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ANTHRAX

The Greater Of Two Evils

Ausgabe: RH 211

(73:20)

ANTHRAX geben Vollgas! Im Line-up des letzten Studioalbums (noch mit Frank Bello) hat das Quintett ein Wochenende im letzten Winter dazu genutzt, die besten Songs der ersten fünf Alben mit John Bush (v.) und Rob Caggiano (g.) neu einzuspielen. Dass bei der knapp bemessenen Studiozeit wenig Raum für filigrane Spielereien, Doppelungen und perfekte Chöre blieb, ist für das Album nur vorteilhaft. Das Konzept hingegen ist nicht neu: Schon auf der „Armed And Dangerous"-EP hatten die New Yorker mit dem (damals) neuen Sänger Joey Belladonna Tracks des Debüts neu vertont. Der Sound war laut, roh und ungeschliffen, und Belladonna verlieh der Band neuen Glanz.

Ähnliches lässt sich von „The Greater Of Two Evils" behaupten. ANTHRAX schreddern die Titel mit viel Adrenalin in den Festplattenspeicher, besinnen sich auf ihre Hardcore-Metal-Roots und lassen Bush das Material wesentlich knackiger und bodenständiger interpretieren. Ab und zu vermisst man zwar den hohen Gesang von Belladonna oder dessen Vorgänger Neil Turbin, doch es dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass Bushs angenehm angerautes Organ zu dem knüppelharten Material wesentlich besser passt. Wer ANTHRAX erst mit Bush und „Sound Of White Noise" entdeckt hat, findet hier die perfekte Ergänzung seiner Sammlung. Aber auch Fans aus alten Tagen sollten an dieser CD Gefallen finden. Die Unterschiede zu den Originalen sind jedenfalls groß genug, um einen Kauf in Erwägung zu ziehen.

Die brettharte Playlist wurde übrigens von den Besuchern von anthrax.com zusammengestellt: ´Deathrider´, ´Metal Thrashing Mad´, ´Caught In A Mosh´, ´A.I.R.´, ´Among The Living´, ´Keep It In The Family´, ´Indians´, ´Madhouse´, ´Panic´, ´I Am The Law´, ´Belly Of The Beast´, ´N.F.L.´, ´Be All End All´, ´Gung-Ho´.

Autor:
Holger Stratmann
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