sich von selbst. Der bis zum Anschlag aufgedrehte Distortion-Sound geht durch Mark und Bein und drückt einen förmlich an die Wand. Aber auch auf der melodischen Seite können DOPELORD ihr Können zum Ausdruck bringen und glänzen etwa beim schleppenden Opener ‘Children Of The Haze‘ mit dem wunderbar harmonisierendem Doppelgesang von Piotr Zin und Gitarrist Paweł Mioduchowski, die sich immer wieder das Mikro teilen. Ein starker, intensiver Auftritt!

Dopelord



Die VILLAGERS OF IOANNINA CITY beweisen im Anschluss, dass sich in den letzten Jahren (zurecht) ein regelrechter Underground-Hype um sie entwickelt hat. Das Junkyard ist mittlerweile rappelvoll und Kollegin Jana betont beeindruckt, den Laden noch nie derart voll erlebt zu haben; gerade an einem Sonntagabend. Die Band weiß die brodelnde Erwartungshaltung dann auch direkt zu nutzen und verströmt vom ersten Ton an ihre einzigartig-magische Atmosphäre. Mit einem traumhaft schönen Eröffnungsdoppel wie dem „Age Of Aquarius“-Intro ‘Welcome‘ und dem darauffolgenden „Age Of Aquarius“-Titeltrack können die Griechen auch gar nicht anders, als einen perfekten Start zu erwischen. Sänger/Gitarrist Alex Karametis lässt wie gewohnt all sein Herzblut in seinen Gesang und die schweren Riffs einfließen, während Konstantinos Lazos mit Sackpfeife und Klarinette bewaffnet für die prägnantesten exotischen Einsprengsel auf der zunehmend vernebelten Bühne sorgt. Die Die-Hard-Fans geben derweil in der ersten Reihe alles, schwenken eine Griechenland-Flagge und singen Nummern wie ‘Dance Of Night‘, ‘Father Sun‘ und ‘Ti Kako‘ im Schlaf mit. Spätestens beim weit hinten auf der Setlist stehenden Überhit ‘For The Innocent‘ gibt es dann endgültig kein Halten mehr und die komplette Halle tanzt. So sieht perfekte musikalische Abendunterhaltung aus. Von dieser wunderbaren Band werden wir in Zukunft hoffentlich noch einiges zu hören bekommen.




Bands:
VILLAGERS OF IOANNINA CITY
DOPELORD
Autor:
Simon Bauer

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