Review

Reviews 8.5
Hard Rock Rotzrock

DER W.

V

Label: W-Entertainment/Tonpool
Dauer: 54:59
Erscheinungsdatum: 28.06.22
Ausgabe: RH 421

Wenn Stephan Weidner im Interview über seinen Sidekick, Gitarrist Dirk Czuya, sagt, dass er die Songs auf ein neues Level hievt, dann ist das keine bloße Schmeichelei, sondern eine Tatsache. Wenn der Sechssaiter beim flotten ´Kosmogenesis´ nach einem Break mit Pink-Floyd-artigen Klängen verblüfft, ehe das Tempo wieder angezogen wird, hat das einfach Klasse. Und die geschmackvollen Soli, mit denen Czuya einen Großteil von „V“ veredelt, sollen in diesem Zusammenhang auch nicht unerwähnt bleiben. Wirkt das fünfte Album im DER W-Kanon anfangs noch etwas sperrig, wächst es mit jedem Durchlauf, und es kristallieren sich einige echte Perlen heraus. Das hart rockende Eröffnungsdoppel bestehend aus dem autobiografischen ´Das Lied vom Blut´ und der vorab veröffentlichten Single ´Der Berg bewegt sich nicht´ beispielsweise. Oder das wuchtig hypnotische ´Das letzte Boot über den Acheron´, das Stephans erste Zusammenarbeit mit seinem Sohn Elvis unter dem DER W-Banner dokumentiert. Und natürlich der perfekte Albumcloser, das balladesk-nachdenkliche ´Briefe an mich selbst´. Onkelz-Fans dürften noch dazu der Meinung sein, dass ´Alles wieder anders´ auch auf einer Platte von Weidners Stammband zu den besseren Stücken zählen würde. Es gibt auf „V“ einiges zu entdecken; man muss es nur wollen.

Autor:
Thomas Kupfer

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